Commute

Foto: Commute uploaded by JanneM with Some rights reserved

Die Zeit hat eine schicke Karte veröffentlicht. Sie zeigt die “späteste U-, S- oder Trambahn an einem Montagabend aus der Innenstadt“.

Ich hatte schon viel Spaß mit verpassten letzten Bahnen (kommste eben doch mit zu mir) und viel Leid (am nächsten Tag Arbeiten). Je nach Wellengang ist die verpasste letzte Bahn die Chance, endlich mal durch die Stadt zu Laufen, Zeit hat man dann plötzlich, hilft ja nix, man muss laufen. Wer die letzte Bahn verpasts hat in der Regel einen im Tee und in der Nacht, mit leichtem Schwipps durch die ruhigen Strassen zu laufen ist eine sehr empfehlenswerte Sache, das muss man ab und an mal machen.

In Hamburg fährt die letzte Bahn an einem Montagabend um 00:56 Uhr aus der Innenstadt, wobei das mit der Innenstadt nicht genau definiert wird.

Daytime sleep at the bus stop

Foto: Daytime sleep at the bus stop uploaded by Oleg Mirabo with Some rights reserved

Die Berliner sind beim Thema Innenstadt gleich auf 180, aber das ist hier egal, da die Bahnen in Berlin sowieso durchgehend fahren.

Wie die Karte zeigt, ist es an der Größe der Stadt nicht abzulesen, wann die letzte Bahn fährt. Hamburg zum Beispiel ist früher dran als Rostock. Durchgehende Bahnen fahren nicht nur in München und Berlin, sondern zum Beispiel auch in Karlsruhe, Erfurt, Jena, Schwerin – besonders häufig im Osten. In Cottbus jedoch fährt die letzte Bahn schon um kurz vor halb neun. Wer dies verflucht, möge sich an jene Abende erinnern, als er die letzte Bahn verpasste. Durchaus großartige Momente können das sein, in denen man die eigene Stadt mit neuen Augen wahrnimmt – Momente, die Berlinern oder Münchnern verwehrt bleiben.

Quelle: zeit.de – Deutschlandkarte. Die letzte Bahn

Da hat die Zeit Recht. Hamburg, die schönste Stadt der Welt, kann nach Hause gehen. Und das meine ich wörtlich, denn die letzte Bahn fährt ja bereits um kurz vor eins.

After a hard days work

Foto: After a hard days work uploaded by Mil with Some rights reserved

In Rostock, Düsseldorf, Köln, Bonn!?!?!, Frankfurt … und selbst in der Weltstadt Saarbrücken!?!? fährt die Bahn später als in Hamburg.

Super. Habt ihr gut gemacht HVV.
Berlin gewinnt, gar keine Frage. Da hat man das irgendwann doch erkannt (das war ja nicht immer so mit den durchgehenden Bahnen), dass diese öffentlichen verkehrsmittel auch in der Nacht Sinn machen.

Die Hanseaten können sich damit trösten, dass man in Cottbus bereits um halb neun die letzte Bahn verpasst. Alternativ fährt man eben Fahrrad, soll ja auch klappen.

Die letzte Bahn – HVV Hamburg vs. BVG Berlin 19:24

via: LandkartenBLOG.de: Deutschlandkarte: Linienverkehr über die Nacht in deutschen Städten. In Cottbus schläft man und in München macht man Party.

Die S-Bahn Berlin war, ist und bleibt kaputt.
Da passiert so viel, dass kann ein kleiner Blogger wie ich gar nicht abbilden. Permanente Verspätungen, kaputte Züge, zu wenige Mitarbeiter, miese Stimmung im Betrieb etc.
Wer versucht, sich da etwas anzulesen, sitzt nach 10 Minuten vor einer endlos lange Liste mit unternehmerischen Fehlentscheidungen. Soviel kann mal gar nicht lesen, wie die anderen über die S-Bahn Berlin schreiben.

Aber jetzt soll alles besser werden. Schreibt zumindest die Bahn.

Die Tochtergesellschaft wird zum 1. März aus dem Geschäftsfeld DB Stadtverkehr herausgelöst und ins Geschäftsfeld Regionalverkehr (“DB Regio”) eingegliedert. … Im Zuge des Umbaus wandert auch die S-Bahn Hamburg in einen anderen Konzernbereich. Damit sollen bundesweit alle S-Bahnen unter einem Dach zusammengefasst und deren einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards auf die S-Bahn Berlin übertragen werden. Bislang noch sind die S-Bahnen Berlin und Hamburg zusammen mit 22 Busgesellschaften im Konzerngeschäftsfeld Stadtverkehr organisiert.

Quelle: sechs Milliarden “Presse”-Seiten, die eine Pressemitteilung der Bahn kopieren. Hier ist es zufällig Gravierende Managementfehler: Bahn kanzelt S-Bahn ab – n-tv.de

Wieder was gelernt. Die S-Bahn Hamburg und Berlin sind in einer Gesellschaft organisiert. Prima Sache.

