Das ist toll. Die Digital Media Women gibt es jetzt auch in Berlin.

Pünktlich zur re:publica 2012 gibt es die Digital Media Women nicht nur in Hamburg, sondern auch in Berlin.

… Heute sind die Digital Media Women in Hamburg ein fester Teil der lokalen Web-Szene: mehr als 350 Mitglieder in der Mixxt-Community, über 800 Twitter-Follower eine wachsende Anhängerschaft bei Facebook und vor allem im Real Life. … der zentrale Gedanke der DMW war von Anfang an, sich nicht nur im Digitalen auszutauschen, sondern Web-Kontakte vor allem von Angesicht zu Angesicht zu vertiefen und so neue Verbindungen zu knüpfen. …

Und wisst ihr was? Das funktioniert. Gratuliere. Mehr dazu bei
carolin-neumann.de: Digital Media Women – Berlin #rp12

Ganz großes DiskursDisko im deutschen Internet. Es gibt die erste deutsche Ausgabe der WIRED. Ich habe sie natürlich gekauft und ich finde sie gut. Kann man lesen, das Heft sieht toll aus, ist informativ, behandelt Themen, die so eher nicht im Print auftauchen, und ja, warum nicht? Die deutsche WIRED ist besser als viele andere Zeitschriften am Kiosk. Gratuliere.

Das schöne an der deutschen WIRED ist, dass, wieder mal, plötzlich überall Zeitschrift-Experten aus dem Nichts auftauchen. Das ist sensationell, was da alles geschrieben, diskutiert, analysiert, auseinandergenommen, korrigiert und fabuliert wird.

Unglaublich, dass sich so viele (Online-) Leute sich so intensiv mit einer Zeitschrift beschäftigen. Eine Zeitschrift! Alleine dafür bekommt WIRED meine Anerkennung. Nochmal, ich empfinde das als sensationelle Leistung. Die einen meckern, die anderen loben, weitere bleiben sachlich. Herrlich zu lesen, wie sich meine im Laufe der Jahre gebildete Meinung über die unterschiedlichen Chraktere teilweise bestätigt.

Eine kleine, persönliche Auswahl an Meinungen zur ersten deutschen WIRED.

… Kunst? Visionen? Es gab viele Optionen. Am Ende aber muss jemand gesagt haben: Schluss damit, wir machen das, was sich verkauft. Sex. Drogen, Autos. Und unseren Lesern – den technikaffinen Geeks – soll Deutschland gehören. Darunter machen wir es nicht, denn was die Bild kann, können wir auch …
Don Alphonso – Wired oder Das wäre nicht nötig gewesen, spannende Kommentare dort.

… die Mutlosigkeit der Agenda, die Fokussierung auf Personenberichterstattung, die Gefälligkeit der Themenauswahl und die geringe Tiefe der Artikel fällt es schwer, sich nicht eine Marketingabteilung vorzustellen, die statt einer Redaktion das Heft macht …
mspro – wired_de

… inhaltlich kann man gegen die deutsche wired wirklich (fast) nichts sagen. solide, gar nicht mal langweilige journalistische kost, nichts worüber man sich aufregen müsste, aber auch nichts was einen grossartig bewegt …
wirres.net – vanity fair deutschland, zweiter versuch.

… Jetzt tun gerade alle ganz aufgeregt, weil sie die GQ nicht mögen oder sich nicht in der Zielgruppe wähnen und Wired böse ist, weil sie die Pilot-Ausgabe an die GQ koppeln. Seit wann herrscht denn Lesezwang? Wer möchte, kann die GQ als Beilage der Wired sehen und sie geniert oder angewidert in den Papiermüll befördern. Ich kaufe mir übrigens die GQ öfter mal, weil sie nämlich, wie die meisten Frauenzeitschriften auch, ganz toll ist, wenn man mal einfach nur blättern will und nicht so viel tiefschürfenden Text lesen mag, also z.B. nach einem langen Tag im Flieger oder in der Bahn …
Lumma.de – Wired: lange gewartet, keine Überraschung

… Ich habe „Wired“ immer gehasst. Spätestens mit 40+ fühlt man sich diskriminiert und ausgegrenzt. Die optische Aufmachung so übersichtlich wie eine Ikea-Anleitung, jede Seite so lesbar wie ein Monty-Python -Zeichentrickfilm, der in 6-Punkt-Schrift mit Homers Odyssee untertitelt wird. In Altgriechisch …
off-the-record.de – Blattkritik: “Wired” und die spießigen Geeks.

