Da musste ich kurz sehr laut lachen. Zum 400. Mal wurde nicht beschlossen nichts zu tun. Es wird aber geplant und anschliessend öffentlich diskutiert.

In Berlin gibt es die Warschauer Strasse. Abgesehen davon, dass die Strasse an sich total überbewertet und blöd ist, hat sie ein Problem mit Fahrradfahrern.

Walking to dinner at Frankfurter Tor

Fotos: Walking to dinner at Frankfurter Tor by kaymoshusband

Es gibt keinen richtigen Radweg, aber sehr, sehr viele Radfahrer. Dementsprechend gibt es leider auch sehr viele Unfälle zwischen Rad und Autofahrern auf der Warschauer Strasse.

Das ist nichts Neues, das ist schon seit ca. 1998 so.

Das ist ein wundervolles Beispiel für die ineffektivität einer Großstadt. Regelmässig blubbert das Thema wieder hoch um dann schnellstmöglich so kaputt geredet zu werden, dass keine Lösung möglich ist. Anwohner, Autofahrer, Gewerbertreibende, BVG, ADFC, ADAC, alle reden mit und ich lache mich jedesmal kaputt darüber.

Es sind ja erst 13 Jahre, das hat Zeit. Echt jetzt. Wartet einfach noch fünf Jahre, dann zieht der fahrradfahrende Mob woanders hin. Völliges Versagen auf allen Seiten. Seit Jahren. Wie gut, das sich nicht mehr da wohne.

Radweg Warschauer Straße Hamburg vs. Berlin 3698 : 0

via: johanneshampel – Warschauer Straße soll radlerfreundlich werden

Seit 1. März 2008 gibt es in Hamburg ein paar Änderungen bei den Bezirken und Stadtteilen in Hamburg. Mit teilweise vollkommen bekloppten Auswirkungen – Lokalpolitik in Höchstform. Die Perlen werden hier auseinander genommen.

Im Jahr 2001 gab es in Berlin eine Bezirksreform.
Was war das für ein Alarm.
Alter Schwede. Wochenlang stand nichts anderes in den Zeitungen.
Kreuzberg wollte Friedrichshain nicht, dito andersherum. Jeder hatte etwas zu meckern. Der Prenzlauer Berg wurde abgeschafft und plötzlich gab es einen Bezirk Mitte, den niemand haben wollte.

Das war ein großer Spaß mit vielen lustigen Zeitungsartikeln.

Und in Hamburg? Hier erfahre ich das so nebenbei, in irgendeinem Blog habe ich davon gelesen. Die Zeitungen sind eher ruhig.

Gebietsreform tritt morgen in Kraft: Hafencity und Sternschanze neue Stadtteile, Klostertor aufgelöst

Quelle: welt.de – Hamburg sortiert sich neu

Ab heute ist zusätzlich für Wilhelmsburg auch nicht mehr der Bezirk Harburg zuständig, sondern Mitte.

Quelle: abendblatt.de – Sternschanze, HafenCity – Hamburgs neue Stadtteile

Mit ganz viel “toll” und “hübsch” kommt die Bild daher.
Rund 62 000 Hamburger werden am Sonnabend in einem neuen Stadtteil aufwachen.
Quelle: bild.de – Guckt mal, das sind unsere neuen Stadtteile

Aber sonst? Sonst sieht es mau aus im Blätterwald. Scheint in Hamburg kein großes Thema zu sein.

Hamburg und Berlin sind schon komisch.
Die Berliner sind echt durchgedreht wegen dieser blöden Bezirksreform und die Hamburger interessiert das gar nicht. Liegt wohl an der Kiez-Mentalität. Oder die Ost-West Nummer, oder an der Viersektorestadt, oder oder oder.
Das soll mal einer verstehen, ich verstehe es nicht. .

So empfinden sich zum Beispiel viele im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf lebende Berliner bis heute nicht als Charlottenburg-Wilmersdorfer, sondern eher als Wilmersdorfer (in den Grenzen des ehemaligen Dorfes) oder sogar als Schmargendorfer oder Grunewalder.