Mit diesem Wissen fühle ich mich bei jeder Verspätung der S-Bahn in Hamburg (ja, auch das passiert massiv, oft und nervt wie Fusspilz) wie ein kleiner Berliner. Noch ist die S-Bahn in Hamburg nur zu spät, die in Berlin fährt teilweise gar nicht mehr.

Da geht also noch was in Hamburg.

Wenn jetzt beide S-Bahnen in einer Struktur aufgehen, in der sie aber eigentlich bereits jetzt zusammen sind, irgendwie aber trotzdem alles neu wird auf dem Papier, neue Strukturen, Vorgesetzte, und ganz viel neues “keine Ahnung wer das jetzt macht“, ist noch Raum für Angleichungen der Hamburger an die Berliner S-Bahn. Die Hanseaten können sich schon freuen wenn die Berliner Standards auf Hamburg übertragen werden.

S-Bahn Hamburg vs. Berlin, da die Bahn in Hamburg noch etwas häufiger als in Berlin fährt gehen die Punkte in die Hansestadt. 10:1

ps.: wenn mir meine Kollegen von ausserhalb Hamburgs erzählen, wie oft die S-Bahn in den Randgebieten nicht fährt oder stundenlang zu spät kommt, frage ich mich immer, ob die S-Bahn Hamburg nicht schon wie die S-Bahn Berlin ist und es nur noch niemand in die Presse gehoben hat.

Nur noch eine Woche. Die mitlesenden Jungs beginnen sich langsam Gedanken um Geschenke zu machen. Die mitlesenden Damen haben höchstwahrscheinlich alle bereits den Geschenke-Alarm hinter sich und schauen uns Jungs zu, wie wir durch die Gegend hetzen.

In Sachen Geschenkpapier habe ich hier ein wundervolles Stück Internet.
Im folgenden Video sieht man die Wohnung von Louie. Louie war im Urlaub und hat den Schlüssel zur Wohnung seinen Freunden dagelassen.

Die hatten in der Vorweihnachtszeit nichts besseres zu tun als alles, wirklich alles! in der Wohnung in Geschenkpapier einzuwickeln. Die Wohnungstür, Bilder, Uhren, Tische, Stühle, Computer, Tastaturen sogar der Kühlschrankinhalt wurde eingepackt.

Das sieht toll aus und hat auch einen ganz wundervollen Witz:
Sein Weihnachtsgeschenk Geburtstagsgeschenk steht irgendwo dazwischen.


YouTube direkt Papieraufriss Video Ding

Louie plant seine nächsten Tage in der Geschenkpapierwohnung wie folgt:

My plan is to keep everything wrapped and only open something when I need it, so I can yell “Oh my god! It’s just what I wanted!”

Quelle: Louie Saunders X-mas prank

Ein ruhiges, niedliches Video mit jeder Menge Geschenkpapier. Jetzt mache auch ich mir wieder Gedanken um Geschenke. Da war ja noch was.

ps. Die mittelmässig Aufregende Reaktion von Louie kann man da sehen: Louie’s Reaction!. Er sagt nur “Oh my God” und eine Frauenstimme an der Kamera kichert sich einen.

via: metafilter.com – Roommate Leaves Town, Christmas Prank Ensues [SLYT], thedw.us.

(Das erinnert mich ein klein wenig an eine durchzechte Nacht mit zwei Damen in Berlin. Wir landeten in meiner Wohnung und die beiden haben mich unter den Tich getrunken und anschliessend alles was sie fanden mit Bindfäden, Geschenkband und Schnürsenkeln aneinander gebunden. Unter anderem wurde ich an den Tisch gebunden, das Besteck hing am Fenster, die Töpfe baumelten im Bad und an alles andere erinnere ich mich nicht mehr.)

Anja Assion hat auf telemedicus einer 14jährigen gymnasiastin fragen gestellt.

Felix hat sich gedacht, die Fragen kann man sich auch selbst beantworten, schliesslich kennt er sich mit dem Internet-gedöns auch ein bisschen aus.

Dieses Internetz-Dings finde ich soweit ebenfalls ganz knorke, daher rede ich ein wenig mit mir selbst.

Hier also die bei Anja geklauten und von Felix teilweise aufgemöbelten Fragen mit meinen Antworten:

Sven, deine Generation wird als „Digital Natives” bezeichnet. Sagt dir dieser Begriff etwas?

Digital, ja, das kenne ich, kann man am Lichtschalter im Bad, wahlweise auch in der Küche spielen. An- aus. Geht auch mit einer Taschenlampe, dann bin ich sogar ein digital native mobile. Digital Natives ist eigentlich totaler bollogs. Eben war ich noch “Generation upload”, dann “generation download”, wahlweise auch “generation gameboy, C64, Golf, Digitaluhr, Turnschuh, Umhängetasche oder Laptop”. Digital Natives sind wohl die Leute, die mit dem Internet groß geworden sind und für die Videospielkultur und der ganze Onlinekram gleichberechtigt neben Zeitungen, Kino, Büchern, TV und Radio steht.

Du bist 33 Jahre alt und hast natürlich auch einen eigenen Computer. Seit wann besitzt du ihn und musst nicht mehr den Familien-PC benutzen?