… Das Papier super, die Bilder zu dunkel, die Inhalte ganz okay, Glückwunsch an die Redaktion — und doch muss ich noch etwas zur deutschen “Wired” loswerden. Gleich mehrfach sehen Werbeanzeigen so aus wie der eigentliche Inhalt des Hefts. Muss das so jetzt so sein? …
olereissmann.de – “Wired” den Anfängen

… Für die Inhalte hat das Team deutsche Vordenker der Internet- und Technikszene porträtiert. Ein Fokus auf die aktive Technikgesellschaft in Deutschland, die leider noch immer zu sehr im Untergrund stattfindet …
www.basicthinking.de – Deutsche “Wired” liegt am Kiosk. Liest sich gut. Kauft sie!

… Endlich ein deutsches “Wired”! Das internationale Kampfblatt der Digitalkultur, Debattentreiber und Vorreiter einer affirmativen Berichterstattung über Technologie, kommt nach Deutschland. Ausgabe eins ist opulent, unterhaltsam, abwechslungsreich – aber auch ein bisschen angestrengt …
spiegel.de – Fühlt sich gut an, strengt sich sehr an

… Das neue Magazin ist aber auch wieder einmal ein Beleg dafür, dass es in Deutschland offenbar zu jeder Zeit rund ein Dutzend sehr guter und frei verfügbarer Journalisten gibt, die ein Heft in zehn Wochen entwickeln – gemeinsam mit erstklassigen Art Directors wie Marcus Rindermann. Ihm und seinem Team wird das Verdienst zukommen, dass die iPad-App zum Heft selbst Papierfetischisten mehr als Respekt, nämlich: Zweifel abnötigen wird. Zweifel an Print …
taz.de – Nett, bunt und ohne Konkurrenz

… Im Zentrum des 130-Seiten-Heftes stehen genau diese Menschen, die durch ihr großes Interesse an wissenschaftlichen und visionären Themen auffallen. Auf 30 Seiten werden Personen vorgestellt, für die „,German Angst‘ kein Bestandteil der DNA unserer Gesellschaft ist“, wie es Knüwer formuliert …
tagesspiegel.de – Geeks lieben Speiseeis

… Das Heft ist spannend – und respektabel: 130 Seiten, die einen klaren thematischen Fokus haben (das Web, das Web, und nochmals das Web). Innerhalb dieses Kosmos wird aber eine Vielfalt geboten, für die im klassischen Print-Journalismus der Platz und vor allem das Gespür fehlt …
Wild, wilder, Wired

… Heute ist es soweit: Thomas Knüwer betätigt sich als moderner Martin Luther hervor und übersetzt die amerikanische Nerd-Bibel WIRED endlich ins deutsche …
netzfeuilleton.de -WIRED – Die interaktive Blattkritik, mit einem dieser “interaktiven” Videos.

… Ein erstes Fazit: Die erste deutsche “Wired” ist ein Blatt, das sich durchaus für eine Fortsetzung empfiehlt – die Nische ist jedenfalls vorhanden …
wuv.de – Blattkritik “Wired”: Sind so bunte Bilder hier.

… Nun liegt das Urteil bei Ihnen, den Lesern. Hier im Blog, per Mail und in einer Flut von Tweets haben Sie uns über diese Wochen hinweg viele Anregungen gegeben – und klar gesagt, wenn Ihnen etwas passt oder nicht passt. Dafür herzlichen Dank! …
wired.de – 3, 2, 1… Los!, mit sehr vielen Kommentaren.

… Die Info-Grafiken zu Beginn des Magazins sind optisch herausragend, ebenso Bilder-Strecken, die uns u.a. einen Darth Vader im Urlaub präsentieren, oder Deutschland nach dem Atom-Ausstieg. Es gibt eine Art Wimmelbild zum Oktoberfest (Maßterplan) und noch ganz viele feine kleine Ideen …
meedia.de – Wired: hübsch, bunt und ein wenig mutlos.

