Eines meiner Lieblingsthemen in Hamburg. Die Hanseaten und viele Besucher sind erstaunlicherweise der Meinung, dass sie sich in einer großen Stadt aufhalten.

Eine RICHTIG GROßE STADT, so groß, dass man nicht mehr zu Fuß geht, es ist schliesslich RICHTIG WEIT, sondern man mit dem Bus, der Bahn oder, besonders beliebt in Hamburg, mit dem Auto fährt.

Bei aller Liebe: Darüber lache ich mich jedesmal kaputt. “Vom Hauptbahnhof bis Mönckebergstrasse zum Rathaus laufen – DAS IST VIEL ZU WEIT” – jedesmal ein Lacher. Der Weg ist nur ein Katzensprung, ein Witz von einer Entfernung, ein gemütlicher Spaziergang. Doch die Hanseaten sehen dies völlig anders, erkennbar daran, dass der Weg zwischen Hauptbahnhof und Rathaus gepflaster ist mit gefühlt 18 Buslinien, fünf U-Bahnstationen und 10 Taxiständen.

Warum das so lustig ist, wenn man einmal in Berlin gewohnt hat, wird mit folgender Grafik deutlich.

Alexanderplatz Berlin in Hamburg v2

Die blaue Linie ist der Umriss des Berliner Alexanderplatz. Foto: Alexanderplatz Berlin maßstabsgetreu in Hamburg. Grafikdingens mit mapfrappe.com gemacht, kann man hier selbst prüfen.

Allein nur der Berliner Alexanderplatz (ein PLATZ) ist so groß wie die halbe ein fünftel Hamburger Innenstadt (jaha, in Hamburg gibt es eine Innenstadt. Kennt man in Berlin nicht, ich weiß).

Würde man den Alexanderplatz von Berlin nach Hamburg verschieben, er reicht vom Hauptbahnhof bis zum Rathaus Hamburg.

Wieder etwas gelernt.
Nächstes Mal könnt ihr vom Hauptbahnhof bis zum Rathaus laufen. Macht nen schlanken Fuß und hinterher könnt ihr sagen, ihr seid einmal über den Alexanderplatz gelaufen.

Berlin Alexanderplatz in Hamburg 1:0

Nachtrag zu GEZ für Bus-Radio Hamburg vs. Berlin

Dort gibt es in den Kommentaren Zweifel, dass für die Busse überhaupt GEZ-Gebühr gezahlt wird.

… Busse im ÖPNV sind vom neuen Rundfunkbeitraga ausdrücklich ausgenommen …

Es scheint hier Optimierungspotential zu geben, denn die Hochbahn schreibt mir heute:

… die HOCHBAHN bezahlt für Ihre Busse die GEZ-Gebühr. …

Quelle: E-Mail von der Hochbahn.

Tja. Da habe ich richtig geraten.

Wieder etwas gelernt. Das Leben in der Stadt sorgt für erhöhten Umsatz in Apotheken und Hamburg ist Deutscher Meister in Apotheken. Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Apotheken pro Einwohner und Apotheken mit so hohem durchschnittlichem Umsatz wie in Hamburg.

APOTHEKE

Foto: APOTHEKE von epha mit Some rights reserved

Hamburg in Führung, obwohl in Apotheke gleich drei der wichtigsten Berliner Wörter auftauchen? APO, POT und THEKE? Mit Berliner-Geschichten zu diesen Wörtern kann man ganze Medizinschränke füllen, aber Berlin hält sich dezent zurück.

Apotheken
Anzahl Einwohner pro Apotheke
Berlin 777 4.504
Hamburg 425 4.233

In Hamburg und Berlin gibt es quasi überall Apotheken. Die Anzahl der Apotheken-pro-Einwohner ist in Hamburg besonders hoch. Im Rest von Deutschland ist die Apothekendichte geringer.

Besonders bemerkenswert: Der durchschnittliche Umsatz der Apotheken. Hier zeigt sich, dass in Hamburg entweder tatsächlich doch mehr Geld sitzt, oder das die Hanseaten bei jedem Wehwehchen sofort ein Mittel in der Apotheke kaufen.

