Jugendschutzprogramm.de ist eine Filtersoftware, die Eltern auf Ihrem Computer installieren können, damit Ihre Kinder sicher vor Erotik und Gewalt im Internet surfen können.

Quelle: Jugendschutzprogramm.de

Hält die Software was sie verspricht? Blockt sie das gesamte Internet weg? Lässt sie Schmuddelkram durch?

Einer muss es ja machen. Ich habe die Filtersoftware ausprobiert.
Aufbauend auf meinen Artikel Neues vom JMStV und Jugenschutz im Internet teste ich die JusProg-Software 4.1., surfe herum und prüfe, ob meine Behauptung, die Software kann keine Subdomains, auch stimmt.

Man sieht der Software an, dass sie neu und ein Kompromiss ist.

Screenshot jugenschutzprogramm.de Installation unbekannter Fehler

Screenshot jugenschutzprogramm.de Installation unbekannter Fehler
Quelle: www.jugendschutzprogramm.de/ Filtersoftware © 2011 JusProg e.V. & Cybits AG

Die Installation wirft einen unbekannten Fehler und ist komplizierter als gedacht. Der unbekannte Fehler will eigentlich sagen, dass ich mir Microsoft .NET installieren muss. Sieht man aber erst nach dem Klick. Klingt für uns albern, aber lass das mal deine Eltern machen.

Screenshot jugenschutzfiltersoftware

Screenshot jugenschutzfiltersoftware
Quelle: www.jugendschutzprogramm.de/ Filtersoftware © 2011 JusProg e.V. & Cybits AG

So sieht sie aus.Die Oberfläche empfinde ich als unübersichtlich. Die Hilfe ist nur Online zugänglich, die Grafiken sind teilweise undeutlich, die Software will im Standard die Premium-Version installieren und ehrlich gesagt verstehe ich einige der wenigen Optionen in der Software nicht.

Die Software reagiert insgesamt träge und mein seit zwei Jahren stabil laufender Rechner ist seit der Installation der Filtersoftware gleich mehrmal komplett abgestürzt. Ohne Bluescreen, ohne Fehlermeldung, einfach ZACK – aus und Neustart. Das ist, milde formuliert, doof. Das die Software nach Installation und jedem Neustart, allen Systemeinstellungen zum Trotz, immer den Opera-Browser öffnet ist im Vergleich nur leicht nervig.

Screenshot jugenschutzprogramm.de Webseiten melden

Screenshot jugenschutzprogramm.de Webseiten melden
Quelle: www.jugendschutzprogramm.de/ Filtersoftware © 2011 JusProg e.V. & Cybits AG

Weiterer bitterer Nebengeschmack.
Ich habe jetzt einen Logger auf meinem Rechner. Die Filtersoftware meldet, soweit ich mich erinnern kann sogar voreingestellt, alle besuchten Webseiten an Jugendschutzprogramm. Zumindest verstehe ich den Text so, dass wirklich alle besuchten Webseiten an die Firma gemeldet werden.

Genug davon.

Ich teste jetzt einige völlig harmlose Gärtner-, Muddi-, Katzen-, und Städteblogs. Einige große Portale. Einige besucherstarke Webseiten. Nachrichtenportale und ein paar Seiten aus der Politik ist auch dabei. Ein primitiver, nicht aussagekräftiger Test, den jeder selbst machen kann.

Und wenn ihr das selbst macht, werdet ihr sehen, dass die Software nix taugt.
Es gibt doch eine Unterscheidung bei Subdomains.

Als Hamburg-Berlin Bloger beginne ich natürlich mit den

Städte-, bzw. Lokalblogs
ruhrbarone ab 6 Jahre
notesofberlin ab 12 Jahre
heddesheimblog.de ab 12 Jahre
modersohn-magazin.de ab 18 Jahre
hauptstadtblog.de ab 18 Jahre
fudder.de ab 12 Jahre
ostkreuzblog.de ab 12 Jahre

Screenshot </p>
<p>jugenschutzfilter.de Meldung gesperrte Webseite

Screenshot jugenschutzfilter.de Meldung pop64.de ist gesperrt
Quelle: www.jugendschutzprogramm.de/ Filtersoftware © 2011 JusProg e.V. &