Einen eigenen Computer habe ich seit meinem 10. Geburtstag – ich bekam als einer der letzten im Freundeskreis einen C64 geschenkt. Der war noch mit Datasette und im halb- bis jahrestakt wird seitdem die Technik aktualisiert. Diskettenlaufwerk, Farbmonitor, neue Joysticks. Papa kaufte sich einen PC von Schneider Namens “Joyce”, ein 386, ich wechselte über zum Amiga 500. Gameboy, Megadrive, SNES kamen irgendwann, ich träumte vom Neo Geo, kannte aber jemanden, der so ein Ding hatte.

Ich habe Kiloweise Handbücher für Windows 3.11 und Word (irgendwas ganz altes) gelesen, versucht die Buchhaltung im Familienbetrieb auf den Rechner zu heben (hat geklappt), am neuen Arbeits-PC (486 – wow) vom Papa absolute mind-blowing-Erlebnisse mit System Shock und Wing Commander gehabt, wechselte vom Amiga 500 auf den Amiga 1200, kaufte ein Modem, die Playstation zog ins Haus, ich nach Berlin, da dann ein PC, Pentium irgendwas, irgendwann gab es DSL anstatt ISDN, neuer PC, nochmal neuer PC, irgendwann ein ALDI-Laptop (läuft heute, nach über 6 Jahren immer noch), Nintendo Gamecube, Gameboy Advance, Nintendo DS, Nintendo Wii, schnelles Laptop von Dell und zwischendrin immer wieder wechselnde Rechner am Arbeitsplatz.

Ich nutze immer mehr das Handy zum lesen von Onlinekram. Einen Familien-PC gab es in diesem Sinne bei mir noch nie.

Wo bewegst du dich denn im Internet? Hast du eine eigene Homepage bzw. einen Blog?

Ich schreibe seit Jahren Stuss in dieses Blog, besitze noch ein paar andere Blogs, eine Homepage hatte ich noch nie. Ich bin den ganzen Tag online, daher macht eine Liste mit “wo bewegst du dich” allein aus Platzgründen keinen Sinn. Einen groben Überblick über “Sven im Internet” bekommt man auf meiner Friendfeedseite oder auf meinem XING-Profil.
MeinVZ will ich nicht kennen, die deutsche Wikipedia finde ich inzwischen doof und in Foren bin ich sehr selten aktiv.

Und wie schaut bei dir ein normaler Tag – in Bezug auf das Internet – aus? Kannst du deinen Tagesablauf beschreiben, also wie oft du am Tag E-Mails, Facebook- oder Twitter-Mitteilungen checkst?

Ich lasse mich vom Handy wecken und wanke nach dem üblichen morgendlichen Pflegekram aus dem Haus und Laufe 10 Minuten zur U-Bahn. Wenn es nicht regnet, lese ich dabei meine Mails auf dem Handy und versuche mich mit m.spiegel.de, Google News, Welt kompakt, Telepolis und einigen anderen auf dem Laufenden zu halten. Die Nachrichtenwebseiten schaffe ich während der Zigarette, die ich im Laufen rauche. Die restlichen 30 Minuten U-Bahnfahrt lese ich meinen Google Reader leer. Ich schreibe zwischendurch Stuss auf Twitter, meistens lüge ich mir da einen zurecht, manchmal auch nicht, in der U-Bahn passiert genügend Stuss, den ich twittern kann.

Auf Arbeit surfe ich dann 8 Stunden lang im Internet. Ich arbeite gleich vor zwei Rechnern, kümmere mich um hunderte Webseiten, schreibe Zeug, diskutiere, Bespreche, Telefoniere, ärger mich über Technik, lege zahlreiche Bookmarks zum später lesen ab, lese sie nie, surfe rum, schreibe Zeug ins Blog, lade Fotos auf Flickr, manchmal auf Twitpic, beantworte und lese viel zu viele Mails und versuche den Admin zu bestechen.

Nach Feierabend mache ich manchmal Podcasts, verabrede mich über Twitter zum Bier, fahre nach Hause, lese meinen Feed-Reader leer, zwischendurch schaue ich auf Rivva.de, popurls.com oder techmeme.com vorbei und schwupps, ist ein wieder ein Tag rum.

Das Internet wird dann von der anderen Seite der Welt mit Zeug gefüllt, dass ich dann am nächsten morgen wieder weglesen kann.

Welche Rolle spielt das Internet auf der Arbeit? Habt ihr auf der Arbeit Computer mit Internetzugang und lernt ihr gezielt mit dem Internet zu arbeiten, also beispielsweise darin zu recherchieren? Und werdet/wurdet ihr auf der Arbeit von euren Vorgesetzten darüber aufgeklärt, was ihr im Internet dürft und was nicht?

Jeder meiner über 2.000 Kollegen hat einen Computer und alle sind online, unsere Arbeit spielt sich zum grossen Teil im Internet ab. Die meisten Resourcen die ich zur Arbeit benötige finde ich im Internet, hätte ich kein Internet, wäre ich wie ein Förster ohne Wald oder ein Metzger auf dem mond — völlig hilflos.