Quelle: Berlin ist seit dem 1. Januar 2001 durch eine Verwaltungsreform in zwölf Bezirke aufgeteilt

Wer bekommt denn jetzt die Punkte?
Ich gebe sie mal Berlin. Die vielen Geschichten zur Bezirksreform waren echt unterhaltsam.

Neue Stadtteile und Bezirke – Hamburg vs. Berlin 2:300

Niedliche Stadtteilnamen Hamburg und Berlin.
Verniedlicht wird ja bekanntermaßen mit dem Knaller ‘chen’.

Heute beginnt Berlin, mal sehen, ob das klappt.
Friedrichshainchen klingt schonmal blöd, ebenso
Kreuzbergchen, Mittechen, Prenzlauer Bergchen und Panköwchen.

Steglitzchen ein wenig Witz entwickelt, kann man lustig betonen,
Zehlendörfchen für sich spricht,
Britzchen, weiß man auch nicht, was das soll,
Schmöckwitzchen, das hat was,
Tegelchen der Biss fehlt,
Waidmannslüstchen, klingt wie ein Schaps,
Märkisches Viertelchen es aufn Punkt bringt,
und Büchchen irgendwie in Berlin gewinnt.

Nebenbei bemerkt, in Berlin endet die Mehrzahl der Stadtteile und Ortsnamen auf -berg, -hausen, -dorf und -see.

In Hamburg ist das schon ein ganz anderer Schnack.

Veddelchen, naja, geht so,
Ottensenchen kann man japanisch ausprechen, toll,
Iserbrookchen klingt wie ein Bächleich,
Lurüpchen, keine Ahnung,
Rissenchen fast einen Sinn ergibt,
Cranzchen nach alten Damen mit Spitzentischdecke klingt,
Francopchen erinnert mich an einen Spielzeug-Robocop,
Hausbrüchchen klingt nach kaputtem Spielzeug,
Eimsbüttelchen so klingt wie es ist,
Wilhelmsbürgchen ebenso,

aber,

jetzt aufgepasst,

gibt es nur in Hamburg, nicht in Berlin

Horn wird zu Hörnchen.

(Brüll, Kreisch, Gacker, aufm Boden lieg, Schenkel klopf, Freuden-Tränen im Auge)

Ist das nicht toll? Das ist ein Alleinstellungsmerkmal, so etwas hat Berlin nicht.

Es gibt sogar ein Café Hörnchen, da habe ich neulich Schrippen geholt und mich gefreut wie Bolle vorm Laden. Die Verkäuferin hat mich wahrscheinlich für dezent bekloppt gehalten, war mir auch egal, ich hatte Spaß.

Café Hörnchen, ganz großes Tennis.

Ausserdem enden die Stadt- und Ortsteile in Hamburg auf lustige Sachen, von denen ich nicht weiß, was sie sind. Muss man wissen, was ein -büttel ist? Oder ein -bek, -cop, -werder, -lack, -gamme, -hoop, -möhe, -fleet, -hude?
Keine Ahnung, ehrlich nicht.
Mit -torf, -burg, -burg und -felde komme ich klar, aber wer oder was ist eine Hude?

Wahrscheinlich kann ich mir deswegen die ganzen Namen in Hamburg überhaupt nicht merken, da hängt es ja noch etwas.

Niedliche Stadtteilnamen Hamburg vs. Berlin, ganz klare Sache, fürs Hörnchen bekommt Hamburg ordentlich Punkte, ich sag mal: 5000:1

Jörg Dräger will Hamburg als „Stadt der Talente“ präsentieren.
Fein.
Mithilfe der Unternehmensberatung Roland Berger, einer Powerpoint-Präsentation und amerikanischen Wissenschaftlern hat er etwas herausgefunden.

Nicht nur Unternehmen sind wichtig, man braucht auch kreative Menschen in der Stadt.

Wow. Super. Ehrlich, haste gut gemacht, Jörgi macht das, mit Powerpoint-Karaoke und allem.

Wie stulle ist das denn bitte? Dass er sich mit so etwas vor die Presse traut? Ich hätte ja Angst, dass jemand bemerkt, dass vollkommen unsinnig Kohle für etwas ausgegeben wird, das eh jeder weiß.