Cybits AG

Politik
SPD Hamburg ab 6 Jahre
SPD Berlin ab 6 Jahre
CDU Hamburg ab 12 Jahre
CDU Berlin ab 12 Jahre
Die Grünen Hamburg ab 6 Jahre
Die Grünen Berlin ab 12 Jahre
Piratenpartei Hamburg ab 6 Jahre
Piratenpartei Berlin ab 6 Jahre
www.landtag.nrw.de Jugendfreigabe – ab 0 Jahre
spd-fraktion.landtag.nrw.de ab 6 Jahre

harmlose Muddi- Vaddi- Bastel- Kreativ- Garten-Blogs
hamburgerliebe.blogspot.com ab 16 Jahre
luziapimpinella.blogspot.com ab 18 Jahre
berlinerluftinhamburg.blogspot.com ab 16 Jahre
tonari.wordpress.com ab 16 Jahre
landgefluester.wordpress.com ab 16 Jahre
schrecklichschoenesleben.wordpress.com ab 16 Jahre
terragina.de/blog ab 12 Jahre
friedafliegenpilz.blogspot.com ab 16 Jahre
herzdamengeschichten.de ab 12 Jahre
annalenaslesestuebchen.wordpress.com ab 16 Jahre
gartenbuddelei.blogspot.com ab 16 Jahre
gaertnerblog.de/blog ab 12 Jahre
dadsaretheoriginalhipster.tumblr.com ab 12 Jahre
tumblr.thedailywh.at ab 12 Jahre ??
links.laughingsquid.com ab 18 Jahre
animalsbeingdicks.com ab 12 Jahre, aber ohne Inhalt, die sieht man erst ab 18 Jahre
iwdrm.tumblr.com ab 12 Jahre

Essen
hamburgkocht.blogspot.com ab 16 Jahre
chefkoch.de ab 6 Jahre
mcdonalds.de Jugendfreigabe – ab 0 Jahre
burgerking.de Jugendfreigabe – ab 0 Jahre

TV
rtl.de ab 12 Jahre
prosieben.de/ ab 12 Jahre
ard.de/ ab 12 Jahre
zdf.de/ ab 12 Jahre
kika.de/ Jugendfreigabe – ab 0 Jahre
rtl2.de/ ab 12 Jahre

Populäre Blogs
www.der-postillon.com ab 12 Jahre
stadt-bremerhaven.de ab 12 Jahre
netzpolitik.org ab 6 Jahre
nerdcore.de ab 18 Jahre
netzwertig.com ab 16 Jahre
blog.fefe.de ab 6 Jahre
bildblog.de ab 6 Jahre
lawblog.de ab 12 Jahre
spreeblick.com ab 6 Jahre
mydealz.de/ ab 18 Jahre
excitingcommerce.de ab 12 Jahre

Portale- News- und sonstige Seiten
Rivva ab 6 Jahre
spiegel.de ab 12 Jahre
stern.de ab 12 Jahre
focus.de ab 12 Jahre
yahoo.de ab 12 Jahre
wer-kennt-wen.de
chip.de ab 6 Jahre
welt.de ab 12 Jahre
sueddeutsche.de ab 12 Jahre
kicker.de ab 12 Jahre
myvideo.de ab 18 Jahre
zeit.de ab 12 Jahre
faz.net ab 12 Jahre
n24.de ab 12 Jahre
knuddels.de Jugendfreigabe – ab 0 Jahre
golem.de ab 12 Jahre
bild.de ab 12 Jahre, auch die BILD-Girls
myspace.com ab 16 Jahre
clipfish.de Sonderfall. Texte werden ab 12 Jahre angezeigt, Videos aber erst ab 18 Jahre
Finya.de ab 16 Jahre

pop64.de ab 6 Jahre

Fazit

Man erkennt sehr schön, dass der Filter teilweise komisch ist. Fefe ab 6 Jahre? Ein Gartenblog aber erst ab 16 Jahre? TheDailyWhat hingegen schon ab 12 Jahre?

Es gibt für Webseitenbetreiber keinerlei Hinweis, warum eine Seite geblockt wird. Ebenfalls erfährt das Kind nur, dass die Seite gesperrt ist, aber nicht warum.