Meine Eltern und Freunde haben mir beigebracht, was ich darf und was nicht, das gilt auch für das Internet.

Einige Gerichte haben entschieden, dass Eltern haften und Schadensersatz bezahlen müssen, wenn ihre Kinder im Internet das Recht verletzen. Denn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können in vielen Fällen noch nicht belangt werden. Beaufsichtigst du deine Kinder, wenn sie im Internet sind? Und hast du deine Kinder über „richtiges Verhalten” im Internet geredet?

Ja, ich habe mit ihm geredet, aber mit seinen 11 Monaten findet er es deutlich spannender in die Tastatur zu beissen und die Tasten rauszureissen als sich im Netz zu bewegen.

Später wird er vielleicht extrem viel mehr Ahnung vom Internetz haben als die meisten seiner Schulfreunde. Vielleicht auch nicht, wer weiß. Dafür ist es noch zu früh.

Was verstehst du persönlich – unabhängig von der Meinung deiner Kollegen, Freunde oder anderen – unter „richtigem Verhalten” im Netz?

hm. ich verstehe die frage nicht. Ruhig bleiben, nicht sofort den Anwalt anrufen, auf andere Rücksicht nehmen? Richtiges Verhalten ist so eine Sache, das klappt in der Masse gesehen noch nicht mal auf der Autobahn mit echt überschaubaren Regeln. Ich wurde noch nie abgemahnt, habe noch nie eins auf die Fresse bekommen für mein Blog, wurde noch nie dafür gefeuert, also habe ich wohl bislang alles richtig gemacht.

Beziehst du Musik und Filme aus dem Internet? Kostet das Herunterladen dann etwas und machst du das auch schonmal illegal?

Nein. Ja. Nein. Blöde Frage.

Hast du eine Vorstellung warum das Kopieren von Musik und Filmen im Internet in vielen Fällen nicht erlaubt ist? Findest du es richtig, dass das Hoch- und Herunterladen in den meisten Fällen nicht erlaubt ist?

Ja, habe ich. Blöde Frage.

Sollte man deiner Meinung nach alles, was im Internet verfügbar ist, auch frei nutzen dürfen? Oder kannst du auch die Urheber verstehen, die das nicht möchten?

Nein, man sollte nicht alles frei nutzen können. Ich wöllte das nicht. Auf diese ganze Urheberrechtskacke habe ich keine Lust, damit sollen sich andere beschäftigen. Ich wäre aber froh, wenn endlich mal die erste Abmahnung für Urheberrechtsverletzungen auf 50€ gedeckelt wird. Egal ob gewerblich oder privat.

Du hast erzählt, dass du ein Profil bei Facebook hast. Wie stellst du dich dort selber dar? Wer darf sich alles dein Profil anschauen?

Keine Ahnung, muss ich gleich mal nachsehen, ob ich da was eingestellt habe. Ich stelle mich dort als Internetfuzzi mit Hang zu Hamburg und Berlin dar.

Hast du das Gefühl, dass du dich zu anderen im Internet anders, vielleicht offener und direkter, als wenn sie in natura vor dir stehen?

Das ich mich im Internet zu anderen was mache? Verhalte?
Anders bestimmt. Ich bin in Internet größtenteils nicht abmahnfähig. Im echten Leben schon, ein Abend mit den Jungs bei zwei, drei Bier und ich könnte eine halbe Kanzlei mit Beleidigungen und sonstigem Quatsch beschäftigen. Ich schimpfe gerne, bin manchmal sehr direkt und fliege damit regelmässig auf die Fresse. Im Internet bin ich etwas höflicher, hauptsächlich aus finanziellen Gründen. Ausserdem lesen sich Texte ohne Schimpfwörter meisten besser.

Ein bekannter Wissenschaftler hat einmal gesagt: „Das Internet vergisst nie.” Was meinst du, hat er damit gemeint?

Wer war das? Oh, blöd, hat das Internet das vergessen? Was wollte ich jetzt schreiben? Habe ich vergessen.

Das mit dem nie ist totaler Quatsch. Meine ersten Webseiten sind schon lange “vergessen” im Sinne von Offline. Gesamt Geocities ist seit ein paar Tagen weg und vergessen. ich weiß nicht, was mit meinem Kram, der zur Zeit im Netz zu finden ist, in 5 Jahren passiert. Ob es dann dieses StudiVZ noch gibt? Die haben sich die letzten Jahre kaum geändert, ob die das nochmal 5 Jahre durchhalten oder einfach abgeschaltet werden?

Ich finde die aktuelle Entwicklung mit “der Staat vergisst nie” dann doch bedrohlicher. Vorratsdatenspeicherung mal als Stichwort. Das wird sicherlich nicht besser in den nächsten Jahren.

Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass dein Arbeitgeber dich dann vielleicht vor dem Bewerbungsgespräch googelt und dabei peinliche Fotos von dir findet?

Ja, habe ich. Ich habe einmal einem potentiellen Arbeitgeber als Bewerbung einen Link zu meinem Namen als Google-Suche geschickt. Fand er ganz aufregend, hatte er von 99% der danach sichtbaren Dinger noch nie etwas gehört.