Da Hamburg solche tollen Marketing-Konzepte braucht, mache ich doch einfach mit:

Sven Dietrich hat ohne amerikanische Wissenschaftler herausgefunden, dass billige Wohnungen und viele Studienplätze jede Menge junge und kreative Menschen in die Stadt locken.

So einfach geht das.
Die Rechnung, garantiert preiswerter als bei Roland Berger, schicke ich dann per Post.

Jörg Dräger hätte auch nach Berlin gehen können. Billige Wohnungen, Altbau-Wohnungen in der Stadt und nicht irgendwelche Neubauten am Stadtrand, dazu jede Menge Studenten und fertig ist die Freak-Show auf der Kastanienallee oder in Friedrichshain. Total kreativ und so.

So ein Quatsch. Aber man kann prima Bullshit-Bingo dummbatz-Bingo im Morgenpost Artikel spielen.
Siehe: Hamburg soll Stadt der Talente werden
Da kommt alles vor. „Wachsende Metropole, lebenswerte Stadt, Leitbild, Unternehmensberatung, Powerpoint, kluge Köpfe und Ideen, Maßnahmen zur Steigerung“ und so weiter. Leider steht nicht wirklich etwas drin, nur dieses Gesabbel, immerhin ohne Rechtschreibfehler.

Billige Wohnungen Hamburg vs. Berlin, ganz klarer Fall, die Mieten in Hamburg sind vollkommener Wahnsinn, zumindest im Vergleich zu Berlin, daher 0:10000

via: Stadt der Talente? bei Lumma.de, eigentlich von dort abgeschrieben.

Donnerstag-Abend, in Hamburg, im Thalia, im Nachtasyl, konnte ich Toni Mahoni beim ersten Auftritt außerhalb von Berlin sehen.
Da gibt es diesen Toten Salon, die haben auch Internet, und im Rahmen des Toten Salons konnte man neben den beiden Veranstaltern auch Toni Mahoni als Startgast sehen.

Das war toll.
Soviel Berlin. Sehr verklickt hing ich an der Bar rum und hatte nach dem fünften Bier kurz das Gefühl in Friedrichshain an der Bar rumzulümmeln.
Naja, fast, irgendwie.
Schon lustig wenn einer auf der Bühne steht und „Ich bin der König von Berlin“ schreit. Hat was, finde ich sehr gut.

Hatte schlimmes Heimweh anschließend, habe zur Therapie anstelle von Rescue-Tropfen den schlimmsten Döner gegessen den ich finden konnte.
Danke diverser Magenschmerzen verging das Berlin-Heim-Fernweh recht schnell.
Zum Glück.

Die an der Bar aufgeschnappten Gespräche beschäftigten sich hauptsächlich damit, dass es im Toten Salon noch nie so voll war wie bei Toni Mahoni. Jonny sprang da auch rum und erzählte etwas von Hamburg und Berlin, fand ich aus Prinzip gut.
Nettes Publikum war da, scheinbar mit jeder Menge Leute deren Blog ich kenne, die ich aber gar nicht kenne.
Egal.
Die Berlinreise-im-Kopf-nach-Friedrichshain, endet abrupt wenn man aus dem Thalia tritt und im Hamburger Regen an diesem ganzen Jungfernstieg-Gedöns vorbei hechtet. Ist denn doch nicht Osten. Irgendwie.

Toni Mahoni in Hamburg vs. Berlin, da ich nicht in Berlin war sondern nur in Hamburg, gibt es ein Unentschieden.

Siehe auch: Toni guckt Toni, Toni live in Hamburg, Toni Mahoni – 97: Hamburg, Toni Mahoni im Toten Salon, Alltagsphilosoph Toni Mahoni singt in Hamburg,

Ottensen, werktags, an einem beliebigen Mittag. Jede Menge verklickte Agenturmenschen strömmen durch die Gegend auf der Suche nach einem Mittagshappen. Einer dieser Agenturhorste bin ich, meistens sehr verklickt und immer hungrig bevorzuge ich Lokalitäten die billige Essen in großen Portionen anbieten, anschliessend noch ein Kaffee, dazu eine Zeitung und fertig ist die perfekte Mittagspause.

