Neulich war ich am Rauhen Haus in Horn (oder Hamm, ich habe nicht genau aufgepasst).

Nette Gegend, sieht aus wie Spandau in hanseatisch. Jede Menge rote Backsteinhäuser, mit denen man super Witze machen kann. So etwas wie „in dem roten Haus da vorne habe ich mal gewohnt“ oder „der Kiosk ist da vorne in dem roten Haus“.

Zwischen all den vielen roten Backsteindingern findet man das Rauhe Haus.

Idyllisch gelegen, es gibt einen kleinen Weiher nebenan, jede Menge Eichhörnchen jagen sich über die Bäume hinweg um sich anschließend zu paaren, viele große, schwarze Vögel fressen unschuldige Tauben, Muddies und Hunde gehen spazieren und mittendrin eben das Rauhe Haus.

Bitte aufpassen, jetzt kommt Sozialpädagogen und Kirchengemeinde Geheimwissen.

Im Rauhen Haus wurde der Adventskranz erfunden.

Ja, den hat jemand erfunden, wusste ich natürlich auch nicht. Johann Hinrich Wichern, der nebenbei Gründer des Rauhen Hauses ist, hat den Adventskranz erfunden. Für die Kinder in seinem Heim, er hatte wohl keine Lust mehr ihnen zu sagen, wie lange sie noch bis Weihnachten warten müssen und schwupps, der Adventskranz war geboren.

Anfangs hatte er noch 24 Kerzen, wurde dann bestimmt zu teuer und da waren es nur noch vier Kerzen. Reicht ja auch, man muss ja nicht übertreiben.

Das war wohl im Jahr 1839, noch gar nicht so lange her.

Da kann Berlin nicht mithalten, in Berlin wurde die Thermoskanne erfunden, aber eben nicht der Adventskranz, der gewinnt heute.

Adventskranz Hamburg vs. Berlin, irgendwie romantisch und so, mit Kerzen, voll dit Teil, ich sag mal: 24 : 0


Stadion3

Stadion3
uploaded by svensonsan

Lustig.
Irgendwie kindergartenmäßig.
Der FC St. Pauli spielt am 03.03.07 gegen Hertha BSC II.
Dazu steht heute im Abendblatt, dass Hertha nicht eine einzige Karte angefordert hat.
Ist das nicht niedlich?
Schauen die sich ihre Amateure nicht an?
Gehen die nur Bundesliga schauen?
Sind sie beleidigt und wollen nicht mehr mitspielen?
Ist auch egal, dadurch gibt es 1000 Karten extra fürs Spiel gegen Hertha.
Steht so auf der St. Pauli Seite.

Fußballamateure Hamburg vs. Berlin 1000 : 0

Gertrud ist kaputt.
Mein geliebtes Fahrrad hat einen Totalschaden erlitten. Ihr Rahmen ist gebrochen und ich kann das Rad wegwerfen. Das ist so ein Elend, das gibt’s gar nicht.

Letzten Samstag, an einem wunderschönen, perfekten Wochenende passierte es.
Ich war auf der Osterstraße beim Optiker um meine Zweit-Brille abzuholen. Das Rad stand vor dem Laden, ich kam gerade vom Kaffee trinken mit einem Bekannten, durfte seine Ex kennen lernen und hatte Sudoku gespielt. Soweit ein in sich stimmiger Samstag, die Einkäufe waren auch erledigt, die Katze war glücklich, die Sonne schien, es war Besuch in der WG, ich bin in Zelda deutlich weiter gekommen und wollte eben nur meine Ersatzbrille holen.
Als ich mit der neuen Brille aus dem Laden kam, sah ich das da:

Da war der Tag dann gelaufen.
So ein verfickter Scheiß. Mein armes Fahrrad, warum musste das passieren?
Es stand nur auf dem Gehweg und plötzlich war es kaputt. Flugs zum Fahrradladen, vielleicht kann man die Karre ja wieder zusammenschweißen, aber der nette Herr im Laden meinte nur, ich sollte nach Hause gehen und weinen, da ist nichts mehr zu machen, kann man wegwerfen.

Geliebtes Fahrrad. Kein anderes Rad blieb mir so lange erhalten.
In Berlin habe ich dich von einem pensionierten Wachtmeister in Steglitz gekauft. In der Zweiten Hand habe ich dich per Anzeige gefunden. Der Wachtmeister wiederum hatte dich vorm Bäcker geklaut und weiterverscheuert um seine Rente aufzubessern.

Jahrelang bin ich mit dir durch Berlin gefahren, zum Sport, zum Institut, zu Mädchen, zu Freunden und jede Nacht hast du mich gut nach Hause gebracht.

