… alle unsere Kinder heissen Finn oder Leon … wir haben unseren Sohn Leon genannt, weil wir lieben französische Filme … ach ja sagen die Anderen, wir hassen französische Filme, deswegen nannten wir unseren Sohn Finn, weil Finn kommt immer wenn die französischen Filme zu Ende sind. …

… und die ganzen Frauen, die ohne Kindersitz auf dem Fahrrad durch Prenzlauer Berg fahren und denken “schnell durch, die halten mich für ‘ne Prostituierte” …

… Mein Kind ist geiler als dein Kind …
… mein Kind weiß wer die New York Dolls sind …


YouTube direkt geilomat Kind Video Link

Favoriten:
“dein Kind hat lauter Allergien, mein Kind pullert Penicillin”
“dein Kind ist fast so Kacke wie kein Kind”

Alles Getippe stammt aus dem Video.

via spreeblick.com: Fil: Mein Kind ist geiler als dein Kind

Die Frage, was eine Taxifahrt von Hamburg nach Berlin, bzw. von Berlin nach Hamburg kostet, hatte ich noch nicht im Blog. Ups. Also schnell klären, was eine Taxifahrt von Hamburg nach Berlin, bzw. von Berlin nach Hamburg kostet und wer preiswerter ist.

taxi!
taxi! von extranoise. Lizenz

Ich war so frei alle auffindbaren Taxiunternehmen anzuschreiben und nach den geschätzten Kosten für eine solche Tour zu fragen. Vorab: eine Tour von Hamburg nach Berlin ist Verhandlungssache.
Es gibt in der Regel keinen Tarif, es wird ein Festpreis ausgehandelt.

Vorab: Alle angeschriebenen Unternehmen liessen sich etwas zeit mit der Antwort, einige haben sich gar nicht gemeldet. Als erster kam Feedback von sashs-blog.de, ein lesenswertes Taxi-Blog.

“… Grundsätzlich ist der Preis für eine Fahrt aus dem Pflichtfahrgebiet raus frei vereinbar, aber rund 1,50 € pro Kilometer werden die meisten Fahrer für die Fahrt nehmen, da die Rückfahrt gezwungenermaßen leer
erfolgt. Da es rund 300 km sind, käme man damit also auf 450 €. Falls der Fahrer arg frustriert ist, kann es natürlich sein, dass man auch deutlich günstiger wegkommt …”

Quelle: Sash von sashs-blog.de

Die Firmen schreiben zur Strecke Hamburg-Berlin (wie gesagt, alles ungefähre Angaben, da Verhandlungssache):

Hansa Taxi 211211 Hamburg nach Berlin kostet 400,- Euro
Hallo taxi Hamburg nach Berlin 400,-
Hamburg-Taxi.info von Hamburg nach Berlin 370,-

Callcenter Taxi Berlin von Berlin nach Hamburg 450,- bis 500,-
Funktaxi Berlin Berlin nach Hamburg 450,-
Sash, Taxifahrer Berlin nach Hamburg 450,-

Damit hätte ich nicht gerechnet.
Die Berliner Taxifahrer sind etwas teurer als die Hamburger Taxifahrer. Man lernt eben nie aus.

Und komisch, dass ich vor zwei Jahren noch schrob: … Die Hamburger Taxen sind seit neuestem die teuersten in Deutschland


Größere Kartenansicht
Routenplaner Hamburg Berlin auf der Google Karte

Aber im Prinzip ist es auch egal, ich werde niemals im Leben mit einem Taxi von Hamburg nach Berlin fahren. Eine 400 Euro Quittung in der Reisekostenabrechnung zu irgendeiner Geschäftsreise macht sich irgendwie ganz schlecht. Das gibt nur Mecker. Aber wenn ihr die Kohle habt, warum nicht? Sucht euch einen netten Fahrer und spendiert ihm die Tour des Jahres.

Punkte gibt es auch noch. Berlin gewinnt, da verdient der Taxifahrer mehr.
Taxi Hamburg nach Berlin nach Hamburg 370:500

ps: Seit einer Weile lese ich auch sashs-blog.de mit jeder Menge Zeug für Berliner. Da findet man, wenn man will, noch mehr Taxi-Blogs.

In Berlin strömen die Massen zur Fanmeile unter der Siegessäule zu Deutschlands größtem Fanfest. In Hamburg trifft man sie alle auf dem Heiligengeistfeld.