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Nach den sieben besuchten Städten bin ich so frei auf eine Hauptattraktion von Berlin hinzuweisen.
Das Nachtleben. Die Clubs. Die Bars. Die Kneipen. Die Konzerte. Die Lesungen.

So einfach zu finden, so einfach zu handhaben, die Türsteher sind, wenn es sie gibt, deutlich entspannter als in anderen Städten, die Preise sind unglaublich niedrig, die Musikauswahl in doch recht groß, dazu gibt es jede Menge Konzerte und und und. Wird damit eigentlich Werbung gemacht?

nachtleben_berlin

Foto: Licht-Fenster-Dings uploaded by svensonsan.

Kinder, Berlin lohnt sich immer, allein wegen des Nachtlebens. Ich muss mal nachlesen was im Reiseführer in Punkto Nachtleben so erwähnt wird, aber richtig viel Falschmachen kann man in Berlin doch gar nicht. Das ist ein Majorpluspunkt für Berlin. Deutlich. Bitte besuchen sie Berlin, nehmen sie sich ein Hotel und entdecken sie das Berliner Nachtleben. Nicht so ein Biergetrinke wie in Prag, nicht dieses Bar/Bistrogeschiebe wie in Paris oder horrende Getränkepreise, nicht dieser nur auf einen Kiez beschränkter Alarm wie in Hamburg, nicht diese permanent Touri-Falle wie in vielen anderen Städten.

Selbst solche Standard-Läden wie die Kulturbrauerei sind vollkommen ok für den Berlin Besuch. Oder die Ankerklause, auch sehr nett, oder wie wäre es mit dem Magnetclub? Mit Bühne und netten Bands, vielleicht auch so ein Friedrichshain-Gedaddel wie das Rosies? Sie haben die Wahl.

So etwas gibt es wohl nicht so oft, so konzentriert in einer Stadt, zumindest bei den Städten die ich bis jetzt besuchen durfte.

Daher, allein für das Nachtleben bekommt Berlin mal wieder richtig viele Punkte. Unschlagbar weit vorne.

Nachtleben Hamburg vs. Berlin 10:10000

Update: In Hamburg gemeldet, kann man bei Pass- und Personalausweisangelegenheiten zu jedem Kundenzentrum in der Stadt gehen. hamburg.de/ausweis

Heute wieder Behördencontent. Ich fahre demnächst nach Barcelona und wie es sich gehört, mein Personalausweis ist natürlich abgelaufen und muss neu beantragt werden. Als geübter Behördenbesucher bereite ich mich darauf gebührend vor. Gestern wurden schicke Passfotos gemacht um sie heute Morgen zusammen mit den üblichen Wartezeitüberbrückungsgegenständen einzupacken.

In Berlin habe ich immer, egal, aus welchem Anlass ich ein Amt besuchen musste, einen Gameboy, ein Buch, eine kleine Flasche Wasser und ein paar Süßigkeiten eingepackt, dazu Bargeld um evtl. auftretende Gebühren gebührend abzufangen. Ummelden kann dauern, ebenso den Perso beantragen. Im Bezirksamt Pankow kann man beim stundenlangen Warten prima Leute kennen lernen, alle haben ein Thema, ein gemeinsamer Gegner (Bezirksamt) schafft schnell Freunde und ratzfatz ist man auf einen Kaffee verabredet. Lohnt sich immer wieder so ein Amtsbesuch.

So bin ich also auch heute Morgen voller Vorfreude auf schlecht gelaunte Rentner, muffige Angestellte, übelriechende Flure und lange Wartezeiten sehr zeitig Losgefahren um einen neuen Personalausweis zu beantragen. Mit Gameboy, einem Falls-Gameboy-Langweilig-wird Buch, einer kleinen Flasche Wasser, diversen Fruchtgummis und einer nicht unerheblichen Summe Bargeld in der Tasche ging es los zum Bezirksamt Eimsbüttel in der Grindelallee.