Fast witzig hingegen, dass die die CDU ab 12 Jahre, die SPD aber schon ab 6 Jahre ist. Und warum die Grünen in Berlin ab 12, in Hamburg aber ab 6 Jahre sind, kann vermutlich auch niemand erklären.

Ich glaube generell nicht an solche Filter. Einzig eine Whitelist kann halbwegs funktionieren. Alles andere ist, meiner Meinung nach, völliger Quatsch. Schade, dass hier mit den Altersangaben ebenso intransparent verfahren wird, wie bei Videospielen. Wer einmal versucht hat, seine Webseite auf altersklassifizierung.de ernsthaft bewerten zu lassen, wird auch Zweifel an dem Filter bekommen. Ich selbst wundere mich sehr, das mein Blog für Sechsjährige geeignet sein soll.

Wenn gewünscht, ich kann gerne weitere Seiten testen. Schreib einen Kommentar, möglichst nur eine URL pro Kommentar, und ich schaue mir die Seite an und ergänze die Liste.

Update
Im Folgeartikel Jugendschutzprogramm.de Filtersoftware im Praxistest teste ich die Software und muss sagen, dass ich mich hier geirrt habe. Subdomains werden unterschiedlich bewertet. Danke.

Achtung. Spezialexpertenalarm.

Ich habe mich in der Vergangenheit bereits über den deutschen Jugendschutzansatz im Internet aufgeregt.

Dezember 2010: In diesem langen Artikel beschreibe ich, wie sie nach aktueller (2.12.10) Kenntnislage ihre Inhalte im Internet mit einer Alterkennung versehen und so mit minimalen Einsatz von Zeit und Geld maximale Rechtssicherheit erreichen. Des weiteren dokumentiere ich meine Kritik an der genutzten Technik und dem Anspruch des JMStV.


pop64.de – Die Technik des neuen Jugendschutz-Labels – Deutschland will die Welt verändern

und

November 2010: … mit minimalen Einsatz von Zeit und Geld maximale Rechtssicherheit herzustellen …

pop64.de – JMStV – mit minimalen Einsatz von Zeit und Geld maximale Rechtssicherheit

Es gibt seit 9.2.2012 etwas Neues.

Wie man auf blog.koehntopp: Der aktuelle Stand beim Jugendschutz nachlesen kann, hat die KJM zwei Jugendschutzfilter anerkannt.

Das ist ein Meilenstein für alle am JMStV beteiligten Parteien. Endlich gibt es eine Filtersoftware, mit der das Placebo des Jugendschutzes im Internet weiter aufrecht erhalten wird.

Und mit Verlaub, aber das ist wieder mal maximal bescheuert, was ihr da gebaut habt. Wer im Jahr 2012 mit so einen Scheiß ankommt, gehört gefeuert. Durch die Bank alle raus werfen.

Warum? Darum!

1. Die Software läuft nur auf Windows.
via: Pressemitteilung KJM erkennt erstmals zwei Jugendschutzprogramme unter Auflagen an

2. Die Software kann im Ernst keine Subdomains. (WTF? wie kann man so einen Schrott bauen? Serious. Habt ihr sie noch alle?)
via: Telepolis Jugendschutz und politische Zensur
Wer im Jahr 2012 einen Filter ohne Subdomain-Unterstützung baut, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Es gibt drölf Milliarden Blogspot-Blogs, WordPress-Seiten, Jimdo-Pages, Tumblr-Dingens und die SCHLIESST IHR ALLE AUS? Das ist ein Großteil des aktuell existierenden Internet. Da fehlen mir die Worte, ich kann gar nicht ausdrücke wie unfassbar bescheuert das ist.

3. Die Software ist völlig nutzlos, da jeder Jugendliche ein Smartphone hat. Völliges Placebo. Politischer Schwachsinn hoch zehn.

Deutscher Jugendschutz im Internet. Ein einziges, völliges Desaster. Technisch kaputt, politisch gewollt und niemand will es haben.

Lesenswert kommt Holger Bleich in einem umfassenden Artikel zu einem im Prinzip ähnlichen Fazit.

Alterskennzeichnungen nur für inländische Webangebote, wie sie der JMStV vorsieht, sind schon deshalb für die Katz, weil die ungelabelten Websites nur einen Klick weiter auf ausländischen Servern zu finden sind.