Von Berlin behauptet die FIFA, dass die Fanmeile das größte Fanfest der Welt sei. Eine Million Zuschauer sind der aktuelle Rekord. Wie auch immer das Zustande kommt. In Hamburg schauen 40.000 Personen auf dem Heiligengeistfeld den Spielen zu.

Bislang hatte ich nur das Vergnügen kurz auf dem Heiligengeistfeld zu verweilen und das auch nur aus Versehen. Ich kann verstehen, dass die Massen da Spaß haben. Dieses Festival-Feeling fetzt eben und ab einem gewissen Pegel ist es auch egal, ob man Tokio Hotel, Wolfgang Petry, Helene Fischer oder Lena zu jubelt. Wen interessiert das schon? Eben. Das Spiel kann man sowieso nicht richtig sehen, Getränke bekommt man nur nach 18 Stunden Anstehen, Pinkeln ist eine echte Geruchsprobe und nach nur 90 Minuten ist alles wieder vorbei.

Die Kollegen, die ich da neulich traf, waren eindeutig zu betrunken um Spaß mit ihnen zu haben. Das fetzt nicht. Ich nehme mal an, dass es in Berlin genauso ist. Allerdings mit mehr Cindy und Mandy, mehr Brandenburger-Vorstädtler und noch mehr Horsten. Ich weiß nicht, dass muss man sich doch nicht geben, oder?

Auf den Fotos zum Fanfest Berlin vs. Heiligengeistfeld Hamburg gewinnt allerdings eindeutig Berlin.

Fanfest in Berlin

Flickr-Slideshow mit Suche nach “Fanfest Berlin” mit Creative Commons-licens.

Fanfest in Hamburg

Flickr-Slideshow mit Suche nach “Fanfest Hamburg” mit Creative Commons-licens.

Public Viewing Heiligengeistfeld Hamburg vs. Fanmeile Berlin, klare Sache, Berlin gewinnt 40.000 : 1.000.000

Der geneigte Leser im Besitz eines Automobiles wird hin und wieder im Umland von Hamburg eines dieser wunderschönen Schilder auf der Autobahn sehen.

IMG_8273

IMG_8273 von Chriszwolle. Lizenz.

Hamburg und Berlin, vereint auf einem blauen Autobahnschild. Dankenswerterweise habe ich dieses Foto eben zufällig auf Flickr gefunden. Wenn ihr wüsstet, wie oft ich schon so ein Foto machen wollte …

Aber jedesmal, wenn ich über die Autobahn düse und so ein Schild sehe, habe ich natürlich keine Kamera parat und dieses ganze hin- und her Gezuckele für ein Foto ist dann meist auch albern.

Immer wenn ich so ein Hamburg-Berlin Schild auf der Autobahn sehe, freue ich mir ‘nen Keks darüber, dass mein Blog sogar auf der Autobahn beworben wird.

Wer kann das schon von sich behaupten?
Eben.

Ach so.
Hamburg-Berlin auf der Autobahn: 39km : 286km

Es gibt wieder eine neue Pisa-Studie. Diesmal ist es nicht das bisher bekannte internationale Pisading, sondern ein national angepasster Test.

Hamburg und Berlin haben an diesem Test teilgenommen. Wie zu erwarten findet man beide Städte auf den hinteren Rängen.

Ersaunlicherweise gibt es kaum Artikel dazu in deutschen Blogs. Scheinbar ist das Thema langweilig. Alles wie gehabt. Die Schüler im Süden der Republik sind weiterhin deutlich besser, der Norden und die Stadtstaaten hängen Lichtjahre hinterher.

Es gibt ca. 48 Millionen Meldungen zur Pisa-Studie in der Tagespresse, die aber größtenteil voneinander abschreiben.

Wie schon in den letzten Tests wird erneut das ‘reiche Kinder sind besser’ Fass aufgemacht, aber niemanden stört es. Alles schon gehört, da passiert nichts mehr.

Denkste.
Genau in diesem Punkt gewinnt Berlin.
Bei all dem Elend schneidet Berlin in Punkto ‘wie sehr beeinflusst die soziale Herkunft die schulische Leistung’ gut ab.

Gratuliere Berlin.
Das ist in der Tat eine Meisterleistung für eine Stadt wie dich.

Hamburg versagt hier erwartungsgemäß vollkommen.

Faszinierend und tragisch auch, dass Hamburg, Berlin und Bremen in Sachen Leseverständnis deutscher Texte komplett versagen. Ich bin sehr gespannt, wie diese Aufgabe aussieht. Aktuell finde ich den Test noch nicht online, der wird aber sicherlich irgendwann irgendwo auftauchen. Dann aktualisiere ich diesen Artikel.