… Etwas anders als üblich kommt die Werbung im Heft daher: Gleich mehrere Anzeigen sind mit QR-Codes für weitere Infos versehen, ein vierseitiges Advertorial von BMW ist leider nicht für jeden Leser mühelos als Werbung zu erkennen …
turi2.de – heute2: Deutsche “Wired” verlangt zum Start nach mehr “Geeks”

… „Nun leben wir im Zeitalter der ultimativen Vernetzung – aber Deutschland will sich und seine Bürger isolieren“, kritisiert der Wired-Chefredakteur. Dafür leisten wir uns monatelang eine Datenschutzdebatte über Gefällt mir-Button und der Ablichtung von Straßenzügen …
gunnarsohn.wordpress.com – Wired-Deutschlandpremiere gelungen!

… Knüwer und seine Redaktion knüpfen an eine Grundidee an, die 1991 in den USA ihren Anfang nahm. Damals entwarfen Louis Rossetto und Jane Metcalfe die Wired …
wissen.dradio.de – Wired auf Deutsch. Auch zum Hören. Empfehlenswert.

… Die deutsche digitale Erstausgabe der WIRED macht Spaß. Chefredakteur Thomas Knüwer und sein Team haben dem Leser ein gutes Ergebnis abgeliefert …
www.michaelfriedrichs.de – APPgecheckt: Die deutsche WIRED iPad-App im Test – tolle Bilder, wenig Text. Feedback zur WIRED-App.

… Netzpolitik gilt als Männerdomäne, Fehltritte als Frau drohen auf alle Frauen zurückzufallen, statt Engagement gegen sexistische Angriffe glänzt die Netzszene vor allem durch Abwehrhaltung. So schließt sich wieder einmal der Kreis …
maedchenmannschaft.net – Frauen unerwünscht? Der Wirbel um die deutsche Wired als Netzpolitik-Analogie.

… There are plenty of women who enjoy reading men’s magazines (and the other way around), but the decision to bundle Wired with a magazine geared specifically towards the male demographic sends a very clear message to women: “You are not our target market, and are not a part of the discussion.” …
liron.de – Why I’m not buying Wired today

Ich habe auch einen bescheidenen Wunsch für die nächste deutsche WIRED.

Ich wünsche mir für die nächste Ausgabe ein paar Anleihen aus meinem lieblingsthema Videospielkultur. Es gibt diesbezüglich in Deutschland diverse Lücken zu füllen.

… Videospiele sind auf den Weg in die Mitte der Gesellschaft … Je mehr mehr Menschen Videospiele zu einem Teil ihres Lebens machen, desto größer sollte die Relevanz und Deutungsmacht der Journalisten sein, die über dieses Medium berichten.
In Deutschland ist das Gegenteil ist der Fall. Die etablierte Spielekritik nimmt ihren Vertretungsanspruch nicht wahr. Zum gesellschaftlichen Diskurs über das Medium hat sie wenig beizutragen …
kaliban.de – Zum Zustand der deutschen Spielekritik und kaliban.de – Spielekritikdebatte: Nachlese

Danke für das Heft. Das habt ihr toll gemacht.

Disclosure: Ich kenne einige Autoren der WIRED.

p.s. Ich finde die erstmalig gekauft QC jetzt auch nicht so schlimm. Viel Werbung, klar, aber die Werbung sieht gut aus. Das ist alles high glossy pop bis der Arzt kommt. Kann man mal durchblättern, manchmal ist so etwas toll.

Fünf Jahre Re:publica und ich habe immer noch den Schlüsselanhänger der Re:publica 07 am Schlüsselbund.
Das alleine reicht eigentlich. Musst du nicht weiterlesen, kannst du aber.
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Anja Assion hat auf telemedicus einer 14jährigen gymnasiastin fragen gestellt.

Felix hat sich gedacht, die Fragen kann man sich auch selbst beantworten, schliesslich kennt er sich mit dem Internet-gedöns auch ein bisschen aus.

Dieses Internetz-Dings finde ich soweit ebenfalls ganz knorke, daher rede ich ein wenig mit mir selbst.

Hier also die bei Anja geklauten und von Felix teilweise aufgemöbelten Fragen mit meinen Antworten:

Sven, deine Generation wird als „Digital Natives” bezeichnet. Sagt dir dieser Begriff etwas?

