Die Welt benötigt ein Tool, dass automatisiert eine Webseite herunterlädt und gleichzeitig alle Cookies, auch die aus iFrames, in einer Cookies.txt Datei speichert.

Mit

wget -r –level 1 -np –user-agent=”Mozilla/5.0 (X11; U; Linux i686; de; rv:1.9b5) Gecko/2008050509 Firefox/3.0b5″ –keep-session-cookies –save-cookies cookies.txt http://www.pop64.de/

bekomme ich meine Webseite, aber nicht die Cookies. wget kann das nicht, es fehlen fast alle Cookies und ich weiß nicht warum.

Mit dem bereits erwähnten Attacat Cookie Audit Tool kann ich automatisiert alle Cookies speichern, aber nicht automatisiert durch die gesamte Seite speichern.

Die Welt benötigt eine Kombination aus beidem. Ich gebe eine URL an, z.B. http://www.pop64.de und das Tool rattert durch alle gefundenen Links UND speichert alle Cookies in einer Cookies.txt Datei ab.

Als dirty Hack suche ich eine Extension, die in Firefox eine Webseite nicht spidert, sondern automatisch “durchsurft” und gleichzeitig, mit der Attacat Cookie Audit Tool, alle Cookies abgreift.

Kann das mal bitte jemand bauen? Ich gebe auch einen aus. Oder zwei.

Tipp:
Wenn du gar nicht verstehst, wovon ich hier schreibe, du aber ANGST hast, DATEN im INTERNET zu speicher oder zu hinterlassen, solltest du DRINGENST und ab sofort nur noch den PRIVATEN MODUS in Firefox oder Chrome benutzen. Ernsthaft.

Ich muss es leider machen. Ein Cookie Audit für ein paar hundert Webseiten. Es ist die Pest, ich kann die EU-Politik nicht mehr leiden. Aber es gibt bekanntlich für jeden Stuss eine Anwendung, auch für so ein grenzdebil bescheuertes Thema wie ein Cookie Audit.

Bevor Ihr Google fragt und euch durch die Apps und Tools klickt, hier ein kleiner Bericht aus meiner Arbeit. Warum, wieso und überhaupt? Das steht da: How to do a Cookie Audit und Implementing the Cookie Law: Headline Actions.

Attacat Cookie Audit Tool
Das Ding überhaupt. Die Chrome Extension Attacat Cookie Audit Tool.
Das funktioniert, hat allerdings einen komischen Beigeschmack, da alle Informationen an deren Server gehen und dort zu einer Übersichtsseite zusammen gebaut werden.

… congratulations on taking the first step to creating a plan to try to comply with the EU Cookie Directive. May the force be with you. …
Die Extension kommt von einer Online-Agentur und bietet jede Menge Witz in den Reports, wie man oben sehen kann. Ich kann allerdings dadurch nichts direkt nutzen, aber ich habe eine Liste meiner Cookies, die halbwegs gut aussieht.

Anders gesagt: Die Extension ist GROßARTIG. Ich surfe durch mein Blog und bekomme eine Liste aller Cookies, aufgelistet nach Seiten. Das ist super und vor allem einzigartig. Wirklich, das ist ein Knaller und spart unfassbar viel Zeit. Auf der pop64.de Startseite gibt es geschmeidige 39 Cookies, die das Tool auf Wunsch in einem Report zusammenfasst. Das sieht dann so aus (Auszug) und damit kann ich arbeiten. Es gibt auch eine komplette Liste mit Details und sie bauen sogar einen englischsprachigen Privacy-Report, der aber für mich nutzlos ist.

Attacat Cookie Tool

Der Trick an diesem Tool ist, dass es (angeblich) alle Cookies auf allen Unterseiten erfasst und auflistet. Das ist der eigentliche Knaller. Aber wo viel Licht auch viel Schatten: Es fehlen die Werte im Cookie und FlashCookies und das ganze HTML5-Geraffel fehlen auch.

Eine der wenigen Sachen, in denen der IE deutlich besser ist als Firefox und Chrome ist die Darstellung der Cookies.
Da kann man sich die Cookies schön auflisten lassen, sieht dann so aus, allerdings nur für die jeweils betrachtete Seite:

Screenshot Cookie Information IE

Im Firefox gibt es hingegen im Firebug die Möglichkeit, den ganzen Kram als txtfile zu exportieren. Dort finden sich auch erheblich mehr Cookies als in den vorherigen Lösungen. Firebug ist sehr genau und liefert alles, was man an Daten überhaupt benötigen könnte. Fast schon zu viel Information.
Cookies im Firefox und Firebug

Aber hübsch ist das nicht, im Gegenteil. Und hat ebenfalls den Nachteil, dass Firebug die Cookies immer nur für die gerade betrachtete Seite auflistet und auch hier fehlt der HTML5 Kram.