Ich hoffe, die Fotos von mir sind nicht zu peinlich, aber ich finde es schon stulle, was die Leute da teilweise online stellen. Ich will mich nicht zum Deppen machen, online wie offline.

Die „Generation Internet”, der du ja angehörst, unterscheidet sich auch deshalb von früheren Generationen, weil es für sie ganz normal ist, Kontakte übers Internet zu knüpfen. Wahrscheinlich hast du auch schon Leute übers Internet kennengelernt. Wie kam es zu den Kontakten und habt ihr euch auch in der „realen Welt” schon einmal getroffen?

Na klar habe ich schonmal Leute aus dem Internet getroffen. Inzwischen dürften es ein paar Hundert sein. Ich kann mir aber nie merken wie sie heissen, die Unterschiede zwischen Twitter-Nickname, Blogname, Blog-Autorenname und Klarname sind bei einigen einfach zu groß.

Auf Konferenzen, Barcamps, beim Podcasten, irgendwelchen Twitter-Dingsbums oder einfach nur auf nen Kaffee oder zum Bier – ich treffe mich regelmässig mit Leuten die ich im Prinzip ausschliesslich aus dem Internet kenne.

Ich mache das ja schon ein paar Jahre. Aus anfänglich losen Bekanntschaften die auf “ich lese dein Blog” und Mailverkehr bestanden sind echte Freundschaften entstanden.

Hattest du vor Bloggertreffen Angst, dass sich in Wirklichkeit ganz andere Personen hinter den Bloggern verbergen als du erwartet hast?

Nö. Wieso?

Du bist erstaunlich gut über Problemfelder im Internet und Verhaltensregeln informiert. Woher hast du dein Wissen, wenn du es nicht in der Schule oder von deinen Eltern gelernt hast?

Von Google? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.

Sven, herzlichen Dank für das Gespräch!

gerne.

die fragen stammen ursprünglich von anja assion und wurden teilweise von Felix modifiziert.

Eine so einfache Frage. Wo steht das älteste Gebäude?

Wisst ihr was? Seit Stunden lese ich mich in wundervoll bekloppte Berliner Kleinbürgerlichkeit ein um diese einfache Frage zu beantworten. Berlin gibt bei der einfachen Fragen nach dem ältesten Gebäude zaudernd und ich korrigiere mit diesem Artikel auch den Fehler in Google, wenn man das “älteste Gebäude in Berlin” sucht.

Ich beginne mit Hamburg.

In der Hansestadt ist die Frage nach dem ältesten Gebäude sehr einfach zu beantworten. Das älteste Gebäude in Hamburg ist der Leuchtturm auf der Insel Neuwerk.

screenshot Google Earth Leuchtturm Insel Neuwerk

Foto: Google Earth Leuchtturm Insel Neuwerk uploaded by svensonsan

Den hat jemand als 3D Dings in Google Earth drapiert und der sieht dann irgendwie so aus.

In echt ist die Auflösung besser und dann sieht der Leuchtturm auf der Insel Neuwerk so aus.

Ist doch ganz hübsch, oder? Die Klugscheisser in der Wikipedia schreiben dazu:

“… Er wurde 1310 fertiggestellt und diente auch als Schutz vor Seeräubern. Er ist das älteste Gebäude der Hansestadt Hamburg. Das heute noch funktionsfähige Leuchtfeuer auf dem Turm wurde 1814 eingerichtet. Wegen seiner Lage am Zusammenfluss von Elbe- und Wesermündung war es ein wichtiges Seezeichen. …”

Quelle: Wikipedia – Neuwerk (Insel)

Da lernt man auch gleich, dass die Insel Neuwerk im Sommer als Zuchtstation zur Begattung von Bienenköniginnen dient. Was es alles gibt.

Jetzt aber zu den Berlinern.

Vorab muss man wissen, dass Berlin rein technisch gesehen nur eine Sammlung von sehr vielen Dörfern war und noch ist. Vereinfacht gesagt: Was früher das Dorf war, ist heute der Kiez. Berlin hat viele Kieze und ist aus/in viele Dörfer gewachsen. Jedes Dorf mit etwas Geld hat sich damals natürlich eine Kirche gebaut und demnach ist das älteste Gebäude in Berlin eine Kirche. Soweit so gut, darauf kommt man mit minimaler Logik auch selbst.

Das Problem ist nur, welche Kirche in Berlin als ältestes Gebäude tituliert werden darf.

Hier treffen die Berliner “Mein Kiez, beste Kiez, da mach ich Poller rum, da kannste sehen wo du bleibst” Mentalität, verschiedene Kirchen und die Tatsache, dass etliche Dorfkirchen wahrscheinlich zur gleichen Zeit gebaut wurden zusammen.

In Berlin gibt es über 50 Dorfkirchen. Alle sind alt, alle sind/waren mal wichtig und daraus ergibt sich die lustige Tatsache, dass gleich mehrere Dorfkirchen, unter anderem die von Biesdorf, Karow und Marienfelde, den Titel für das Ältestes Bauwerk Berlins für sich beanspruchen.