Digital, ja, das kenne ich, kann man am Lichtschalter im Bad, wahlweise auch in der Küche spielen. An- aus. Geht auch mit einer Taschenlampe, dann bin ich sogar ein digital native mobile. Digital Natives ist eigentlich totaler bollogs. Eben war ich noch “Generation upload”, dann “generation download”, wahlweise auch “generation gameboy, C64, Golf, Digitaluhr, Turnschuh, Umhängetasche oder Laptop”. Digital Natives sind wohl die Leute, die mit dem Internet groß geworden sind und für die Videospielkultur und der ganze Onlinekram gleichberechtigt neben Zeitungen, Kino, Büchern, TV und Radio steht.

Du bist 33 Jahre alt und hast natürlich auch einen eigenen Computer. Seit wann besitzt du ihn und musst nicht mehr den Familien-PC benutzen?

Einen eigenen Computer habe ich seit meinem 10. Geburtstag – ich bekam als einer der letzten im Freundeskreis einen C64 geschenkt. Der war noch mit Datasette und im halb- bis jahrestakt wird seitdem die Technik aktualisiert. Diskettenlaufwerk, Farbmonitor, neue Joysticks. Papa kaufte sich einen PC von Schneider Namens “Joyce”, ein 386, ich wechselte über zum Amiga 500. Gameboy, Megadrive, SNES kamen irgendwann, ich träumte vom Neo Geo, kannte aber jemanden, der so ein Ding hatte.

Ich habe Kiloweise Handbücher für Windows 3.11 und Word (irgendwas ganz altes) gelesen, versucht die Buchhaltung im Familienbetrieb auf den Rechner zu heben (hat geklappt), am neuen Arbeits-PC (486 – wow) vom Papa absolute mind-blowing-Erlebnisse mit System Shock und Wing Commander gehabt, wechselte vom Amiga 500 auf den Amiga 1200, kaufte ein Modem, die Playstation zog ins Haus, ich nach Berlin, da dann ein PC, Pentium irgendwas, irgendwann gab es DSL anstatt ISDN, neuer PC, nochmal neuer PC, irgendwann ein ALDI-Laptop (läuft heute, nach über 6 Jahren immer noch), Nintendo Gamecube, Gameboy Advance, Nintendo DS, Nintendo Wii, schnelles Laptop von Dell und zwischendrin immer wieder wechselnde Rechner am Arbeitsplatz.

Ich nutze immer mehr das Handy zum lesen von Onlinekram. Einen Familien-PC gab es in diesem Sinne bei mir noch nie.

Wo bewegst du dich denn im Internet? Hast du eine eigene Homepage bzw. einen Blog?

Ich schreibe seit Jahren Stuss in dieses Blog, besitze noch ein paar andere Blogs, eine Homepage hatte ich noch nie. Ich bin den ganzen Tag online, daher macht eine Liste mit “wo bewegst du dich” allein aus Platzgründen keinen Sinn. Einen groben Überblick über “Sven im Internet” bekommt man auf meiner Friendfeedseite oder auf meinem XING-Profil.
MeinVZ will ich nicht kennen, die deutsche Wikipedia finde ich inzwischen doof und in Foren bin ich sehr selten aktiv.

Und wie schaut bei dir ein normaler Tag – in Bezug auf das Internet – aus? Kannst du deinen Tagesablauf beschreiben, also wie oft du am Tag E-Mails, Facebook- oder Twitter-Mitteilungen checkst?

Ich lasse mich vom Handy wecken und wanke nach dem üblichen morgendlichen Pflegekram aus dem Haus und Laufe 10 Minuten zur U-Bahn. Wenn es nicht regnet, lese ich dabei meine Mails auf dem Handy und versuche mich mit m.spiegel.de, Google News, Welt kompakt, Telepolis und einigen anderen auf dem Laufenden zu halten. Die Nachrichtenwebseiten schaffe ich während der Zigarette, die ich im Laufen rauche. Die restlichen 30 Minuten U-Bahnfahrt lese ich meinen Google Reader leer. Ich schreibe zwischendurch Stuss auf Twitter, meistens lüge ich mir da einen zurecht, manchmal auch nicht, in der U-Bahn passiert genügend Stuss, den ich twittern kann.

Auf Arbeit surfe ich dann 8 Stunden lang im Internet. Ich arbeite gleich vor zwei Rechnern, kümmere mich um hunderte Webseiten, schreibe Zeug, diskutiere, Bespreche, Telefoniere, ärger mich über Technik, lege zahlreiche Bookmarks zum später lesen ab, lese sie nie, surfe rum, schreibe Zeug ins Blog, lade Fotos auf Flickr, manchmal auf Twitpic, beantworte und lese viel zu viele Mails und versuche den Admin zu bestechen.