Bleibt noch Google Chrome. In den Developertools kann man sich sehr schnell ALLES ansehen. Cookies und das HTML5 Zeug. Keine Ahnung, ob ich auch FlashCookies sehe, die nutze ich nicht. Allerdings ist die Darstellung unübersichtlich und exportieren kann ich da auch nix. Schade. Aber in Kombination mit den anderen Tools extrem sinnvoll.

TL;DR
Nur eine Kombination aus Attacat Cookie Audit Tool,Firebug in Firefox und den Developertools in Google Chrome ermöglicht ein zügiges und gesetzeskonformes Cookie-Audit.

Genereller Tipp:
Brauchbar ist auch der Advanced Cookie Manager für Firefox. Halbwegs übersichtlich und auch mit einem Export als txt-file für die Cookies. Deutlich besser als der in Firefox vorhandene Cookie-Manager.

Der Form halber, weil überall im Internet erwähnt, aber für doof befunden:

Free Optanon Cookie Audit Tool, das ist mal bad software. Broken. Eine Chrome Extenstion, die sehr hohe Erwartungen weckt aber leider nicht funktioniert ist: Free Optanon Cookie Audit Tool. Das ist eine Extension von einem Anbieter, der mit Cookie Audits sicherlich nicht unerheblich viel Umsatz macht. Die Firma Optanon betreibt auch die Cookiepedia, kann man sich merken, das ist eine gute Einstigesseite mit grundlegenden Informationen zum Thema Cookie und EU Cookie Directive.
Deren Firefos-Extension Cookie Collector ist auch Schrott.

Der Hersteller des sehr beliebten Plugins Ghostery bietet den Evidon Encompass, der irgendwie auch etwas mit Cookie Audit macht, aber leider funktioniert das auch nicht. Die sind schlau, die nutzen Ghostery, um eine gigantische Datenbank aller Tracking-Cookies aufzubauen. Millionen User pullern sich ein vor Glück, da sie endlich ALLE BÖSEN COOKIES IM INTERNET BLOCKEN und im Hintergrund liefern sie eine gigantische Datenbank für einen Dienstleister, der von Privacy lebt. Sensationelles Geschäftsmodell, Respekt.

Tagcert ist ungenauer Quatsch, ein Dashboard, das alle Cookies auf meinen Seiten auflistet, braucht kein Mensch.

TRUSTe macht kostenlos ein 100 Seiten Cookie Audit. Ebenfalls totaler Quatsch, jedes Blog hat zehnmal so viele Seiten. Aber ist eben deren Geschäft. Ähnlich der Matraxis Cookie Audit report, den gibt es auch nur gegen Cash.

Ein Freund von mir macht ‘Internet’, hat regelmässig mit Themen aus dem Bereich ‘Internet’ und ‘Datenschutz’ zu tun und er verzweifelt manchmal an diversen unlogischen Begleiterscheinungen.

Datenschutz, bzw. Sicherheit und Schutz der (persönlichen) Daten sind wichtige Themen, die aber dem Freund permanent die Arbeit erschwert, da sie von desaströser Unlogik geprägt ist. Der Freund fragt sich folgendes und das skaliert sicherlich sehr gut auf jedes Unternehmen in Deutschland.

Liebe Politik, lieber Gesetzgeber, liebe Datenschutz-, Legal-, Dataprivacy- und IT-Abteilungen dieser Welt. Ihr kümmert euch um eure Mitarbeiter. Ihr macht das wirklich toll. Danke. Aber.

- Warum wird HTTPS Everywhere nicht überall eingesetzt?
- Warum werden nicht alle Onlinedienste immer als httpS angeboten (und warum muss der Freund überhaupt erklären, was das ist)?

-Warum werden third-party cookies mit ewiger Laufzeit überhaupt akzeptiert?
-Warum wird der ganze temporäre Kram und alle Cookies, LSO, html5 Storage, etc, nicht alle paar Wochen von Tools wie ccleaner oder so gelöscht?

-Warum ist google die Standardsuche und nicht eine anonyme Alternative wie duckduckgo?