Quelle: Unerwünschte Freiheiten – Wie Politik und Wirtschaft beim Online-Jugendschutz scheitern

Und dann gibt es noch einen Zensur-Skandal, der mit den Filtern hoch kocht. Politische Webseiten wie z.B. die Grünen, werden von der Filtersoftware geblockt. Muss man sich mal vorstellen.

Auch wenn verschiedene Seiten nun im Angesicht eines PR-GAUs in einer Nacht- und Nebelaktion aus der Filterliste genommen oder “heruntergestuft” wurden, so galten diese Seiten für die Prüfer bei deren manueller Sichtung zum Zeitpunkt der Einstufung als “jugendgefährdend”.

Quelle Telepolis: Jugendschutz und politische Zensur – Wenn man dem Jugendschutzfilter JusProg Glauben schenkt, ist das politische Netz und auch Telepolis jugendgefährdend

Ich finde den aktuellen Stand beim Jugendschutz im Internet weiterhin desaströs falsch und kaputt.

Wie Experten es machen, kann man z.B. bei Luebue nachlesen.

Weil ich immer wieder von anderen Eltern gefragt werde, wie wir es machen, was sozusagen unsere Systemarchitektur ist, schreibe ich den aktuellen Stand hier mal auf. Ich versuche, eine Balance zu finden zwischen Freiheit und Regeln, zwischen Selbstverantwortung der Kinder und Grenzen, die wir ziehen (müssen und wollen).

Quelle: haltungsturnen.de – Rund um die Uhr online

Schwieriges Thema und traurig, dass es so kaputt gemacht wird. Partei-Webseiten Zensieren im Auftrag des Jugendschutzes? Alle WordPress-Blogs aus technischen Gründen blockieren? Keine Software für den Mac? Eine Webseite, die nur unzureichend informiert? Schade. Sehr schade.

Ich hatte auf mehr gehofft, aber so bleibt der weltweit einmalige deutsche Sonderweg zum Jugendschutz, namentlich die Freiwillige Selbstkontrollen FSM, USK, FSK, FSF, Kommission für Jugendmedienschutz (KJM), öffentl.-rechtl. Rundfunk (ARD, ZDF, Deutschlandradio), Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden (OLJB), Vertreter der Politik (Bund, Länder), Vertreter von Verbänden (u.a. BitKom, eco, VPRT), Vertreter von Unternehmen und Anbieter von Jugendschutzprogrammen ein einziger, realitätsferner Schwachsinn von alten Männern mit Kugelschreibern aus einem anderen Jahrtausend.

Für Fortgeschrittene. Seht euch nur mal die Definition des technischen Labels zur Altersklassifizierung in Telemedien an. Das ist der nächste Level dieses Dramas. Ebenfalls ein Desaster.

Update: Die Sparda Bank Hamburg war so freundlich und hat meine Kreditkarte gesperrt. Nach einer zweiten E-Mail an die Sparda Bank wurde meine im PSN hinterlegte Kreditkarte gesperrtt und ich muss mich, zumindest mit diesem Fall, nicht weiter beschäftigen. Danke sehr.

Es ist ein Drama. Zum ersten Mal weiß ich, dass die Daten meiner Kreditkarte gestohlen wurden.

Wie ca. 77 Millionen andere Menschen war auch in im PlayStation Network (PSN) angemeldet. Da gibt es Kram zum runterladen und ich habe dort auch kleinere Spiele gekauft. Bezahlt wird in diesen online Geschäften mit der Kreditkarte
(Ich habe auch mal im Sony Store Österreich mit prepaid gekauft, das ist aber eine JmStV Geschichte über Indizierte Spiele und Videospielkultur).

Seit ein paar Tagen sagt Sony, dass irgendjemand in ihr PSN eingebrochen ist und man davon ausgehe, dass alle 77 Millionen Daten geklaut wurden. Sony sagt nicht, ob Kreditkartendaten geklaut wurden, aber als normal denkender Mensch muss man davon ausgehen.

Das ist eine krasse Nummer. Fünf bis zehn Cent pro Adresse, dazu irgendwann in ein paar Monaten der Mißbrauch mit den kreditkarten … das läppert sich. Spaßeshalber habe ich bei meiner Bank angefragt, was denn jetzt passiert. Geht die Welt unter? Bekomme ich eine neue Kreditkarte? Was mache ich bei Mißbrauch mit meiner Kreditkarte?