Nach Feierabend mache ich manchmal Podcasts, verabrede mich über Twitter zum Bier, fahre nach Hause, lese meinen Feed-Reader leer, zwischendurch schaue ich auf Rivva.de, popurls.com oder techmeme.com vorbei und schwupps, ist ein wieder ein Tag rum.

Das Internet wird dann von der anderen Seite der Welt mit Zeug gefüllt, dass ich dann am nächsten morgen wieder weglesen kann.

Welche Rolle spielt das Internet auf der Arbeit? Habt ihr auf der Arbeit Computer mit Internetzugang und lernt ihr gezielt mit dem Internet zu arbeiten, also beispielsweise darin zu recherchieren? Und werdet/wurdet ihr auf der Arbeit von euren Vorgesetzten darüber aufgeklärt, was ihr im Internet dürft und was nicht?

Jeder meiner über 2.000 Kollegen hat einen Computer und alle sind online, unsere Arbeit spielt sich zum grossen Teil im Internet ab. Die meisten Resourcen die ich zur Arbeit benötige finde ich im Internet, hätte ich kein Internet, wäre ich wie ein Förster ohne Wald oder ein Metzger auf dem mond — völlig hilflos.

Meine Eltern und Freunde haben mir beigebracht, was ich darf und was nicht, das gilt auch für das Internet.

Einige Gerichte haben entschieden, dass Eltern haften und Schadensersatz bezahlen müssen, wenn ihre Kinder im Internet das Recht verletzen. Denn Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können in vielen Fällen noch nicht belangt werden. Beaufsichtigst du deine Kinder, wenn sie im Internet sind? Und hast du deine Kinder über „richtiges Verhalten” im Internet geredet?

Ja, ich habe mit ihm geredet, aber mit seinen 11 Monaten findet er es deutlich spannender in die Tastatur zu beissen und die Tasten rauszureissen als sich im Netz zu bewegen.

Später wird er vielleicht extrem viel mehr Ahnung vom Internetz haben als die meisten seiner Schulfreunde. Vielleicht auch nicht, wer weiß. Dafür ist es noch zu früh.

Was verstehst du persönlich – unabhängig von der Meinung deiner Kollegen, Freunde oder anderen – unter „richtigem Verhalten” im Netz?

hm. ich verstehe die frage nicht. Ruhig bleiben, nicht sofort den Anwalt anrufen, auf andere Rücksicht nehmen? Richtiges Verhalten ist so eine Sache, das klappt in der Masse gesehen noch nicht mal auf der Autobahn mit echt überschaubaren Regeln. Ich wurde noch nie abgemahnt, habe noch nie eins auf die Fresse bekommen für mein Blog, wurde noch nie dafür gefeuert, also habe ich wohl bislang alles richtig gemacht.

Beziehst du Musik und Filme aus dem Internet? Kostet das Herunterladen dann etwas und machst du das auch schonmal illegal?

Nein. Ja. Nein. Blöde Frage.

Hast du eine Vorstellung warum das Kopieren von Musik und Filmen im Internet in vielen Fällen nicht erlaubt ist? Findest du es richtig, dass das Hoch- und Herunterladen in den meisten Fällen nicht erlaubt ist?

Ja, habe ich. Blöde Frage.

Sollte man deiner Meinung nach alles, was im Internet verfügbar ist, auch frei nutzen dürfen? Oder kannst du auch die Urheber verstehen, die das nicht möchten?

Nein, man sollte nicht alles frei nutzen können. Ich wöllte das nicht. Auf diese ganze Urheberrechtskacke habe ich keine Lust, damit sollen sich andere beschäftigen. Ich wäre aber froh, wenn endlich mal die erste Abmahnung für Urheberrechtsverletzungen auf 50€ gedeckelt wird. Egal ob gewerblich oder privat.

Du hast erzählt, dass du ein Profil bei Facebook hast. Wie stellst du dich dort selber dar? Wer darf sich alles dein Profil anschauen?

Keine Ahnung, muss ich gleich mal nachsehen, ob ich da was eingestellt habe. Ich stelle mich dort als Internetfuzzi mit Hang zu Hamburg und Berlin dar.

Hast du das Gefühl, dass du dich zu anderen im Internet anders, vielleicht offener und direkter, als wenn sie in natura vor dir stehen?