Bis dahin gewinnt Berlin.
Hamburg und Berlin sind wie erwartet Schlusslichter im Pisa ähnlichen Test 2010, aber in Berlin spielt die soziale Herkunft eine deutlich kleinere Rolle als in Hamburg.

In Hamburg sterben die Spatzen aus, in der Innenstadt leben nur noch ganze 86 Spatzenpaare.

In Hamburg hat sich der Spatzenbestand sogar um 85% reduziert. Bundesweit steht der sympathische Vogel schon auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel Deutschlands. Deshalb haben wir die Kampagne “Rettet den Spatz – Gebt ihm ein Zuhause!” gestartet.

Quelle: Rettet den Spatz

Irre, oder?
Da denkt man, Spatzen gibt es an jeder Ecke – aber nein, die Spatzen sind inzwischen eine echte Rarität in Hamburg.

Beispielsweise am Michel. Früher gab es dort viele Spatzen, seit der Sanierung sind es noch: Null. Oder im Stadtpark, da gibt es auch keine Spatzen mehr.

Das kenne ich aus Berlin.
Damals, als wir noch jung waren und ständig aufm Sprung warn, gab es tatsächlich unglaublich viele Spatzen die richtig laut werden konnten.

Heute ist alles saniert. Keine Ecken und Kanten, keine Verstecke für die Spatzen zum nisten und schon verschwindet er langsam aber sicher aus den Strassen.

Als Zivi habe ich die Spatzen morgens immer gefüttert. Zusammen mit den Bewohnern stand ich auf einem großen Balkon und wir warfen Brotkrumen durch die Luft. Da waren definitiv mehr Spatzen auf dem Balkon als jetzt noch in der Hamburger Innenstadt leben.

Schon komisch. Zum Glück wohne ich jetzt am Stadtrand, da gibt es sie noch.

Klare Sache, hier gewinnt Berlin. Obwohl die Spatzen in Berlin auch auf dem Rückzug sind, ganz so Spatzenfrei wie die Hamburger Innenstadt wird Berlin wohl nie.

Spatzen Hamburg vs. Berlin 86:500

Was vom Tage übrig bleibt – Mein Re:publica 2010 Fazit inkl. Der Katzencontent-Session

Ganz vorne in meiner Re:publica 2010 Erinnerung:
Eine sechsjährige hat mir in der Eisdiele gezeigt, dass es total schlau ist, die Streusel und Smarties nicht auf das Eis, sondern in die Waffel zu geben („die Smarties bitte in die Waffel“). Das gibt deutlich mehr Smarties und ich wundere mich, warum mir das in den letzten 34 Jahren nicht selbst eingefallen ist. Eine dieser Kleinigkeiten, die ich nie wieder vergessen werde und die vor allen anderen Erinnerungen der Re:publica rangiert.

Gefreut, dass das iPad auf der Bühne desaströs vernichtend kritisiert wird. Allerdings werden die Leute, die mit einem iPad umherlaufen (und davon gab es ein paar) fast schon bewundert.

Gemerkt, dass Wikileaks meiner Meinung nach eine der wichtigsten Webseiten ist, die es zurzeit auf der Welt gibt.

Gewundert, warum alle über die Internetkritiker meckern, aber gefühlt niemand mit den Kritikern redet und warum es sie auf der Re:publica nicht gibt.

Gestritten mit dem Berliner Landesvorsitzenden der Grünen – das war mit eines der interessantesten Gespräche überhaupt. Ergab sich zufällig an der Kaffeetheke und zog sich dann fast eine dreiviertel Stunde. Vor allem war es mein einziges ernsthaftes Gespräch mit einem „ich finde das nicht alles so JeffJarvismässig super gut, was gerade im Internet passiert“ Vertreter.

Gelesen, dass alle, die wissen was dieses RSS, Feed, Trackback, Twitter, Schwurbselgedurbsel ist, kein Ticket für die Re:publica bekommen sollen, sondern diejenigen eingeladen werden sollten, die den ganzen Quatsch nicht kennen.

Gelacht, wird diese Frage doch nach jeder Re:publica (und jedem anderen Interentkongress, Barcamp und sonstigem Dings) gestellt, nur jeweils von anderen Leuten.

Gefragt, ob Jeff Jarvis nur von seinem Buch und der Tatsache, dass er ein sehr guter Redner ist lebt.

Gefreut, dass es auf der Re:publica deutlich mehr TeilnehmerInnen als in den Vorjahren gab. Wenigstens in diesem Punkt nähert sich die Konferenz langsam, ganz langsam einem normalen Niveau.