Dort gibt es einen Paternoster. Sehr schick soweit, es riecht gut, überhaupt nicht muffig, es stehen sogar jede Menge Pflanzen im Gebäude. Ich gehe in den ersten Stock, ziehe eine Nummer und komme gar nicht dazu mich hinzusetzen, nein, ich komme sofort dran. Unfassbar. Rekord. Nur vier Minuten und 13 Sekunden später ist der Bezirksamtmann fertig mit Perso-Neumachen und ich muss bezahlen.

Kurzer Einwurf, im Bezirksamt Friedrichshain muss man zum Bezahlen einer vier Euro Gebühr mal eben das Gebäude verlassen, einen Kilometer die Straße runter, Anstehen, Bezahlen, natürlich nur mit Bargeld, nix mit Karte, sich anschnauzen lassen von gefrusteten Ostmuddies in der Kasse ob man das Geld denn nicht passend habe, dann wieder einen Kilometer die Straße rauf, und mit der Quittung ins Amt und innerhalb von nur einer Stunde hat man vier Euro Gebühr bezahlt.

So etwas prägt, daher war ich doch sehr erstaunt als der Behördenmann bei der Frage zur Bezahlung ein EC-Karten-Terminal in meine Richtung schob.

Unfassbar. Schon wieder. Ein EC-Karten-Terminal. Im Amt. Ich kann mit EC-Karte die acht Euro Gebühr zahlen. Ich bin ergriffen, mir steigen die Tränen in die Augen angesichts so viel Service auf einem Amt. Höflich verabschiede ich mich und durch den Tränenschleier hindurch sehe ich im Wartezimmer die absolute Servicekrönung.

Da steht ein Passbildautomat. Direkt.im.Amt. Genau.da,.wo.er.benötigt.wird. Unfassbar, ich bin der Ohnmacht nahe, ich fasse mir ans Herz, ich danke den Damen hinterm Empfangstresen und verlasse das Bezirksamt in der Grindelallee.

So etwas kann es niemals in Berlin geben. Die Bewohner würde reihenweise ohnmächtig werden angesichts soviel Service. Ein Passbildautomat im Amt. Das ist zu viel für die pöbelnde Berliner Volksseele.

Bezirksamt Hamburg vs. Berlin 1000:0

Deutlich. Ist doch irgendwie Westen hier.

Seit Tagen versuche ich einen Pauschalurlaub im Internet auf den einschlägigen Seiten wie opodo.de oder expidia.de zu buchen und so langsam vergeht mir der Spaß.
Macht man das heutzutage so? Quälen sich die Massen tatsächlich durch diese ellenlagen Listen mit Minibildchen der Hotels? Das macht mir keinen Spaß. Ich will doch nur den ersten Pauschalurlaub meines Lebens buchen und halte mich inzwischen für komplett bescheuert dass ich dies nicht auf die Reihe bekommen, das kann doch nicht so schwer sein.

Wenn es so weitergeht mache ich Urlaub in Berlin. Städtereisen werden auf den ganzen Reiseportalen natürlich auch angeboten.
Interessant zu sehen wo die dort angepriesenen Hotels liegen und was man als Tourist für eine Woche Berlin zahlen darf.

Bislang habe ich in Berlin nur zwei Nächte in einem Hotel übernachtet, das war zur Hochzeit und wurde von den ca. 30 Leuten gesponsert die uns besuchten und die Wohnung in Beschlag genommen hatten. Hochzeitsnacht im Hotel, sowas lohnt sich, man bekommt auch dort noch ein paar Aufmerksamkeiten geschenkt und der Nachtportier hat sich rührend um diese betrunkene Hochzeitspaar gekümmert, auch an die Lehmannsche Elektrolyt-Versorgung hat er gedacht.

Zwei Hotelnächte in Berlin, in Hamburg noch gar nicht, warum auch, hier wohnt ja ein Teil der Familie und dann braucht man kein Hotel.

In Berlin sind die Hotels erwartungsgemäß etwas billiger als in Hamburg und wenn ich jetzt wählen müsste wurde ich doch glatt Berlin aussuchen und einen oder mehrere Tagesausflüge nach Hamburg machen.