Zum Glück wurde ich bislang, obwohl ich meine Kreditkarte sehr oft im Internet nutze, noch nicht Opfer eines Kreditkartenbetruges. Die SpardaBank Hamburg schickte mir innerhalb von Stunden eine Antwort auf meine Fragen.

In meinen Worten:
“Wir wissen nicht, ob kreditkartendaten gestohlen wurden, bislang gibt es nur Vermutungen, daher sehen wir keine Notwendigkeit für eine präventive Kartensperre.”

Legendär ist dieser Satz:
“Die Kreditkartenorganisation MasterCard wie auch unser technischer Prozessor sind über die Gefahrenlage informiert und haben entsprechende Sicherungsmaßnahmen ergriffen.”

Ich überlege seit erhalt der Mail, was die Sicherungsmaßnahmen sein sollen. Wurde irgendwo eine neue Exceltabelle angelegt? Schaut da jetzt jemand ganz, ganz, doll genau ins Internet und passt auf, dass nix passiert?

Beherzigen werde ich folgendes:
“Sollten Sie Unstimmigkeiten entdecken, bitten wir Sie, umgehend in einer unserer Filialen vorstellig zu werden.
Bis dahin sollten Sie die von der Presse empfohlenen Sicherungsmaßnahmen (siehe z.B. dradio.de oder ARD ) für Ihre genutzten Accountdaten und Mail-Passwörter vornehmen.
Ferner empfehlen wir Ihnen Ihr vergebenes 3D-Secure Kennwort aus Sicherheitsgründen zu ändern, auch wenn dieses im Rahmen des Angriffs auf das Sony-Netzwerk nicht kompromittiert wurde, da dieses Passwort nicht im Sony-Netzwerk hinterlegt war. www.sparda-bank-hamburg.de/konto_und_depot/3dsecure

Warum ich diesen komischen 3d Secure Code ändern soll, der im PSN überhaupt nicht hinterlegt ist erschliesst sich mir auch nicht. Da die aber die einzige mögliche Tätigkeit (Tat im Sinne von “ich mache jetzt was, danach ist es bestimmt besser) meinerseits ist, verstehe ich, dass sie das als Antwort rausschicken.

Blöde Sache das alles, mit einer lesenswerten Seite in der Wikipedia PlayStation Network outage.

Wie kann man sich nur 77 Millionen Userdaten klauen lassen (und vor allem erst nach zwei fucking Tagen bemerken, dass überhaupt etwas passiert ist).

Richtig verkackt hat Sony allerdings, dass sie erst bei Aufklärung des PSN Hack bemerken, dass eine Woche vorher schonmal jemand die Daten aus dem Sony Online Entertainment (SOE) geklaut hat. Das ist im Prinzip eine eigene Firma/Abteilung, die Spiele entwickelt, die dann übers Netz gegeneinander gespielt werden können (vereinfacht gesgat). Aus dem SOE wurden nochmal 25 Millionen Profile und zig tausend Kreditkarten und Bank Verbindungen aus einer “hups, da lag ja noch eine Test-DB mit Echtdaten aus 2007 auf dem Live Servern” Datenbank geklaut.
Quelle: joystiq.com – SOE answers our questions about the recent database incursion

Ich kaufe mir eine XBox360. Oder die neue Wii, die es bald geben wird.

Sony ist mit dieser Aktion nicht nur auf YouTube totaler Scheiss, selbst die von mir geliebte Playstation3 ist jetzt deutlich scheissiger geworden und ich verzichte in Zukunft vielleicht darauf, meine Kreditkartendaten an Sony zu geben. Wozu gibt es prepaid?

In diesem langen Artikel beschreibe ich, wie sie nach aktueller (2.12.10) Kenntnislage ihre Inhalte im Internet mit einer Alterkennung versehen und so mit minimalen Einsatz von Zeit und Geld maximale Rechtssicherheit erreichen. Des weiteren dokumentiere ich meine Kritik an der genutzten Technik und dem Anspruch des JMStV.