Das ich mich im Internet zu anderen was mache? Verhalte?
Anders bestimmt. Ich bin in Internet größtenteils nicht abmahnfähig. Im echten Leben schon, ein Abend mit den Jungs bei zwei, drei Bier und ich könnte eine halbe Kanzlei mit Beleidigungen und sonstigem Quatsch beschäftigen. Ich schimpfe gerne, bin manchmal sehr direkt und fliege damit regelmässig auf die Fresse. Im Internet bin ich etwas höflicher, hauptsächlich aus finanziellen Gründen. Ausserdem lesen sich Texte ohne Schimpfwörter meisten besser.

Ein bekannter Wissenschaftler hat einmal gesagt: „Das Internet vergisst nie.” Was meinst du, hat er damit gemeint?

Wer war das? Oh, blöd, hat das Internet das vergessen? Was wollte ich jetzt schreiben? Habe ich vergessen.

Das mit dem nie ist totaler Quatsch. Meine ersten Webseiten sind schon lange “vergessen” im Sinne von Offline. Gesamt Geocities ist seit ein paar Tagen weg und vergessen. ich weiß nicht, was mit meinem Kram, der zur Zeit im Netz zu finden ist, in 5 Jahren passiert. Ob es dann dieses StudiVZ noch gibt? Die haben sich die letzten Jahre kaum geändert, ob die das nochmal 5 Jahre durchhalten oder einfach abgeschaltet werden?

Ich finde die aktuelle Entwicklung mit “der Staat vergisst nie” dann doch bedrohlicher. Vorratsdatenspeicherung mal als Stichwort. Das wird sicherlich nicht besser in den nächsten Jahren.

Hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, dass dein Arbeitgeber dich dann vielleicht vor dem Bewerbungsgespräch googelt und dabei peinliche Fotos von dir findet?

Ja, habe ich. Ich habe einmal einem potentiellen Arbeitgeber als Bewerbung einen Link zu meinem Namen als Google-Suche geschickt. Fand er ganz aufregend, hatte er von 99% der danach sichtbaren Dinger noch nie etwas gehört.

Ich hoffe, die Fotos von mir sind nicht zu peinlich, aber ich finde es schon stulle, was die Leute da teilweise online stellen. Ich will mich nicht zum Deppen machen, online wie offline.

Die „Generation Internet”, der du ja angehörst, unterscheidet sich auch deshalb von früheren Generationen, weil es für sie ganz normal ist, Kontakte übers Internet zu knüpfen. Wahrscheinlich hast du auch schon Leute übers Internet kennengelernt. Wie kam es zu den Kontakten und habt ihr euch auch in der „realen Welt” schon einmal getroffen?

Na klar habe ich schonmal Leute aus dem Internet getroffen. Inzwischen dürften es ein paar Hundert sein. Ich kann mir aber nie merken wie sie heissen, die Unterschiede zwischen Twitter-Nickname, Blogname, Blog-Autorenname und Klarname sind bei einigen einfach zu groß.

Auf Konferenzen, Barcamps, beim Podcasten, irgendwelchen Twitter-Dingsbums oder einfach nur auf nen Kaffee oder zum Bier – ich treffe mich regelmässig mit Leuten die ich im Prinzip ausschliesslich aus dem Internet kenne.

Ich mache das ja schon ein paar Jahre. Aus anfänglich losen Bekanntschaften die auf “ich lese dein Blog” und Mailverkehr bestanden sind echte Freundschaften entstanden.

Hattest du vor Bloggertreffen Angst, dass sich in Wirklichkeit ganz andere Personen hinter den Bloggern verbergen als du erwartet hast?

Nö. Wieso?

Du bist erstaunlich gut über Problemfelder im Internet und Verhaltensregeln informiert. Woher hast du dein Wissen, wenn du es nicht in der Schule oder von deinen Eltern gelernt hast?

Von Google? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht.

Sven, herzlichen Dank für das Gespräch!

gerne.

die fragen stammen ursprünglich von anja assion und wurden teilweise von Felix modifiziert.

Heute.
33 Jahre.