Durchschnittlicher Apothekenumsatz
Umsatz in 1000 Euro
Berlin 2.332
Hamburg 2.662

Das wird nur von Sachsen übertroffen und dort greift das Problem, dass es in der Fläche eigentlich nicht genügend Apotheken gibt. Insofern ist der Umsatz von Berlin und Hamburg direkt vergleichbar und Hamburg irgendwie deutscher Meister im Geld-in-die-Apotheke-tragen.

Nirgendwo sonst wird in Deutschland so viel Umsatz in Apotheken gemacht wie in Hamburg. Ich staune immer wieder, in welchen Disziplinen die Hansetstadt führt.

Spannend wäre sicherlich eine Umsatz-Übersicht über die Stadtteile, aber das gibt es leider nicht für normalsterbliche wie mich.

Die Berliner sparen ihr weniges Geld lieber anstatt es in die Apotheke zu tragen. Wer einmal in einer Apotheke am Stadtrand war und sieht, welche MASSEN an Kügelchen dort verkauft werden, versteht, warum in Hamburg in Apotheken mehr Umsatz gemacht wird als in “mir-doch-egal” Berlin.

Apotheken Hamburg vs Berlin 0:1

Ob es am Leben in der Stadt liegt, dass Hamburg UND Berlin im Gesamtdeutschen Vergleich überdurchschnittlich viel Geld für ihre Gesundheit ausgeben … tja, ich weiß es nicht.

Ein Hinweis zum Schluss: Aufgrund der Datenlage kann es sein, dass das erzählte totaler Quatsch ist, da die hier enthaltenen Krankenhausapotheken die Zahlen völlig durcheinanderbringen. Falls das für irgendwelche Hausarbeiten oder so genutzt werden soll: NUTZT DAS BITTE NICHT. Danke.

Quelle: Informationssystem der Gesundheitsberichterstattung – Apotheken, umsatzsteuerpflichtige und Umsatz, u.a. nach Region

Einer dieser bekloppten Sprüche, die leider stimmen: Das Leben ist kein Ponyhof. Das denken jetzt auch die Besitzer des ältesten Berliner Ponyhof, denn ihr Ponyhof Berlin wurde vom Ordnungsamt geräumt.

Shetland Pony

Foto: Shetland Pony von Gogrilla mit Some rights reserved

Berlin wäre aber nicht Berlin, wenn ein kleiner Ponyhof am Stadtrand nicht zum Politikum wird.

Hier kommt alles zusammen, was von außen betrachtet Berlin völlig bescheuert erscheinen lässt. Das Ordnungsamt, eine Bügerinitiative, Veterinärarzte, man redet nur noch vor Gericht, Hasstiraden von Populisten, Verbraucherschützer, Kinder aus benachteiligten Familien verlieren ihre Ponys, Nazis, Stasi, DDR, Behörden- und Qualitätspresse, die Geschichten angeblich verzerrt darstellt.

Ich habe keine Ahnung, wer in dieser Sache im Recht ist. Es ist mir auch total egal.
Aber das hier ist ein wirklich sensationeller Fall von BERLIN, der sich mit diesem Ponyhof darbietet. Die Leute drehen sofort zur Höchstform auf.

Der Reihe nach.

Die BZ schreibt: Das Ordnungsamt räumt einen Ponyhof. Weil Tiere nicht artgerecht gehalten wurden, schritten jetzt die Behörden ein. Besitzer protestieren. Kann man lesen, es steht aber nicht wirklich viel wissenswertes im Artikel drin, vor allem nicht, was genau beanstandet wurde.

Das lässt den Volksmund fragen stellen.

Doch hinterfragt man die Geschichte, die uns hier präsentiert wird, ein wenig, so kommt man ins Grübeln. Insbesondere wenn man nach einigen Recherchen auf die Internetseite des „Spandauer Mietervereins für Verbraucherschutz e.V.“ stößt und einige Ungereimtheiten vorfindet.