In all der Aufregung um den JMStV der letzten Tage (siehe die chronologische Linksammlung) fehlt mir ein wichtiges Detail: Das Jugendschutz-Label und eine Anleitung, wie ich meine Inhalte im Internet mit einer Alterskennung versehen kann.

Das war auch eine Motivation für meinen Vortrag JMStV – mit minimalen Einsatz von Zeit und Geld maximale Rechtssicherheit auf dem Barcamp Hamburg.

Wie kann ich meine Inhalte im Internet mit einer Alterkennung versehen?

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Die Präsentation ist weiter unten.

3. Update: Eine Lösung ist gefunden: Die Technik des neuen Jugendschutz-Labels – Deutschland will die Welt verändern

2. Update, 1.12.: Der JMStV wird gerade sehr intensiv in zahlreichen deutschen Blogs diskutiert. Ich lese leider viele Falschmeldungen. Das Isotopp offline ist (ein Blick auf rivva.de hilft dabei) halte ich für den falschen Schritt. Im Lawblog gibt es einen guten Artikel dazu, warum Panik nicht angebracht ist. Achzigtausend weitere Artikel auf Rivva.de, die Verlinke ich in einem noch zu erstellenden, neuen Artikel.

1. Update: Nein, ich habe keine Antwort darauf, was zu tun ist. Ich zeige nur das “so sieht es aus” auf.

Auf dem Barcamp Hamburg 2010 habe ich zusammen mit Jens Matheuszik vom pottblog.de eine Session zum ab 1.1.2011 geltenden JMStV (siehe Jugendmedienschutz-Staatsvertrag) gehalten.
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Was für ein lustiges Wochenende und was für eine tolle Woche. So viel neues, ich ticker das mal hier rein, sonst vergesse ich das.

Dienstag war der Google Developer Day. Ich schrob bereits etwas dazu. Habe auf dem Barcamp zusammen mit @mthie @moeffju eine Google Dev Day Bericht Session gemacht. Das war nett, auch wnen mein “die Developer Tools in Chrome sind viel geiler” -part von anwesenden Checkern total auseinander genommen wurde. Hat funktioniert. Wirklich wichtig und ansehen muss ich mir:

Google Storage cdn
Präsentation dazu: GDD Brazil 2010 – Google Storage, Bigquery and Prediction APIs 2 weeks ago
Video dazu:
Google I/O 2010 – Google Storage for Developers
Ein Freund von mir hat einen Freund, dessen Freund einen Freund hat der wiederum einen Freund hat und der ist unfassbar ***** und mit den Nerven-, der Motivation- und allem am *****, weil die Technik im Rechenzentrum ***** kann und ****** viel kostet. Das wird nicht besser, wenn man sich mit Google Storage beschäftigt. Im Gegenteil.

Prediction Api
Das habe ich noch nicht verstanden, es ist wohl so ein Vorschlagsdingens in der “Kunden die x machten, machten auch Y”. Mal sehen, ist in den Slides da oben auch drin.

Fusion Tables
Mein Lieblingsding. Das ist echt schick, was Google da gemacht hat. Spatial Tables, also so Quatsch wie “suche alle xyz in dem Viereck, dass ich da gerade auf die Karte male” und mehr geht damit, dass sogar ich das verstehe.
Warum das unglaublich viel Potential hat, erkennt man vielleicht damit: Postfilialen in Berlin auf Karte eintragen: Google Fusion Tables Tutorial oder Fusion Tables – die Cloud-Datenbank von Google.
Mal eben (jaja) so eine Karte bauen, alleine dass das geht ist schon toll. Yelp zum selber bauen.

Randnotiz: Ich muss mehr Events in Google Analytics erfassen. Unglaublich, was da einige alles reintriggern. Wusste gar nicht, dass das geht.

Am ersten Tag des Barcamp Hamburg ergab sich beim Frühstück eine kleine Diskussion, wie das denn jetzt mit dem JMStV im Internet sei. Da hatte jeder eine komplett andere Meinung und ich lies mich zu einer Session überreden. Auch auf dem ConventionCamp wurde drei Tage zuvor darüber gesprochen. Die ist noch nicht online, kommt aber noch, versprochen. Das Feedback dazu war überraschend positiv, Danke sehr.