-Warum gibt es unverschlüsselte Mails?
-Warum gibt es nur einen Spamfilter, den ich so gut wie gar nicht trainieren kann? Spam ist immer ein individuell sehr unterschiedliches Problem.

-Warum wird Werbung im z.B. MSN-Messenger geblockt, aber nicht Werbung auf Webseiten?
-Warum gibt es überhaupt einen Messenger wie z.B. MSN und keinen verschlüsselten, eigenen Dienst wie Jabber?

-Warum hat mein Freund einen Virenscanner auf dem Rechner, der sich nicht selbstständig aktualisiert?
-Warum wird jede Webseite auf Viren gescannt?
-Warum wird alles doppelt gescannt?

-Warum gibt es einen riesen Alarm um das EU Cookie Law inkl. Cookie Audit, in einem Konzern, der lustigerweise mit seiner Sicherheitsrichtlinie den Mitarbeitern verbietet, die Cookie-Einstellungen im IE zu ändern?
-Warum ist der IE oftmals Standard und nicht Firefox oder Chrome, die beide einen Privaten-Modus besitzen?
-Warum dürfen die wenigen Firefox Nutzer keine Extensions, wie z.B. Track me not, Adblock oder Total Privacy installieren?
-Warum ist das Flashplugin nicht aktuell? Flash ist DAS Einfallstor für Malware überhaupt.

-Warum fällt all das meinem Freund mal eben in der UBahn ein und nicht der Politik, dem Gesetzgeber, den Datenschutzbeauftragten, der IT, dem Sicherheitsbeauftragtem, dem Data-Security Leuten oder der Rechtsabteilung, die sich den ganzen Tag mit genau diesen Themen (der Theorie nach) beschäftigen?

Warum reden alle nur vom Datenschutz, praktizieren ihn aber nicht?

Warum ist das so kompliziert, es könnte doch so einfach sein?

Anmerkung für alle Internetpeople.
Ihr wisst es vielleicht schon, für alle die es noch nicht mitbekommen haben:

Google Chrome hat dem IE als Hauptbrowser den Rang abgelaufen.
Siehe thenextweb.com: Google Chrome overtakes Internet Explorer as the Web’s most used browser und googlewatchblog: StatCounter: Google Chrome ist weltweit meistgenutzter Browser. Das Internet schreibt darüber und alle freuen sich einen Keks. Ich bin diesbezüglich wertfrei, habe aber eine Anmerkung aus meinem Arbeitsleben dazu.

Der eigentliche Witz und besonders bemerkenswert an dieser Meldung ist, dass der IE selbst zu Bürozeiten nicht mehr Browser No.1 ist.
Für die Geschichtsbücher:
In KW 20 im Jahr 2012 hat Chrome den IE als Arbeitsplatzbrowser überholt.

Bislang war der IE im Berufsleben ganz klar und deutlich Nr. 1. Am Wochenende, zu Hause, nutzen die Leute dann Google Chrome. Siehe royal.pingdom.com: IE, the office browser – Used significantly less at home.
Das macht auch Sinn, ist das “Internet” als solches mit Google Chrome doch messbar schneller und fluffiger als mit dem IE. Die Unterscheide sind zwar nicht mehr so groß, aber hey, Google Chrome hat einen App-Store mit Spielen (Angry Birds, Sinuous, Plants vs. Zombies, Wo ist mein Wasser, from dust, Bastion, etc.) und Spiele hat der IE eben nicht.

Das alles sieht man sehr schön auf diesem Chart:

Vollbildaufzeichnung 21.05.2012 114454

Foto: Global Stats from Statcounter 21.05.2012. Quelle.

Die Mehrzahl der Menschen, die sich mit dem Internet beschäftigen, haben mit Browserversionen erst einmal nichts zu tun und das ist auch gut so. Generell gilt hier: Ja, dieses neue Chrome Browser-Dings ist eine gute Sache (Buzzwords: HTML5, CSS3) hat aber auch Nachteile.

Chrome Ultra-Nachteil No.1: die drölf Schrillionen verschiedenen Versionen.
Auf einer stärker frequentierten Seite, die ich betreue, schlagen 167 versch. Versionen von Chrome auf. Das will man eigentlich nicht, dass kann im Detail unfassbar nerven. Die Theorie des “entwickelt nur für eine Version, für die aktuelle Version” ist nett gemeint, im debugging-Fall bekomme ich aber regelmäßig Pickel am Arsch angesichts der vielen Chrome-Versionen.

Aber.