Quelle: www.journalistenwatch.com/2012/06/01/warum-die-bz-beim-thema-ponyhof-spandau-nicht-die-ganze-wahrheit-geschrieben-hat (nicht verlinkt, die sind eher so rechtspopulistisch, die bekommen keinen backlink)

Dort dann auch die ersten hochemotionnalen Kommentare. DIE KINDER, DIE TIERE, BRÜTENDE TIERE VON DEN NESTERN GERISSEN. Wobei ich ehrlich gesagt nicht verstehe, wie man mit dem Argument des Tierschutzes im Ernst brütende Hennen aus dem Nest reißt. Jedes Kitakind lernt, dass man nicht die Eier in einem Nest anfasst und bitte nicht die Vogelmama vom Nest verscheucht.

Weiter geht es mit einem lesenswerten Bericht über die Proteste, die beteiligten Personen, die Räumung und großen Zweifeln an der gesamten Aktion und am Verhalten der Besitzer.

Ein Bericht über die Räumung des Ponyhofs fiel sehr blumig aus: Von der „Deportation der Tiere“ und „Verschleppung“ war dort die Rede. „Trauernde Kinder“ wurden ins Spiel gebracht. Von „Angstschreien der Tiere, die durch Mark und Bein gingen“, wurde gesprochen und einer „entsetzlichen Vorgehensweise gegen hilf- und willenlose Tiere“. „Von Weinkrämpfen geschüttelt, mit gebeugtem Haupt unter Jammern und Schluchzen begab sich die Besitzerin in ihre Privatgemächer.“

Quelle: unterwegs-in-spandau.de – Ponyhof in Spandau jetzt ohne Tiere

Das war alles schon ganz aufregend.

Die armen Kinder, Ponys, Spandau, ja ganz Berlin erzittert angesichts dieses Fall von AUFREGUNG. Das erkennt man auch sehr schön in folgendem Kommentar in einem Artikel des Tagesspiegel mit dem schönen Titel Tierischer Streit um Ponyhof.

… handeln nicht aufgrund von Fachwissen, sondern sie handeln im Auftrag-zumeist bei Nachbarschaftsfehden, bei Baulandhaien, die ein Grundstück wollen etc. … ist nicht mal aus der Tiermedizin, Fachwissen gleich Null. … Die gesamten Ämter sind mit ehemaligen Stasileuten durchsetzt, die korrupten SPD Politiker … Statt Der DDR ging die Bundesrepublik unter, Nazideutschland Teil 2.

Quelle: Tierischer Streit um Ponyhof – Bezirksamt schließt Anlage in Spandau. Unterstützer rufen zu Protesten auf.

Seufz. Der Kenner weiß, dass eine Diskussion im Eimer ist, sobald Kommentare wie dieser auftauchen.

Im Artikel selbst findet sich auch einer der wenigen Hinweise auf konkrete Mängel im Ponyhof. Das wird in solchen Diskussionen leider oft vergessen. So sei bemängelt worden, dass sich in den Trögen der Ponys kein Wasser befand, obwohl es sich um eine automatische Anlage handelt.. Die Qualitätspresse verliert hier aber eindeutig gegen Ponyhof in Spandau jetzt ohne Tiere – Ponyhof in Spandau jetzt ohne Tiere, dort wird das Thema deutlich umfassender aufbereitet.

Wie es weiter geht?
Ich weiß es nicht, aber meine Meinung geht auch eher in die Richtung, dass die beiden Besitzer vielleicht eben einfach zu alt dafür geworden sind.
Kann doch sein und es wäre auch vollkommen in Ordnung zu sagen, “Hey, wir bekommen das nicht mehr hin und sind keine Senioren die sich nicht helfen lassen wollen.” Aber die Realität sieht scheinbar anders aus. Aber wie gesagt, es ist mir eigentlich egal.

Es würde sehr, wirklich sehr helfen, wenn das Amt offen legt, was denn genau nicht stimmt in dem Ponyhof. Ich würde es tatsächlich gerne wissen. Aber so viel Transparenz ist wahrscheinlich zu viel in einem über Jahre schwelenden Streit. Im Gegenteil. Aktuell wird mit Unterlassungserklärungen gearbeitet. Da ist es dann ein weiter Weg zu mehr Transparenz.

Das Leben in Berlin ist tatsächlich kein Ponyhof, selbst dann, wenn man einen Ponyhof hat.