Herrlich. Ich liebe Berlin für sowas. Anstatt für den Rest der Welt zu sagen: “das ist das älteste Gebäude, Kostet aber Eintritt” streiten die sich um diese blöde Frage wie kleine Kinder im Sandkasten um die Schippe. Wundervoll.
Es gibt auch noch die Nikolaikirche in Berlin Mitte. Das halbe Internet meint, sie sei das älteste Gebäude, aber anscheinend stimmt das nicht.

Dorfkirche Marienfelde (im Regen)

Foto: Dorfkirche Marienfelde (im Regen) uploaded by Schockwellenreiter

Die Wikipedia und etliche andere behaupten, dass die Dorfkirche Marienfelde in Berlin-Marienfelde mit Baujahr ca. 1220 das älteste Gebäude in Berlin ist und nicht die Nikolaikirche. Auch wenn das Landesdenkmalamt Berlin mir in dieser Frage nicht weiterhelfen konnte, ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Kirche in Marienfelde das älteste Gebäude ist.

Das ergibt einen prima Punktestand.

Das älteste Gebäude Hamburg vs. Berlin 1220 : 1310

Hier gewinnt Berlin. Egal welche der vier Kirchen wirklich die Älteste ist, alle sind vor dem Leuchtturm auf Neuwerk gebaut worden.

Danke liebes Internet. Das war grandios.

Kurze Blick zurück. Damals, am 13.9. wurde dieses Foto gebloggt. Das wurde weiter verbloggt, u.a. bei Nerdcore und Spreeblick und war eigentlich, wie unzählige weitere Themen im Netz, bereits durch. Treu nach der Maxime: Gesehen, gelesen, gelacht, gelöscht vergessen.

Aber diesmal war das irgendwie anders. Das Plakat erschien wieder auf dem Radar der Internetfuzzies. Jonny Haeusler schrieb:

Am Donnerstag versuchten einige Spreeblick-Leserinnen und -Leser, den Witz zu erklären, obwohl man das ja generell nicht machen soll. Edgar hatte dann die Idee zu einem Flashmob beim Besuch der Kanzlerin in Hamburg am Freitag Abend, eine Idee, die via Twitter schnell Begeisterung auslöste. Außerdem tauchten erste Rufe nach einem Song auf.

Quelle: Und alle so: Yeaahh – Flashmob in Hamburg [Update]

Ich fand das ebenfalls lustig und schrieb einen Artikel über das Plakat und die Kanzlerin. Meine erste Wahlveranstaltung zur Bundestagswahl 2009 dann ausgerechnet bei der CDU. Ich hetze am Freitag nach einem anstrengend Tag zum Gänsemarkt. Gedränge, Geschiebe, schon 19 Uhr, keine Kanzlerin in Sicht, der Gänsemarkt war sehr voll, erstaunlich wenig Polizei in Sicht und das Publikum war in großen Teilen schon sehr deutlich CDU.

Ich suchte mir einen Platz, fand aber nur eine Lücke hinter einem Wahlplakat der Linken mit Sicht auf einen CDU Ballon und eine Fahne der Piratenpartei. Politik, wo ich hinsah, aber deswegen war ich ja da.

Keine Kanzlerin in Sicht, stattdessen spielte eine semi-schlechte Band ABBA Songs, unter anderem “Waterloo”. Alle 5 Minuten sagte der Moderater, dass die Kanzlerin “gleich” kommt.

Anstatt der Kanzlerin sprachen dann erstmal irgendwelche Lokalpolitiker, ich glaube es war Ole von Beust und noch jemand, dessen Namen ich aber wieder vergessen habe.

Hier ging es dann los mit den “Yeaahh” und ich konnte es kaum glauben. Ole erzählt etwas und das Publikum ruft nach fast jedem Satz relativ laut “Yeaahh”. Die Situationskomik wurde erheblich gesteigert durch den Umstand, dass sich die Herren auf der Bühne tierisch über den Jubel freuten, was die “Yeaahh”-Rufe nur lauter werden lies.

Was habe ich gelacht. Kann man sich gar nicht vorstellen. Da stand ich mitten auf dem Gänsemarkt im ansonsten stocksteifen Hamburg und das Volk schafft einen solch wundervollen Moment im langweiligsten Bundestagswahlkampf der Welt.
Wundervoll, grandios, einzigartig.
Gänsehaut am Gänsemarkt mit Freudentränen.

Irgendwann erschien dann die Kanzlerin. Ich muss Respekt für den Umstand zollen, dass sie ihre Rede ohne jede Miene oder eingeschummeltes “Yeaahh” einfach so vorlas. Nicht schlecht, uns Ole von Beust hätte das nicht geschafft.

Bis der “Yeaahh”-Effekt bei der Kanzlerin richtig zündete mussten die Atomkraftgegner und besonders der Arsch mit der Trillerpfeife direkt hinter mir erstmal ordentlich Alarm machen. Mit Plakaten und scheiß Trillerpfeifen und jeder Menge Buu-Rufen war Frau Merkel erstmal unhörbar, selbst die “Yeaahh”-Rufe gingen im Trubel unter. Nach einigen Minuten nahmen die Atom-Gegner ihre zahlreichen Plakate wieder runter und schlossen sich der “Yeaahh”-Fraktion an. Ab da wurde es dann legendär.