Chrome Ultra-Vorteil No.1: Sicherheit.
Aus zahlreichen Gründen ist Chrome sicherer als andere Browser und hat zusätzlich noch die Möglichkeit, in den Einstellungen Plugins sehr einfach auf “Click to play” zu stellen. Damit verschließt man 99% der Einfallstore durch böse Scripte im Internet. Click to play ist eine der Einstellungen, die ich Vaddi und Muddi am Rechner einstellen werde.
Quelle: Protip against driveby infections (the ones in the browsers) und BSI-Empfehlungen zur Cyber-Sicherheit (sperriger Titel, aber Eltern und Bekannte hören evtl auf das BSI, ist es doch ein Amt).

Dieses moderne Internet ist eine spannende Sache, kann man damit doch sehr hübsche Sachen bauen. Wohin die Reise geht, tja, es gibt viele Seiten mit Demos und HTML5 & CSS3 Readiness und HTML5websites gibt einen schnellen Überblick über die aktuelle Unterstützung. Zahlreiche Spiele in Google Chrome sind HTML5 Basteleien und die Technik dahinter ist eindrucksvoll (chrome.angrybirds.com oder Agent 008 Ball als Beispiel)

Liebe Familie, Freunde und Kollegen.

In den nächsten drei Tagen bin ich in Berlin auf der re:publica Konferenz. Zusammen mit 4000 anderen Leuten, die auch sehr online sind. Ich freue mich total darauf.

Endlich wieder auf Augenhöhe reden. Nicht so viel erklären müssen. Weniger Zweifel und Angst vor dem Internet, Mobile und Daten als im privaten Bekanntenkreis. Erheblich und gravierend MEHR und auf der Höhe der Zeit als es die (teilweise) grenzdebil anstrengenden Steinzeit Company-Policies für jeden Tüddeltaddel jemals hergeben können.

Ein Ausflug aus einem Online-Leben mit massiven und mehrfach abgesicherten Schranken in allen Richtungen in eine Umgebung mit Leuten, die alle wissen, wie unglaublich einfach das eigentlich ist. Die haben fast alle keine Angst, im Gegenteil, die haben fast alle erlebt, das man es nur machen muss (ACTION) und das das machen als solches heutzutage sehr einfach ist.

Es kann sein, dass ich dazu etwas aufschreibe. Bitte nicht genervt sein, das hört auch wieder auf. 

Falls ihr das Thema mitverfolgen wollt, klickt auf diesen Link:

Twittersuche nach #rp12

Da wird es ihm Sekundentakt neue Nachrichten geben und das liefert einen, für Aussenstehende sicherlich komischen, guten Überblick über die Themen, die die Leute auf der re:publica beschäftigen.

Ich freue mich auf Berlin. Endlich Action.

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Herr Buddenbohm schreibt auf Irgendwas mit Medien über die heutzutage komplizierte Berufswelt.

Der Sohn fragt sogar nach, gar nicht dumm, was er da fragt, und ich erkläre immer weiter. Onlinevideos, Klickstrecken, Verlinkungen, Presseagenturen, Redaktionen, Newsrooms, noch ein paar Fragen von Sohn I und erkläre ihm die ganze Welt 2.0, gar kein Problem, inklusive aller relevanten Social Networks.

Komplizierte Welt. Verflixte Sache. Ich erzähle meinem Sohn immer, dass ich am Computer arbeite. Bislang funktioniert das. Natürlich ist das alles viel zu kompliziert, ich verstehe es bei anderen auch manchmal nicht mehr. Der Beknacktheitsgrad für Berufsbezeichnungen ist bekanntlich grenzenlos (und meistens auch noch in Englisch. Ein Drama alles).

Ich habe aber einen Joker, den ich zum Thema Beruf spielen kann.

In meiner Pränatalen Zeit, vor dem Internet, war ich Elektroniker in einem Stahlwerk/Walzwerk. Elektroniker ist eine halbwegs übersichtliche und verständliche Sache. Das meiste aus dem Jobs kann man anfassen und mit dem Hammer darauf hauen.

Dicke Kabel. Schrauben. Krane. Motoren. Richtig dicke Motoren. So ähnlich, wie die im Mixer oder Fön, nur um Faktor 10.000 (oder hundert, je nach Kindesalter. Also so richtig viel, bis Morgen und zum Meer viel mehr) größer.
Die Steuerungen für Maschinen. ROBOTER! SPS. So ähnlich, wie das, was in den grauen Kästen an einer Kreuzung ist und die Ampel steuert. Messgeräte für Kabel und Leitungen. Das ganze Werkzeug. Schraubenzieher, Maschinenschlüssel, Seitenschneider und, ganz wichtig, ein Messer. Zum abisolieren der Kabel (und zum Brötchen- und Fleischwurstschneiden).