Ich war noch nie auf diesem Ponyhof. Falls eine Leserin zufällig einmal dort war, freue ich mich über einen Kommentar.

via: mein-spandau.info -Was ist los in Spandau? , bzw. Kiezblogs.de

Hamburg, Stadt des Wassers, Hafen, mehr Brücken als Venedig, etc … Überall Schiffe, Fähren und noch mehr Schiffe. Hamburg ist sehr stolz auf seine Fähren auf der Elbe.

In Hamburg gibt es sechs Fährlinien im HVV,
aber in Berlin fahren witzigerweise auch sechs Fährlinen im Auftrag der BVG.

Guck an, wer hätte das gedacht? Eben, ich auch nicht.
In Hamburg und Berlin gibt es gleich viele Fährlinien.

Quelle: BVG.de – Fähre und hamburg.de – Hafenfähren im HVV
popblitz ist unnützes Hamburg Berlin Wissen.

Auf Subway systems of the world, presented on the same scale gefunden und für sehenswert erachtet. Tolle Grafiken von U-Bahnnetzen auf der ganzen Welt, die im gleichen Maßstab gezeigt werden. Sehenswert, Hamburg und Berlin sind auch dabei.

Berlin hat die Ost-West Trennung überwunden, in Hamburg wird die Nord-Süd Trennung sicherlich für die nächsten 100 Jahre weiter bestehen. Das selbsternannte Tor zur Welt lässt den Süden einfach weg.

Der Witz ist, dass Hamburg im hier sichtbaren direkten Vergleich nur einen Bruchteil der Berliner Größe besitzt. Die Hälfte der Einwohner aber nur ein knappes Viertel der U-Bahn-Fläche. In rot zu sehen ist das U-Bahnnetz in Hamburg, über das Netz von Berlin gelegt.

Berlin und Hamburg (rot)
U-Bahn Netze Hamburg und Berlin

Sehr schön zu erkennen, dass in Hamburg südlich der Elbe eigentlich nichts existiert und sich die U-Bahn nur in die “besseren” Gegenden von Hamburg streckt. Das Hamburger U-Bahnnetz ist im Vergleich zu den auf der Seite gezeigten zahlreichen anderen Netzplänen eher unvollständig.

Hamburg
U-Bahn / Hochbahn Hamburg
Quelle: www.fakeisthenewreal.org/subway/

Berlin hingegen ist anders, da ist die U-Bahn mehr oder weniger in der gesamten Stadt anzutreffen.

Berlin
U-Bahn / BVG Berlin
Quelle www.fakeisthenewreal.org/subway/

Punkte für Berlin. Die Hauptstadt kann U-Bahn einfach ein klein wenig “besser”.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Neil Freeman

Sandspielzeug

Heute ist Kindertag in Berlin. Eine dieser Sachen, die es noch aus Ostzeiten gibt.

Am 20. September ist der Weltkindertag, der in ganz Deutschland gefeiert wird und zusätzlich dazu gibt es noch den Internationalen Kindertag am 1. Juni, den Kindertag der DDR, der weiterhin in Ostdeutschland gefeiert wird.

Quelle: erfinderladen-berlin.de – Internationaler Kindertag

In Berlin, bzw im Umland, gibt es zum Kindertag, aus der Ferne betrachtet, gefühlt 400 Veranstaltungen. Stress für die Eltern, riesen Hüpfburg-Kinderdisko Alarm für die Kinder. Der tip-Berlin hat das Programm zum Kindertag 2012 in Berlin.
Viel Spaß, da ist sicherlich etwas dabei.

Und was macht Hamburg zum Weltkindertag?

Hamburg macht fast nix, abgesehen vom Fest zum Kindertag in den Rahlstedt Arcaden (Popcorn und Zuckerwatte, umsonst für alle Kinder!).
Was in Berlin das FEZ sind in Hamburg die Rahlstedt Arkaden. Das hat einen gewissen Witz, der aber nur dann funktioniert, wenn man beide Orte kennt. Die Rahlstedt Arkaden kennt in Hamburg aber niemand, die sind ja auch in Rahlstedt, da trauen sich die Hipster aus der “Stadt” nicht hin.