Das Timing war oftmals schlecht, aber einige “Yeaahh” waren schlicht perfekt. Nach Sätzen wie “Wir haben 5 Millionen Arbeitslose” ein jubelndes Publikum zu hören ist einfach lustig.
Auf Twitter feiern sich die Internetfuzzies selbst und selbst der Spiegel schreibt: Merkel in Hamburg – und alle rufen “Yeaahh”

Sehr nett war auch der Kommentar eines älteren Herren zum Ende der Rede:

Hier war viel mehr Stimmung als bei Steinmeier

Quelle: unbekannter Opa aus der CDU Hauptwählergruppe der alten Säcke auf dem Gänsemarkt in Hamburg
(in diesem Moment hatte der Spaß bei mir ein Loch, fiel mir doch ein, dass sich die CDU sicherlich einen Ast freut darüber, dass wir sie bejubeln und 90% im Publikum den Spaß nicht im Ansatz verstehen).

Wer sich das selbst ansehen will, nach dem Klick auf “weiterlesen” weiter unten gibt es ein paar Videos. Ich kaufe mir jetzt erstmal das T-Shirts dazu und verteile die Punkte.

Heute ist das eine glasklare Sache, Hamburg gewinnt Haushoch. Die Kanzlerin war da und alle so “Yeaahh” – Hamburg vs. Berlin 6000:0

Berlin kann das aber noch toppen. Wahlkampfabschlussveranstaltung: Samstag, 26. September 2009 – 12:00, Berlin, Arena Treptow. Da kann die Hauptstadt dann mal zeigen was sie kann. Hamburg hat hier ausnahmsweise mal etwas vor Berlin geschaffen und die Berliner können nur gelangweilt nachziehen. Nochmal, danke liebes Internet. Das war grandios.

Klicken für die Videos.
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Es gibt jetzt den Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2009. Der Wahl-O-Mat stellt 38 Fragen zu Themen wie Wehrpflicht, Rente, Mindestlohn, Onlinedurchsuchung, etc. und zeigt am Ende die Übereinstimmungen mit den verschiedenen Parteien.

Dass ist soweit ganz nett, hat leider auch viele Haken und so, aber der Wahl-O-Mat ist Lichtjahre besser als der zur Zeit stattfindende langweiligste Wahlkampf aller Zeiten.

Nach einer Woche Urlaub und vielen Kilometern Landstraße im Norden der Republik darf ich sagen, dass alle Parteien irgendwie das Gleiche von mir wollen.

Zumindest nach den beliebig austauschbaren Plakaten. Es werden nur die Namen und die Farbe ausgetauscht. Schlimm ist das. Weichgespülter Mist in einer langweiligen Wahlshow. Wie bitter ist es, wenn ich in einem Online-Klick-Ding wie dem Wahl-O-Mat mehr über die Parteien lese und erfahre als im Wahlkampf?

Ob ich, wie oben genannt, wählen werde … mal sehen.

Ich hoffe, dass meine treuen Leser zumindest nicht die Schergen von CDU/CSU wählen.

Also, ab zum Wahl-O-Mat und nach 5 Minuten mehr über die Parteien wissen als es der gesamte Wahlkampf bislang vermitteln konnte.

Kinder sind in wahlkampfzeiten beliebte fotomotive, bei despoten, CDU, SPD und politikern anderer parteien gleichermassen. in der realpolitik scheinen kinder ebenso beliebt zu sein, als möglichkeit kosten zu sparen. moni sagt:

Was der rot-rote Senat in den letzten anderthalb Jahren mit uns gemacht hat, ist blanker Hohn; ein unvergleichliches Trauerspiel der Politik. Wie man uns in Senatsgesprächen immer wieder vertröstet hat, nur um kurze Zeit später die Bewilligungen eben doch nicht auszustellen. Zum Glück spricht die neueste Pressemitteilung der Grünen vom 12. August deutlich aus, wie jämmerlich sich SPD und Linke beim Thema Schulhelfer verhalten haben und weiter verhalten:

Rot-rot muss Schulhelfer-Chaos beenden

moni meint, dass ihr sohn john ab übernächster woche nicht mehr voll beschult werden könne, „wenn sich nichts ändert“. sie könne dann nicht mehr arbeiten oder john müsse in ein heim.

der verein „Elternzentrum Berlin“, den moni mitgegründet hat, braucht für weiteres lobbying geld und ruft zu spenden auf. bis zum 5. september müssten 2.772 euro zusammenkommen, damit der verein eine anzeige schalten kann. mehr dazu bei moni.

HIER klicken und online etwas spenden.

Das habe ich eben auch gemacht. 20 Euro habe ich gespendet. Du auch?