Vom Job übrig geblieben ist die Erkenntnis, dass ein Taschenmesser, Sicherheitsschuhe und ein Helm super Sachen ist. Faszinierend, dass ich den “UNTER SCHWEBENDEN LASTEN LAUERT DER TOD” Sicherheitsmerksatz bislang nicht vergessen habe. Wie das so ist.

Gestern zu später Stunde zufällig bemerkt.

2012 ist mein Online-Jubeljahr.

20 Jähriges
1992 zum ersten Mal online, mit 56k Modem in Compuserver. Allerdings nur bis zur nächsten, aussergewöhnlich hohen Telefonrechnung. Danach hat mein Vater den Hahn zugedreht. Verständlich.

10 Jähriges
2002 zum ersten Mal auf eigene Rechnung Arbeit gegen Geld für dieses Internet gemacht. Eigentlich habe ich vorher schon Kleinkram gemacht, aber das zählt nicht.
2002 habe ich Flashgames gebaut. Gegen richtiges Geld, dass sogar überwiesen wurde.
Videospiele! Online! In Berlin! Ich war Gott. Es war toll.

Verdammt. Ist das alles lange her. Und dabei habe ich erst sehr spät mit Online angefangen.

Gefeiert wird im Oktober. Dann wird das Blog acht Jahre alt. Ich gebe dann einen aus. Adsense zahlt.

Sehr geehrter Herr H.,

für den Fall, dass Sie auf den Link klicken und sich diese Webseite ansehen, ich bin es.
Ihr (hoffentlich) neuer Mieter für die gestern besichtigte Wohnung.

2010

Ich bin ein guter Mieter. Als gelernter Energieelektroniker (damals in einem Stahlwerk gelernt) kann ich meine Waschmaschine selbst reparieren. Ich besitze ausreichend Werkzeug um nicht bei jedem KlimmBimm den Hausmeister anrufen zu müssen.

Ich bin festangestellt tätig als “Content & Community Manager e-commerce Central Europe”, das kann ich grob mit “macht Internet für Reise-Webseiten” umschreiben. Ich arbeite in der Innenstadt, direkt gegenüber des Michel, bei einem großen Unternehmen, dass im Bereich Geschäftsreise sehr erfolgreich tätig ist. Ich habe mich, aus beruflichen Gründen, sehr über Ihre Webseite gefreut. Selten genug hat ein Handwerksbetrieb Ihrer Größe überhaupt eine Webseite, noch seltener dann gleich einen so guten und funktionalen Internetauftritt.

Ich suche eine ruhige, gepflegte Wohnung in guter Lage (im Prinzip habe ich sie ja mit dieser Wohnung bereits gefunden). An den Wochenenden wird mein knapp dreijähriger Sohn mit in der Wohnung wohnen. Ich bin Nichtraucher und würde die Garage mit anmieten. Ihre Wohnung ist für mich perfekt. Die Größe, der Preis, die Lage, der Einzugstermin, das Umfeld, alles passt genau.

Das ist von den in den letzten Wochen besichtigten ca. 40 Wohnungen mit großem Abstand die beste Wohnung, die ich gesehen habe (ja liebe Leser, die Wohnungssuche in Hamburg für eine 2-3-Zimmerwohnung ist schwierig).

Es wäre mir ein Vergnügen, ab Oktober einziehen zu können.
Ich freue mich sehr auf Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Dietrich

Elterngeld ist eine tolle Sache. Wenn man es denn bekommt, man braucht dazu zumindest einen Job und ein Kind.

Im Jahr 2009 wurden in Berlin 32.104 Kinder geboren. In Hamburg erblickten in dieser Zeit immerhin 16.779 das Licht der Welt (Pisa-Tipp: Es gibt fast ebensoviele Väter und Mütter (Mehrlingsgeburten. Danke für den Hinweis). Ich weiß, es ist verhext mit dieser Mathematik).

9.516 Berliner Väter bekamen Elterngeld. Das sind immerhin 29,6% aller Väter in Berlin. Berliner Väter liegen damit Bundesweit auf Platz drei, hinter Sachsen und, überraschend, Bayern. Die Väter bekamen im Schnitt 1.158 Euro Elterngeld pro Monat.