Eine Woche, am 9.6., später gibt es auf dem Heiligengeistfeld noch REWE Family 2012 in Hamburg, wobei ich ds verpassen werde, da ist es voll, laut und irgendwie Productplacement-Alarm, na ja, muss nicht.

Wieder eine Woche später, am 19.6., gibt es dann laut und luise in Planten und Bloomen (mit Hexe Knickebein!), da ist dann auch irgendein Kindertag der Musik, der Flyer lag neulich in der Kita. via kulturlotse.de – Kinderprogramm zum Kindertag der Musik.

Außerdem regnet es in Hamburg.

via abacus-blog – Kindertag 2012: Wer weiß, was für Kinder wo geboten wird?

Ach je, was habe ich da eben für einen Steuergelder-Hirnknoten gefunden.

bus driver listens to boom box

Foto: bus driver listens to boom box von John Kannenberg mit Some rights reserved

In jedem Bus, egal ob im Namen des HVV oder der BVG unterwegs, muss ein Radio eingebaut sein. Das Radio im Bus darf während normaler Fahrgastfahrten aber nicht eingeschaltet werden.

Die Busfahren sollen die Radios nur dann benutzen wenn das Funkgerät ausfällt, um so mit Hilfe des Verkehrsfunk über die Verkehrslage informiert zu werden.

Der Witz ist natürlich, dass für die Radios, die die Busfahrer eigentlich nicht anschalten dürfen, jeden Monat EUR 5,76 GEZ-Gebühr anfallen.

Die Angaben zur Anzahl der Busse sind sehr unterschiedlich, was an der Struktur des HVV und den BVG liegt. Wenn ich “HVV/BVG hatxyz Busse”, meine ich damit natürlich die Subunternehmer (oder wie sich das da nennt)

Der HVV hat irgendwas zwischen 886 und 662 Busse, macht jeden Monat EUR 5.103 – EUR 3.813
Die BVG haben, laut Wikipedia, 1323 Busse in Betrieb die monatlich EUR 7.620 zur Last fallen.

Jeden Monat zahlen die Unternehmen für Radios, die nicht genutzt werden sollen. Im Sinne von: sie zahlen für nix.

Ist das nicht wundervoll? Selten ein so schönes Beispiel für Bürokratie gefunden.

via rycon.wordpress.com – GEZ-Gebühr

Was mich total nervt, egal ob auf der re:publica, auf barcamps, bei Webmontagen, den digital media women, beim Feierabendbloggerbier und allen anderen Gelegenheiten, zu denen man sein Internet in Person treffen kann, sind Fragen nach:

“Warst du damals, 1858, auch auf der blogmich in Berlin?”

Sheep

Foto: Sheep von James Shade mit Some rights reserved

Blog-mich kann ersetzt werden durch eine beliebige andere Veranstaltung von DAMALS wie das erste Barcamp Berlin, irgend so ein Ding in Shanghai, das erste last.fm Usertreffen (falls es das jemals gegeben haben sollte) oder das erste Bloggertreffen in Lübeck noch zu Zeiten der Hanse.

Nein, ich war da nicht.
Genau wie fast alle anderen Menschen um uns herum auch.

Warum mich das nervt? Ich bin sofort raus, werde in eine Schublade gesteckt, die es nicht mehr gibt, eine Schublade, die nur noch in eurer Erinnerung lebt. Klassisches Ding. Damals nicht im richtigen Verein mitgemacht und Zack – darf man manchmal nicht mitspielen.

Ich verstehe es nicht. In Erinnerung schwelgen ist super, klar, mache ich auch ständig, kann man machen, aber dieses ‘blog’-Ding hat sich verändert. Genauso, wie wir uns verändert haben. Bloggen, so wie es die ‘alten Hasen’ von DAMALS machen, ist tot, ja verdammte Axt, sogar Katzenbildchen geht der Saft aus. Dabei gibt es heute gefühlt viel mehr Blogs als damals. Wenn ich Tumblr dazu nehme, gibt es ca. 400 Millionen Blogs mehr als DAMALS und auch heute schreiben alle weiter über sich selbst. Was völlig anders ist als DAMALS: Niemand verlinkt auf andere Blogs. Kann auch kaum noch jemand, komplizierte Sache dieses Internet. Und mal ehrlich, wer von DAMALS kennt die vielen neuen Blogs, die ständig entstehen?