Den üblichen Schnack wie Hafenrundfahrt, Stadtrundfahrt, Michel, Rathaus, Jungfernstieg und Alster schafft man ja an einem Tag, naja, vielleicht doch zwei Tage, falls man ein Musical besucht, Hagenbecks Tierpark noch ansehen möchte und nicht hetzen will. Wer den Kiez noch mitnimmt kann ja mit einem der ersten Züge wieder nach Berlin zurück, ab sieben Uhr fahren die Züge im Stundentakt.

In Berlin bietet sich dem Tourist dann doch eine etwas größere Auswahl an Standards. Reichstag, Regierungsviertel, Brandenburger Tor, Potsdamer Platz, Kudamm, Die Mauerreste, Nikolaiviertel, Gendarmenmarkt, Hakescher Markt, Spandauer Vorstadt, Kanalrundfahr, Alex & Fernsehturm, die etwas fortschrittlichen schaffen es dann auch zum Kollwitzplatz und dem Wasserturm, nach Kreuzberg in die Bergmannstrasse oder nach Friedrichshain in die Simon-Dach Strasse und zum Boxhagener Platz.

Mmmh, Punkte für Berlin, es sei denn man hat ein Faible für Musicals, dann ist Hamburg die erste Wahl.
Lastminute Urlaub Hamburg vs. Berlin 10:100

Irgendwann im Juli vor zehn Jahren bin ich nach Berlin umgezogen. Daher gibt es eine Hamburgfreie Woche mit jeder Menge “Kinder war das alles schön damals”.

Frisch studiert, hochmotiviert und keiner wollte mich haben. War das ein Elend alles. Stundenlanges studieren irgendwelcher Steuerschrottsachen, Freiberufler und so, das ist nichts für mich, soviel Kleinkram, dazu hat keiner richtig Plan, niemand da im privaten Umfeld den man fragen könnte, nur Halbwissen überall.

Plötzlich hatte ich dann doch einen Kunden. Eine Kurierfirma. Die wollten dann alles und zahlten für nichts. Es ging um Design und etwas Flash, es wurde um 50 Euro für irgendwelche Buttons gefeilscht und spätestens da keimte ernsthaft der Wunsch auf die Stadt zu verlassen. War das ein Kinderfasching alles. Peinlich wenn ich jetzt daran denke. Um 50 Euro handeln mit einem Kunden der 100 Angestellte hat.

In Berlin klappt das einfach nicht als Freiberufler, zumindest bei mir nicht. Es gibt zu viele und die Preise sind am Boden. Ich näherte mich einer völligen Depression, zwischenzeitlich hatte mein Neben-Jobgeber auch das Gehalt und besonders die Zuschüsse gekürzt. Die Nachtschichten wären dann für vier Euro brutto die Stunde gewesen, so was kann ich aus Prinzip nicht machen. Das störte aber keinen, meine Stelle war schon besetzt bevor ich „Auf Wiedersehen“ sagen konnte.

Ein Praktikum bei einer Agentur in Friedrichshain endete damit dass die vier Geschäftsführer sich zerstritten, hauptsächlich darüber das einer von ihnen mit der Kohle durchbrannte. Mein kürzestes Praktikum ever.

Damit war ich dann, abgesehen von diversen minipillepallejobs arbeitslos und die Bewerbungsphase begann. Deutschlandweit. Die Berliner wollten mich nicht, selbst als Praktikant hatte ich Pech. Diese ganze Dauerkrise hatte auch extreme Auswirkungen auf das Privatleben, die Freundin war an der UdK und bei denen ist ja generell alles eher super.

Dort passieren auch lustige Sachen, da gibt es Videoschnittplätze, irgendwo im Keller. Sie bastelte da an einem Film herum, ich war zu Besuch und plötzlich taucht eine dieser ultrahübschen UdK-Design-Schnitten auf und fragt uns verwundert warum sie ihren zehn Minuten Clip nicht auf Diskette speichern kann. Eine echte 3,5“ Diskette. Da hat man doch keine Fragen mehr oder?

Jedenfalls ging dank meiner schlechten Laune und der Glückseeligkeit an der Uni auch die letzte Beziehung in Berlin in die Binsen. Noch ein Grund mehr zu verschwinden, ich wollte ja unbedingt schicke Webseiten machen, ich konnte aber nicht.

Also wurden Bewerbungen gemacht und die Erste ging nach Hamburg.