Die Hanseatischen Erzeuger sind anders. In Hamburg wurden 4.476 Vätern, das sind nur 26,7% der Väter 2009, im Schnitt 1.218 Euro überwiesen. Weniger Väter bekommen auch noch mehr Geld.

Hamburg steht einsam an der Spitze des durchschnittlichen, gemeinsamen Elterngeldes. Als einziges Bundesland gibt es in Hamburg für Mutter und Vater einen vierstelligen Betrag. Man versteht es, wenn man die Originalstatistik Elterngeld 2009 beim Statistischen Bundesamt betrachtet. 

In den offiziellen Zahlen fehlt leider die Information, warum nur jeweils ca 30% der Eltern Elterngeld bekommen. Der Umkehrschluss ist doch, dass alle anderen Eltern keinen Anspruch auf Elterngeld, bzw demnach keine Arbeit hatten. Oder übersehe ich hier etwas? Nur drei von vier Vätern beantragen Eltengeld (der Job!). Bedeutet das dann, dass 50% der Kinder in Familien ohne Arbeit geboren werden?

Gab es da einen Höchstsatz? Wie sehen die Zahlen aus, wenn man die Spitzenverdiener rausnimmt? Warum bekommen so viele Eltern kein Elterngeld? Warum beantragen nur drei von vier Vätern Elterngeld?

Mmmmh. Wenn ich mal Zeit habe (und ganz viel Langeweile), lese ich die umfassenden Informationen zum Elterngeld, da finde ich bestimmt eine Antwort.

Bis dahin gewinnt Berlin.

Elterngeld Hamburg vs. Berlin 4.476 : 9.516

Anmerkung:
Die zwei Monate zu Hause, mit dem Kind, waren mit die großartigste (und unfassbar anstrengenste) Zeit überhaupt im Leben. Mann wäre vollkommen bescheuert, wenn man als Vater diese bezahlte, qualitative Papazeit sausen lässt.

Nachtrag:


Quelle: Elterngeld – Gemeldete beendete Leistungsbezüge. Danke Malte.

Hier stimmen die Vorurteile. Berlin ist arm und in Hamburg hat man etwas mehr Geld. Das stimmt sogar beim Elterngeld.

Eben schrieb ich über die TelDaFax Kunden die in Hamburg und Berlin automatisch zu Vattenfall wechseln. Dabei fiel mir eine Kleinigkeit auf.

Die Kunden wechseln in den sogenannten Grundversorgungs-Strom Tarif. Basis Privatstrom ist das Produkt für die Grund- und Ersatzversorgung von Privatkunden nach §36 des Energiewirtschaftsgesetzes sagt Vattenfall. Das ist der Stromtarif, den man “einfach so” bekommt, wenn man sich nicht um eine preiswerte Alternative kümmert.

In Berlin kostet der Grundversorgungs-Strom von Vattenfall im Berlin Basis Privatstrom Tarif:
Grundpreis: 5,90 EUR/Monat
Verbrauchspreis: 22,56 Cent/kWh

In Hamburg kostet der Grundversorgungs-Strom von Vattenfall im Hamburg Basis Privatstrom Tarif:
Grundpreis: 6,10 EUR/Monat
Verbrauchspreis: 22,29 Cent/kWh

Wenn man das aufdröselt, sieht das so aus:


Hier sehen sie eine eingebundene Tabelle von Google Docs mit den Grundversorgungs Stromtarifen im Vergleich. Quelle für durchschnittlichen Stromverbrauch: Wikipedia – Strombedarfsstatistik

In eurer Singlebude solltet ihr im durchschnitt in Berlin 38,09 Euro zahlen, in Hamburg nur 37,66 Euro. Hurra.

Ich wusste es. Hamburg ist tatsächlich preiswerter als Berlin. Muss man sich mal vorstellen. Was für eine Luftnummer diese Legende vom billigen Leben in Berlin doch ist.

Da hast du die gleichen Kosten an der Backe wie in Hamburg aber für einen Hungerlohn arbeiten gehen, weil man wohnt doch in Berlin, das sagt der Personaler (das ist übrigens nicht der Nachname eures Kundenbetreuer auf der ARGE) gerne, es ist doch alles so preiswert und günstig in Berlin. Ist es nicht.

Zumindest Strom im Grundversorgungs Tarif ist in Berlin ein klein wenig teurer als in Hamburg. Ein kleiner Vorsprung für Hamburg.

Grundversorgungs-Strom Hamburg vs. Berlin 38 : 37