Eben. Vielleicht sollte ich Urlaub in Blogoshpären anbieten. Was es aktuell so gibt, was spannend ist, u.s.w. Rivva kann das leider nicht, mangels Verlinkung innerhalb der Blogs sieht Rivva kaum noch etwas (so eine Art Eisberg-Problem. Rivva sieht nur die Spitze, mehr nicht), man merkt das gut im Vergleich Rivva und Quote.fm, wo täglich neue, völlig unbekannte Sachen aus dem Nichts auftauchen. Etwas anderes als die beiden gibt es aber leider nicht so wirklich.

Wie das Internet wohl aussehen würde, wenn die 1000 Kosmetik-Bloggerinen, die es heutzutage in DE gibt, auf der blogmich gewesen wären?

Was ich sagen wollte, habe ich vergessen. Ich muss mehr über Blogs schreiben.

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Wie verdiene ich Geld mit meinem Blog? Eine beliebte Frage, die auf der re:publica diskutiert wurde und ein Thema, zu dem ich regelmässig gefragt werde. Die Experten auf der re:publica können das Thema gravierend sinnvoller erklären als ich. Wenn meine Wenigkeit über Blogvermarktung schreibt, sieht das wie folgt aus.

Bierfasspfand - die lohnende Alternative

Foto: Bierfasspfand – die lohnende Alternative zum bloggen. Acht Fässer zu je € 30 bringt in der Regel mehr als Adsense.

Für die auf der re:publica-Session anwesenden ca. 300 ‘normalen’ Blogger (normal im Sinn von weniger als 1000 Besucher am Tag) gilt folgender Tipp:

Pfandflaschen sammeln bringt im Monat mehr Einnahmen als ein Blog mit Adsense-Werbung. 

Will man eigentlich nicht hören, stimmt aber größtenteils und damit ist das Thema auch durchdiskutiert.

Es gibt allerdings zahlreiche Ausnahmen für diesen Tipp.

Sie sind monothematisch und schreiben z.B. über Kuckucksuhren, Dachfenster, Stehlampen, Gartenkräuteranbau oder Vergaserinnenbeleuchtungen? Prima. Dann ist Plan B das Blog, bzw. die URL für ein paar tausend Euro an eine SEO-Bude zu verkaufen. Das bringt deutlich mehr, als sie mit Adsense im Laufe von Jahren jemals verdienen werden.

Weitere Pfandflaschentippausnahme:
Falls sie etwas mehr Traffic haben und/oder Zeit finden, Werbepartner direkt anzusprechen, kann man dann doch tatsächlich messbare Einnahmen mit einem Blog generieren. Das ist dann auch das, was alle eigentlich wollen.

leider ist und bleibt Traffic die Grundlage für alles. Wenn sie, wie ich auch, viel zu wenig Traffic haben, wird es schwierig und erfordert Zeit (die ich nicht habe).

Das Thema von diesem Blog hier ist zwar toll, lässt sich aber desaströs schlecht monetarisieren. Im Gegensatz zu Mode- Kosmetik- Auto- Handy- Reiseblogs kann man mir keine Produkte schicken, mich nicht einladen oder mich ködern mit exklusiven Vorab-Irgendwas. Was sollte Hamburg oder Berlin mir auch schicken? Berliner Luft? Ein Fischbrötchen? Eben. Funktioniert nicht so wirklich.

Anders ist das z.B. beim bereits erwähnten Kuckucksuhrenblogger. Der wird auf die Kuckucksuhrenmesse eingeladen, er bekommt Produkte vorzeitig gezeigt und wenn er sich nicht doof anstellt, kann er für Werbung im Kuckucksuhrensektor deutlich, wirklich absurd viel mehr Einnahmen generieren als ich. Dieser monothematische Kram innerhalb nur einer Branche ist faszinierend, da gibt es völlig unrealistische CPM-Preise.

Bei Rückfragen wenden Sie sich nicht an Google, das Thema Geld verdienen in Blogs ist im Internet generell kaputt.

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