Du wurdest nie geklaut, im Gegensatz du den vielen anderem Rädern vor dir. Es gab da schon einige, so um die Zehn Karren hatte ich in Berlin, dann kamst du und nur du hast es bis nach Hamburg geschafft.

Mit dir habe ich Hamburg entdeckt, habe mein erstes Video für Sevenload auf deinem Sattel gedreht und auch hier hast du mich immer gut nach Hause gebracht.

Das war es dann leider. Ich lasse dich vor dem Hause stehen und du kannst in Würde dahinrosten.

Jetzt gibt es den üblichen Fahrradkaufstress, auf den ich so was von überhaupt keine Lust habe, alter Schwede, das geht mir jetzt schon auf den Zeiger. Meine zauberhafte Mitbewohnerin hat mir zwar nach fünf Minuten ein Ersatzrad besorgt, aber das ist zu klein und kaputt ist es auch.

Hat jemand ein Rad abzugeben?
Günstig, alt, trotzdem schnell und irgendwie schön muss es auch sein.

Fahrrad-Nachruf Hamburg vs. Berlin, in Berlin waren die Räder einfach nur immer weg, das hat mich jedes Mal sehr geärgert, aber kein Vergleich zu Gertrud, daher, alle Punkte für Gertrud. 2007:0

Volker Finke wird neuer Trainer von St. Pauli, sagen zumindest die üblichen Verdächtigen.

Das wäre ja ein Ding.

Hamburg ist einfach anders. Hier kommt man auf den Punkt, es wird nicht lange um den heißen Bei rumgeredet, nix da, es geht sofort los.
Zumindest bei einigen Zeitgenossen.
Diese „Endgeile Oma“ ist eine davon.
Sie sucht verzweifelt einen Zivi für die häusliche Pflege.
Ab und an mal saubermachen und so, nehme ich jedenfalls an. Sie passt sich in ihrer Zivisuche sogar der Sprache der Jugendlichen an, zumindest deute ich so das Wort „Endgeil“.

Verzweifelt auf der Suche, die arme Oma.
Kann man selber lesen, steht jeden Tag in der Morgenpost auf der Sudoku-Seite. Gegenüber des Horoskops, versteckt zwischen diesen komischen anderen Mädchenanzeigen.

Arme Oma.
Das gibt einen Punkt für Hamburg, so was habe ich in Berlin nicht gelesen.
Zivildienst Hamburg vs. Berlin 100:0

Das ist was ganz feines.
Ich war jetzt bereits ein paar Mal im Berliner Betrüger.
Lustigerweise liegt das Cafe direkt an der gleichen Ecke wie ein anderes Cafe Namens “Unter den Linden”. Voll das kleine Berlin-Eck.
Das hat was.
Da habe ich mich mit Bekanntschaften aus Berlin getroffen, zum kleinen Exil-Berliner Kaffeekränzchen.

Wir haben über dies und das geschnackt, uns in der Samstagsausgabe des Tagesspiegels die Wohnungsanzeigen durchgelesen und anschliessend leise geweint angesichts der deutlichen Preisunterschiede.
Schon komisch wie billig man in Berlin wohnen kann.
Das hatte ich völlig verdrängt. Dazu noch den Berliner-Lokalteil, der deutlich mehr Spaß bringt als der Hamburger Lokalteil. Es passiert mehr, sowas wie Riesenrad, Hauptbahnhof, Flughafen-Tempelhof, eine sich selbst beschäftigende CDU, immer wieder ganz großes Tennis.

Nach dem Lesen einer Berliner Samstagsausgabe sollte man, um den Schock besser zu verkraften, schnell ein Stück Kuchen zu sich nehmen.
Das klappt im Berliner Betrüger ganz gut, der Kuchen ist lecker, der Kaffee auch. Im Laden gibt es große Fenster, wie in Berlin auch so oft, man kann auf den Damm sehen und sich freuen.
Musik und Kunst und allet machen die auch im Berliner Betrüger, das habe ich aber noch nicht geschafft.
Netter Laden, kann ich empfehlen.

Ich weiß sogar, warum es Berliner Betrüger heisst.
Angeblich ist das ein Spielautomat, ein ganz altes Ding, irgendwas mit Würfeln. Aber so richtig glaube ich das nicht, ist auch egal.

Nette Hamburg-Auszeit für zwei Berliner zum föhlichen rumschnacken und Tagesspiegel lesen.
Daher,
in Hamburg für Berliner Betrüger, irgenwie 0:10, aber da der Laden in Hamburg ist, doch Punkte für Hamburg: 10:0

Bitte beachten Sie: Das hier ist keine Werbung, die Leute vom Berliner Betrüger kenne ich nicht, ich lasse mich aber gerne nachträglich kaufen.