Text geklaut bei wirres.net.
via: Anke Gröner, xrays.antville.org, mequito und natürlich gedankenträger

In Sachen Schulhelfer blamiert sich Berlin. Ein Rot-Roter Senat spackt bei so einem Thema rum wie es die FDP mit 8kg Koks in der Blutbahn nicht schlimmer machen könnte.

Bosch-Akkuschrauber PSR 14.4 mit Katze

Foto: Bosch-Akkuschrauber PSR 14.4 mit Katze

Zu den Dingen, die man im Leben als Junge mal gemacht haben sollte, gehört auch der Kauf eines Akkubohrschraubers. Anlässlich des Umzugs vor ein paar Monaten in die neue Wohnung habe ich mir, nach endloser Recherche im Netz, einen Bosch-Akkubohrschrauber PSR 14.4 gekauft.

Liebe mitlesenden Jungs: Das Teil ist super.

Da ist eine Lampe eingebaut, die genau die Stelle beleuchtet, an der man sich mit der verdammten Schraube abmüht. Er ist einigermaßen leicht, der Akku hält gefühlt eine halbe Ewigkeit und der Akkubohrer wird in einem brauchbaren Koffer geliefert.

Dazu gibt es noch ein Bit-Set, das eher mittelmäßig ist, für den normalen Kram in der Wohnung aber absolut ausreicht. Wer überlegt, welchen Akkuschrauber er kaufen soll: Mit dem Bosch PSR 14.4 kann man für den Haushalt wenig falsch machen.

In Berlin habe ich mich Jahrelang mit einem billigst-billig Teil aus dem Baumarkt abgemüht. Hat damals nur ‘nen Appel und ‘n Ei gekostet. Nach ein paar Jahren und einigen Umzügen hat er sich dann in Rauch aufgelöst. Ein kurzer Zucken bei einer schweren Schraube und qualmend gab es einen Motorschaden. Da war er kaputt und flog in die Mülltonne.

Der Bosch Akkubohrer fühlt sich so an, als ob er ein halbes Leben lang hält. Er kostet zwar 114€, die für einige Diskussionen mit der Haushaltskasse sorgten, am Ende aber habe ich mit dem Argument: “damit wird die Wohnung viel schneller total hübsch” gewonnen.

Darum bekommt Hamburg die Punkte. Selten habe ich so viele Schrauben in so kurzer Zeit verschraubt. Jede Schraube ein Genuss. Ehrlich. Ich habe sogar extra alle Regale angeschraubt nur um extra noch ein paar Schrauben zu verschrauben. Mann will ja mit seinen Spielsachen spielen.

Bosch-Akkubohrschrauber PSR 14.4 – Hamburg vs. Berlin 14:4

Ach ja, dass ich, angesichts des Podcast-Kollegen Boschblog einen Akkubohrschrauber der Firma Bosch kaufe versteht sich von selbst.

ps: Gekauft habe ich den Bosch Akkubohrschrauber bei www.elektro-plus.de und nein, ich habe keinen Rabatt für diesen Blogartikel bekommen. Die waren einfach so freundlich und schnell, dass sie sich diese Erwähnung verdient haben.

Der Mitteldeutsche Übername “ficken” ist immer wieder ein Quell für kurzzeitige Belustigung.

Früher nannte man die Familien Ficks noch Vicke. Ihr erstes bekanntes Erscheinen war um 1294. Als Figgi gibt es sie erstmalig um 1430.

Fick Museum
Fick Museum
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Die Ficks sind ein alter Familienname der heutzutage fast ausschließlich als Schimpfwort genutzt wird. Komisch eigentlich, bedeutet “vicke” doch auch Tasche und nicht nur “reiben” und “stechen”, wie es überall im Netz erwähnt wird.

In Hamburg sind die Ficks zahlreich vertreten – ganze 34 Familien Namens Fick kennt das Telefonbuch – die Dunkelziffer liegt gewiss höher.

In Berlin hingegen gibt es keine Ficks. Die Suche im Telefonbuch findet in Berlin keine einzige Familie Fick.

Bis hierhin dachte ich, dass dies ein prima Google-Artikel wird, aber bei 34:0 werde ich dann doch kurz nachdenklich.

Warum gibt es in Berlin keine Ficks, in Hamburg gleich 34? Hamburg ist so viel kleiner als die weltoffene “hier-geht-alles-auch-komische-Nachnamen” Hauptstadt Berlin. Sind die alle aus Berlin nach Hamburg gewandert? Haben die Nazis/Russen/Stasi/SED/sonstwer etwas damit zu tun? Immerhin gibt es im Umland um Hamburg noch viel mehr Ficks. Aber warum keinen einzigen in Berlin? Es gibt in Berlin jeden erdenklichen Ramsch, Stuss und Schwachsinn, aber warum gibt es keine Familie Fick?

Ich werde es nie verstehen, vergebe aber Punkte an die Hansestadt Hamburg. Der Kiez und die Reeperbahn freuen sich, der Volksmund auch, hat er doch wieder etwas zu lachen. Ein kurzer Spaß mit einem 800 Jahre alten Namen und zwei Zahlen, die man nach dem 4. Bier im Smalltalk fallen lassen kann.

Hamburger Ficks vs Berlin 34:0