Kind hat mir einen Festplattenvideorekorder- DVD- Aufnahme-Heinz geschenkt. Freue mich darüber wie ein Schneekönig und teste gerade verschiedenste Kombinationen des Daten hin- und her kopieren von japanischen Ghost in the Shell Videos mit englischen Untertiteln von USB Festplatte über DVD+R über USB Stick zu NAS Laufwerk über interne Festplatte unter Umgehung der Duplo Schaltung. Großer Spaß, einfach nur weil es geht.

33 Jahre Hamburg Berlin – der Kleine hat sich heute morgen beim Wickeln total kaputt gelacht als ich ihn immer “Schnitzel mit Pommes” nannte. Babylachen ist echt mächtig, da kommt nix mit. Ein guter Tag bislang und darum Punkte für Hamburg.

33 Jahre Hamburg & Berlin 33:0

ps: Den Festplattenrekorder hatte ich letztes Jahr im August gegenüber der Mitbewohnerin erwähnt. Im Zuge der Schwangerschaftsvorbereitung / “Hilfe, was soll ich tun Phase” hatte ich einen Artikel bei Elle gelesen:

Mit einem Festplattenrekorder muss man also nicht auf Arte umsatteln, wo die Filme um 20:45 anfangen … sondern kann zeitversetzt seine Lieblingsserien schauen. Das entspannt kolossal. … Wenn alles fertig ist, setzt man sich entspannt vor den Fernseher und schaut unabhängig von Sendeplätzen fern.

Quelle: journelle.de – Serie: Wirklich wichtige Tipps für junge Eltern #1

Blog lesen hilft. Dank Elle besitze ich jetzt einen Festplattenrekorder.

pps: Ich wünsche Anke und Felix alles Gute zum Geburtstag.

7.11.08 4. Nachtrag Die Wahlnacht bei den Obamas auf Flickr. Niedliche Bilderserie des offiziellen Obama Kampagnen-Fotografen David Katz.
Ebenfalls auf Flickr: A message for Obama. Hunderte Fotos von und mit Menschen und Nachrichten für Obama. Da macht die Flickr-Chefin selbst mit. Ganz groß auch dieses Lego-Bild auf Flickr. Auch nett: Im Obama-online Store wurden viele Preise um 50% reduziert. Ein guter Moment für dein eigenes Obama Shirt – wahlweise auch den tollen Obama-Babystrampler. Ganz groß.

6.11.08 – 3. Nachtrag Für alle, die zuviel Zeit haben:
Sucht mal auf Digg.com nach Obama. Da findet man unfassbare Dinge – Videos, Fotos, Reden und unfassbaren Stuss, der aber meistens viel Spaß macht. Nur heute sieht man auf newseum.org die Cover von 714 Tageszeitungen aus der ganzen Welt. (Vorsicht: die Seite ist groß, kann den Rechner lahmlegen). Auf fast allen Titelblättern ist Obama zu sehen. Eindrucksvolles Bild. Aus Copyright-Gründen kann ich das nicht zeigen, ihr müsst selbst auf den Link klicken.

6.11.08 – 2. Nachtrag Wie so ein Wahltag mit Schlangen, Wahlcomputer, wählenden Omas, sich freuenden Menschen und jeder Menge Party aussieht, kann man im ‘There’s definitely going to be a change’ Video sehen. Wundervolle Sache. Niedlich, wenn die Oma “it’s over, i did it” singt.

ich habe das gerade erst entdeckt – genauer gesagt: das letzte Video, das gestern am Wahltag in Washington DC entstanden ist. Es ist eine feine, unterhaltsame, meinungsstarke, fürs Web wunderbar geeignete Form

Quelle: stefan-niggemeier.de – there’ll be a change

Mit dem Video verstehe ich ein klein wenig besser, warum die alle so derbe durchdrehen.

6.11.08 – Nachtrag Das geht heute wunderbar weiter mit wunderbarem Zeugs über die Wahl. boston.com – The next President of the United States – Fotoserie zu Obama auf Boston.com – immer sehenswert. Auch nett und nicht ganz so verdaddelt wie auf Nerdcore.de ist Obama auf Spreeblick. Die Wahlnacht hat einen neuen globalen Traffic-Rekord ausgestellt, sagt Akamai. Gebaut wurde der ganze Internetkram für Obama von Blue State Digital (BSD). Netzwertig verweist in Barack Obamas Kampagne im Web auf zwei Heise-Artikel. In Kurz: heise.de – Das Geheimnis seines Erfolges: Obamas Wahlkampf 2.0 und in schlimm lang: Technology Review: Das Geheimnis seines Erfolges. Faszinierend sind die Kommentare auf “You did it!” im Obama-Blog. Schlappe 2000 Kommentare mit Gratulationen und co. Aus zahlreichen Gründen vollkommen unvorstellbar für eine deutsche Politiker-Webseite.

