In Hamburg für Berliner Betrüger
Am von Sven Dietrich auf pop64.de geschrieben
Das ist was ganz feines.
Ich war jetzt bereits ein paar Mal im Berliner Betrüger.
Lustigerweise liegt das Cafe direkt an der gleichen Ecke wie ein anderes Cafe Namens “Unter den Linden”. Voll das kleine Berlin-Eck.
Das hat was.
Da habe ich mich mit Bekanntschaften aus Berlin getroffen, zum kleinen Exil-Berliner Kaffeekränzchen.
Wir haben über dies und das geschnackt, uns in der Samstagsausgabe des Tagesspiegels die Wohnungsanzeigen durchgelesen und anschliessend leise geweint angesichts der deutlichen Preisunterschiede.
Schon komisch wie billig man in Berlin wohnen kann.
Das hatte ich völlig verdrängt. Dazu noch den Berliner-Lokalteil, der deutlich mehr Spaß bringt als der Hamburger Lokalteil. Es passiert mehr, sowas wie Riesenrad, Hauptbahnhof, Flughafen-Tempelhof, eine sich selbst beschäftigende CDU, immer wieder ganz großes Tennis.
Nach dem Lesen einer Berliner Samstagsausgabe sollte man, um den Schock besser zu verkraften, schnell ein Stück Kuchen zu sich nehmen.
Das klappt im Berliner Betrüger ganz gut, der Kuchen ist lecker, der Kaffee auch. Im Laden gibt es große Fenster, wie in Berlin auch so oft, man kann auf den Damm sehen und sich freuen.
Musik und Kunst und allet machen die auch im Berliner Betrüger, das habe ich aber noch nicht geschafft.
Netter Laden, kann ich empfehlen.
Ich weiß sogar, warum es Berliner Betrüger heisst.
Angeblich ist das ein Spielautomat, ein ganz altes Ding, irgendwas mit Würfeln. Aber so richtig glaube ich das nicht, ist auch egal.
Nette Hamburg-Auszeit für zwei Berliner zum föhlichen rumschnacken und Tagesspiegel lesen.
Daher,
in Hamburg für Berliner Betrüger, irgenwie 0:10, aber da der Laden in Hamburg ist, doch Punkte für Hamburg: 10:0
Bitte beachten Sie: Das hier ist keine Werbung, die Leute vom Berliner Betrüger kenne ich nicht, ich lasse mich aber gerne nachträglich kaufen.





6 Kommentare für ‘In Hamburg für Berliner Betrüger’
13 Februar 2007 09:44
*G* Lustig. Just gestern Abend war ich im “Unter den Linden”. Ist mir aber zu verraucht, und das soll schon was heißen, als Raucher…
13 Februar 2007 10:45
Noch lustiger: Ich war gestern Abend auch kurz im CudL gegenüber.
Übrigens: Wer einmal in den Abendstunden im Berliner Betrüger weilte, wird übrigens ein ganz anderes Bild von diesem Laden haben. Ob der lautstarken elektronischen Musik und des solariumgebräunten Publikums will dann dort nämlich keine rechte Freude mehr aufkommen. Schade eigentlich.
13 Februar 2007 11:18
Kennt ihr euch zufällig?
13 Februar 2007 11:27
Hamburg ist zwar – ganz im Gegensatz zu Berlin – ein Dorf, aber so klein nun auch wieder nicht. Nee, glaube nicht, dass wir uns kennen. Im Café unter den Linden kennen sich nur die Schachspieler und die Konkret-Leser. Die Leser der Tageszeitungen (in der Medienstadt Hamburg gern mal die SZ) genießen stets allein in einer Ecke sitzend und schweigend ihre Lektüre.
13 Februar 2007 15:11
Das war denn ja so eine Art Treffen der anonymen Blogoholiker. Irgendwie.
27 Februar 2007 22:17
hi sven,
geile seite!
bin kein blogoholiker, aber mir gefällt deine seite sehr…
bin weder berlinerin noch hamburgerin, sondern neusserin…
mach weiter so
Claudi