Endlich mal eine gute Nachricht, obwohl ich es fast nicht glauben kann, dass Hamburg und Berlin in Sachen Bildung spitze sind.
Wer ab und an S-Bahn oder Bus fährt und sich ‘unters Volk mischt’, könnte Zweifel diesbezüglich bekommen. Aber egal. Die Zahlen sind aus 2003, also tip-top aktuell.

Eine bundesweite Untersuchung ergab: Bei Investitionen in Schulen und Unis liegen die Stadtstaaten vorne.
Die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen investieren überdurchschnittlich viel Geld in ihre Bildungseinrichtungen.

Schreibt die TAZ: Bildung – Berlin ist spitze

… Betrachtet man beispielsweise, wie viel Geld die Bundesländer im Jahr 2003 pro Schüler/Studierenden für Bildungseinrichtungen ausgegeben haben, stehen die Stadtstaaten Hamburg (8.400 Euro), Berlin (8.100 Euro) …

Aus der original Pressemitteilung: Bildung ist nicht allen Bundesländern gleich viel wert beim RWI Essen

save as: Welch langweiligen Zahlenquatsch ich für mein Blog lesen muss, vollkommen stulle. Dafür aber endlich mal wieder eine richtig schöne Frame-Set Webseite besuche für diese Pressemitteilung. Hat was, sieht man ja nicht mehr so oft.

Bildung – Hamburg vs. Berlin 8400 : 8100


Polar Bear


Polar Bear
uploaded by carlosluna

Extra für die kleine Schwester. Polarbärbaby Hamburg und Berlin.

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pilates

Foto: pilates by sheeshoo with Some rights reserved

Kinder, was für ein Spaß. Neben Badminton habe ich mich in Pilates versucht. So etwas habe ich in Berlin ja absolut überhaupt gar nicht gemacht, daher mal wieder ein Hamburg – Berlin Vergleich.
In Hamburg wurde ich von der Bekannten überredet, nur mal gucken, musst ja später nicht mehr hingehen, ist bestimmt lustig und es sind jede Menge hübsche Frauen da. Bei solchen Argumenten konnte ich nicht Nein sagen und bin, nach einem sehr verklickten Tag, mit dem Rad zu meiner ersten Pilates Stunde gefahren.
Beim Eimsbüttler Turnverein, schön im Pilates Einsteiger Kurs.

Was soll ich sagen? Ich habe noch nie im Leben so einen Kurs mit irgendwas Hot-Iron-Spinning-Stepping Rope-double-ditch-backslash uptown underneath my breast Skipping besucht, gleichzeitig war das auch mein erster Besuch in einem Fitness Studio. Dementsprechend überwältigend waren die vielen ersten Eindrücke.

Pilates class

Foto: Pilates class by ucumari with Some rights reserved

Am allerwichtigsten:
Pilates ist der erste Sport den ich kennen, bei dem ich vorher duschen muss.
Wenn ich nach einem langen Tag mit dem Rad dorthinhetze und mich dann als kleine Transpirations-Stinkmorchel auf der Matte platziere, in der Geschmacksrichtung ‚irgendwas zwischen Stinkefuß und super-Axel’, das geht ja gar nicht, ich muss ja auch die Schuhe ausziehen und ständig mit den Armen rumfuchteln.

Also, vorher schön duschen und frisch machen, dazu die Haare schön machen, unbedingt in der Umkleide vorher frische Socken anziehen (wichtig), kiloweise Deo unter die Axeln und möglichst die Socken ohne Löcher wählen. Dann kann man sich dann zwischen all den unfassbar beweglichen Damen platzieren.

Als einziger Kerl zwischen 50 Frauen fällt man ja doch irgendwie auf, habe auch gleich nen Spruch von der Trainerin (sagt man hier auch Trainerin?) gefangen, aber egal. Man zieht die Schuhe aus und massiert die Füße, (bäääh, siehe oben, da muss ich jetzt durch) denn macht man anschließend langsame Bewegungen und dehnt sich.
Die Beine hoch, etwas mit den Armen und mit dem Bauch machen, dabei immer ganz lang strecken und, ganz furchtbar schlimm wichtig, den Bauchnabel zur Wirbelsäule (das ist das Motto, das sagt die Trainerin mind. 30 Mal an dem Abend).
Früher hieß das ganze Mal Gymnastik, mit dem ganzen Ein- und Ausatmen heißt es dann Pilates, so habe ich das zumindest verstanden.

Der Lendenmuskel ist auch wichtig, den habe ich nicht so im Griff, ich habe auch nicht genau verstanden, wo ich den habe, irgendwo in der Lende eben.