Das habe ich heute jemanden gemailt und wollte es nicht im Postfach verschimmeln lassen – also ab damit in dieses Internetz.

Heute hat Obama die Wahl gewonnen und dieses Internetz dreht total durch.

Spiegel hat das kurz zusammengefasst:
spiegel.de – Wie das Internet seinen Champion feiert. Da sind lustige Sachen dabei – heftig der Hinweis auf die 19.808 21.324 22.152 25.617 30.430 (das ist total Irre) Blogposts für Obama in der letzten Stunde (20:25 Uhr). Über 5 6 Obama-Blogposts pro Sekunde. Unvorstellbar.

election.twitter.com war gestern, heute und bleibt bestimmt auch noch morgen ein unfassbarer Spiegel der politischen Meinung zigtausender Menschen. Faszinierendes Ding, da muss man auch nix machen, man kann nur zusehen.

Auf Obamas Webseite: barackobama.com kann man sich durch eine Vielzahl von Dingen klicken, von denen die deutsche Politik noch nie etwas gehört hat. Da sieht man, wenn man sich die Box auf der Seite unten rechts ansieht, sofort den lichtjahregroßen Unterschied zwischen Politik-Werbung US und DE. Wird spannend, was die Strategen sich davon aus DE abschauen.

Sie werden sich etwas abschauen, denn die Kampagne für Obama wurde massiv, richtig schlimm massiv im Internet ausgetragen. Einige behaupten, die Wahl wurde im Internet entschieden. Soweit würde ich nicht gehen, aber die Präsenz im Netz hat die Wahl deutlich beeinflusst.

Das Obama Team hat sich tolle, eindrucksvolle und neuartige Sachen einfallen lassen. Auf off-the-record.de – Obama und der Siegeszug des Web 2.0 werden ein paar in einer Zusammenfassung erwähnt.

Mit den Links in dem verlinkten Artikel kann man schlimm viel Zeit verbringen. Allein für die Obama-Videos bei YouTube braucht man zwei Leben.
Beispielsweise:
Yes We Can – Barack Obama Music Video schlappe 11 12 Millionen Aufrufe (ein beliebtes Video bei YouTube)
“I Got a Crush…On Obama” By Obama Girl im Bikini schafft sie locker 10 11 Millionen Aufrufe
Nach acht Jahren ein zweiter Teil für Obama Wassup 2008 sah vor acht Jahren so aus: Wazzuuuuuuup!

damit könnte ich Stundenlang weitermachen … wer sich das ansehen will, auf nerdcore.de tag – obama gibt es dann die unfassbarsten Sachen bezüglich Internet und Obama. Videos, Nanotubes, Songs, Photoserien, Interviews u.s.w.

twitter.com/jkleske/ – eine gute zeit, um in social media zu arbeiten, wenn der best-pratice-case von allen tv-schirmen filmmert

In diesem Sinne, schönen Abend noch.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Dietrich

Nachtrag. Jetzt macht es langsam die Runde. Auf team-success.de – Die Webcam, der kleine Glaspunkt … gibt es eine deutsche Übersetzung der letzten Worte im Video und auch Johannes Kleske schreibt: Absolute Empfehlung

Ein Video mit Internetzeugs. Langweilig, ich weiß.
Es hat auch noch den sperrigen Titel: An anthropological introduction to YouTube.

Aber was soll ich sagen? Das Video ist großartig. Ein Video über das Phänomen YouTube und die Menschen, die Videos auf YouTube stellen.

Es werden in ruhigen Worten und gut verständlichen Bildern Geschichten über YouTube erzählt.

Geschichten, die ich so bislang noch nie gehört habe.
Woher stammt das Numa Numa Video?
Wie verbreiten sich Remixes über den Globus?
Warum machen die Menschen so etwas überhaupt?

Antworten auf viele bislang nicht gestellte Fragen gibt es im Video – es ist lang, aber es lohnt sich.


An anthropological introduction to YouTube Video direkt Link

Das Video stammt von mwesch – mehr über ihn und dieses Video gibt es auf http://mediatedcultures.net