In Erinnerung blieben mir Sessions über:
KANBAN (super, wusste ich nicht)
Best of 165+ Tools von Oliver Überholz (sehr gut, das ganze Tool-Gedaddel mit klappt-auch-im-Team Aspekt)
Badges 2.0 von Katharina Koch (sie finde ich nicht online) mit einer leicht unwissenden Zuhörerschaft, die Badges, Mayor, Awards wild durcheinander brachte und niemand jemals etwas von Trophäen in Videospielen gehört hat (schlimm. Wer über Foursquare und Bagdes reden will und nicht weiß, was im Milliardenmarkt Videospiele an Auszeichnungen heute bereits geht und wie sie genutzt werden, hat es schwer).

Die Videospielkultur ist auch schuld, dass ich am ersten Abend dem Gewinner des Startup Dingens, der mit dem Flash-Java-Wasweißich-Spiel, dass die Umrisse erkennt und darauf eine Figur laufen lässt, gleich eine so doofe Frage stellte. Das tut mir ein Leid, nächstes Mal frage ich ihn hinter der Bühne. Mich haben gleich zwei Venture-Dingens Menschen zusammen gestaucht “wir brauchen solche Leute – so muss das sein”. Ja, stimmt, aber angesichts von Kinect ist das schwer, ich habe da versagt, wie gesagt, ich weiß deinen Namen nicht mehr, aber du hast natürlich zu Recht gewonnen. Alles Gute von mir.

Schon sind wir bei Tag 2:
E-Commerce ist blöd von Alexander Graf (das war toll, evtl. wird nächstes Mal auch travel berücksichtigt, aber so wie es war fande ich es gut)
Social Media Guidelines von Nicole Willnow und Sanja Stankovic war spannend und informativ
Koffein, Produktivität, Schlaf und so von @moeffju war eine dieser “wtf? das gibt es?” Sessions. Kein Kaffee, Menschen, die nur 30 Minuten schlafen, dafür aber 6x am Tag, das war alles ein einziger wtf. Großartig. Danke dafür.

Toll war auch das digital Media Women Dings. Noch nie auf einem Barcamp mit so vielen Frauen gewesen, noch nie so viele Sessions von Frauen gehört, das war toll. Viel besser als auf dem Google Developer Day. Besucht sie unter www.digitalmediawomen.de

Zum Abschluss dann die lustigen einbuchstabe daneben tiere präsentiert von Jörn Hendrik Schmutte. Das war nett, keine Frage.

Die einbuchstabedanebentiere passierten am Wochenende auf Twitter.
Das ist ganz, ganz großes Kino.

Aktuell machen die Einbuchstabedanebentiere die Runde auf Twitter. Noch nie was von gehört? Ich auch nicht. Bis vor dreißig Minuten. Und vermutlich hat von ihnen bis vor wenigen Stunden noch überhaupt nie jemand was gehört.

Quelle: Die Einbuchstabedanebentiere – die Sammlung inklusive Illustrationen

Bitte ansehen, das ist ein Stück deutsche Internetgeschichte. Den original ersten Tweet findet man auf twitkrit, hier das Bild des Fettchens. Es ging mit solch famosen Stuss am Wochenende nahtlos weiter.

Axel E. Fischer (CDU) ist Mitglied des Bundestages, und war bis heute relativ unbekannt.

Dieses Zustand änderte er dadurch, daß er allen Ernstes ein “Vermummungs- verbot für das Internet” forderte.

Nun sind ja Politiker i.A. dafür bekannt, dämliche, populistische, überflüssige und völlig sinnfreie Forderungen zu stellen, aber im Fall Axel E. Fischer kommt dazu, daß ausgerechnet dieser Mensch der Vorsitzende der Internet-Enquete Kommission der Bundesregierung ist, und so jemand sollte doch eigentlich zumindest minimale Ahnung von diesem Gebiet haben.

Die “Netzgemeinde” hat diese Steilvorlage danbar und kreativ aufgenommen, und eine ganze Reihe weiterer Forderungen formuliert, wie sie auch von Politikern wie Axel E. Fischer kommen könnten.

Quelle: Axel E. Fischer fordert

Da kommt ein Knaller nach dem anderen. Ganz. ganz groß. CDU-Politiker Fischer wird zum Netzphänomen