Nach einer halben Stunde beginnt das dann doch Spaß zu machen, ich dehne mich wie wild, die Trainerin weißt mich auf zu viel Schwung hin, egal, ich mache das so wie im Sport früher, dehne mich wie Bolle und ein einziger, kleiner Schweißtropfen kullert an mir herunter.

Bei einigen Übungen merke ich, dass ich in etwa so beweglich bin wie ein Bügelbrett (schlimme Sache, ich bin unfassbar eingerostet), bei Anderen, den Liegestützen-ähnlichen Sachen, sehe ich gar nicht so schlecht aus.

Like pilates, but better

Foto: Like pilates, but better by Ian Hsu (iandoh) with Some rights reserved

Dann ist die Stunde auch schon rum, ich habe eindeutig zu wenig geschwitzt, fand es etwas langweilig, bin aber total gedehnt und alles fühlt sich doch ganz dufte an, in den Beinen zieht es etwas, im Rücken habe ich seit drei Tagen ein Ziepen, also hat das insgesamt doch irgendwie funktioniert.

Ob ich da nochmal hingehe? Ich weiß es nicht, es war nicht fetzig genug, man kann nicht gewinnen, man schwitzt nicht und diese ganze Ein- und Ausatmnummer ist auch nicht so meins. Dafür war die Musik ganz gut, ist ja auch wichtig.

Da ich so etwas in Berlin überhaupt nicht hatte, bekommt Hamburg für den großen Spaß an diesem Abend jede Menge Punkte.

Pilates Hamburg vs. Berlin: 462 Ausgeatmete vs. 0 eingeatmete Punkte


badminton shuttles

badminton shuttles

uploaded by Adam Chamness.

Ich habe es geschafft. Bin stolz wie Bolle, ich war tatsächlich zum Sport. In Hamburg. Zum Badminton. In einer Schulsporthalle. In Eimsbüttel.

In Berlin war ich jahrelang Badminton spielen. Mit einem Bekannten, einmal, manchmal zweimal die Woche, zum Badminton im TCW in Weißensee.
Eine gute Halle zum Badmintonspielen, das Licht ist gut, der Boden auch, manchmal zieht es etwas, im Winter ist es etwas zu kalt, aber sonst passt das alles, wir waren gerne da. Es gab eine kleine Sauna und für wenig Geld haben wir da gespielt und in der Sauna dummes Zeug geredet oder den Taxifahrern zugehört, die tauchten da manchmal in einer großen Gruppe auf und hatten immer lustige Gesprächsthemen in der Sauna.

Badminton und Berlin, das war toll. Nette Anekdote, als ich einmal kurzfristig abgesagt habe hat mein Bekannter da wo er gerade war in die Runde gerufen ob jemand mit möchte zum Badminton. Da hat dann eine Frau ja gesagt, die Beiden kannten sich vorher noch nicht und jetzt, Jahre später, wohnen sie auf Island oder so, sind glücklich, freuen sich, machen irgendwann Kinder und alles nur, weil ich den Sporttermin abgesagt habe.
Anyway.

Jetzt war ich in Hamburg zum Sport.
In Eimsbüttel gibt es den ETV, den Eimsbüttler Turnverein (niedlich, eine typo3 Seite für einen Sportverein).
Allein wegen des Namens muss ich da hin. Ein Turnverein. Da kann man Badminton spielen. Letzten Freitag war ich, zusammen mit einer Bekannten, zum ersten Mal da.
Gespielt wird in einer echten Schulsporthalle.
So eine fiese Halle, in der es nach Schule, Chlor, hundert Jahre Schweiß und heimlichen Raucherecken riecht. Ganz großartig. Ein Geruchserlebnis ohne gleichen. Kurz umziehen und schon haben wir gespielt, zwei Stunden lang, dann ging mir die Puste aus.

Fühle mich kiloweise leichter, bin fit wie ein Turnschuh, ich alte Sportskanone. Badmintonspielen klappt noch und ich werde wieder hingehen. Allein wegen der lustigen Halle und gegen den Trainer dort will ich auch mal spielen, der war richtig gut und wenn ich gegen den einen Punkt mache, freue ich mich.
Ein wenig kann ich ja spielen und denn gegen so richtig gute Spieler antreten und bis zur Ohnmacht hinter dem Federball herhechten, das finde ich gut.

Mal sehen, wie sich das alles entwickelt.
Allein für die Halle bekommt Hamburg einen Punkt. Geht doch nichts über eine Schulsporthalle.
Sportverein Hamburg vs. Berlin, bislang 21:13

Ps. Die Schweine haben die Badminton-Spielregeln geändert, das wusste ich nicht … so peinlich.