Gewundert, dass es Leute gibt, die sagen ich sei berühmt im Internet. Ich verstehe nie, was die mir damit sagen wollen und vor allem verstehe ich nicht, wie sie darauf kommen?

Gestorben ist das Livebloggen. Macht niemand mehr. Echt. Bloggen ist zwar wieder in, aber Livebloggen kann man knicken, das gibt es nicht mehr. Wie auch, ohne Internet?

Gestorben ist auch der Traffic auf mein Blog, der über Re:publica, Backlinks, Rivva und alles andere früher zusammen kam. Das ganze Zeug hat mir unglaubliche 200 Besucher extra auf mein Blog gebracht.

Gehört, dass ich mir Slashdot.org und deren Kommentar-Technik genauer ansehen muss.

Gewundert über die Aussage von Marc Glaser im Bezug auf amerikanische Journalisten, dass es ein „piece of cake“ sei, einen User dazu zu bringen ein Video hoch zu laden, etwas zu kommentieren und auch noch sinnvolle Sachen von ihm zu bekommen. Zumindest ein „piece of cake“ im Vergleich, einen Redakteur dazu zu bringen, mit seinen Lesern zu diskutieren.

Gewundert, dass einige Sprecher während ihres Vortrages das Publikum nicht ansehen.

Gewundert, dass die Präsentatoren auf ein nicht funktionierendes WLAN angewiesen sind (Kabel! Wann gibt es endlich INTERNETKABEL für die Sprecher?)

Gefragt, ob die nächste Re:publica endlich in einer anderen Lokation stattfindet.

Peter Kruse auf die „unbedingt ansehen!!EINSELF“ Liste gesetzt.

Zum ersten Mal richtig beleidigende Kommentare auf meinem Blog bekommen (ich soll meine Kacke fressen und so …).

Einige Leute könnten mal wieder etwas runterkommen und sich beruhigen. In der Gruppe überlegt, zur nächsten Re:publica Entspannungsübungen anzubieten.

Erschrocken, dass die Leute im Supermarkt im Wedding fast ausschließlich billigste Schrottprodukte kaufen und überhaupt den Eindruck machen, dass sie nicht nur wenig Kohle haben, sondern richtig arm sind. Überhaupt sind sehr viele Leute in Berlin hilfebedürftig. Manchmal habe ich mich gefreut, nicht mehr in Berlin zu wohnen.

Es waren, wie immer, drei intensive Tage. Danke, dass es die Re:publica gibt. Frau Gröner hat Recht wenn sie schreibt:

Wer meint, die re:publica sei ein Klassentreffen, hat Recht.
Wer meint, die re:publica sei nur ein Klassentreffen, hat keine Ahnung.

Danke für alles.

Nachtrag: Es gibt eine Übersicht, bzw. einen Blog-Spiegel zur Re:publica 2010. Da findet der geneigte Leser eine große Fülle von weiteren Artikeln zur Re:publica 2010.

Jovelstefan hatte das Fernsehen in der Nacht nicht ausgeschaltet. Der brüllte um fünf Uhr immer noch vor sich hin und mein zarter Schlaf wurde empfindlich gestört.

Ich bin inzwischen beim Mitbewohner als Frühaufsteher verschrien, komme ich doch mit vier Stunden Schlaf aus und sitze frisch geduscht nach dem Morgenkaffee und der Morgenkippe bereits vorm Rechner und habe die erste Stunde Hotel-Wlan weggesurft, wenn der Hotelmitbewohner gedenkt überhaupt wach zu werden und aufzustehen.

Im Hotel den Kaffee aufs Zimmer bringen lassen und das Internet vom Vortag weg gelesen. Bekanntlich füllt sich das Netz immer über Nacht und muss am nächsten Tag leer gelesen werden.

Mit einem fiesen Baguette in der Bahn über den vielen Müll in Berlin gelästert und geärgert, dass ich den ersten Vortrag von Götz Werner verpasst habe. In der „Google Werkzeuge für Wissensarbeiter“ Session zum 800. Mal gesehen, wie unfassbar effizient, schnell, Nerven- und Kostensparend eine Firma oder ein Team zusammen an Texten, Dokumenten und Ideen arbeiten kann. Nach solchen Vorträgen verfalle ich immer in die totale Outlook-Depression und habe Angst vor meinem Firmenrechner.

Unfassbar, wie viel Kosten man mit Google Apps sparen kann, darüber darf nicht nachdenken, da wird dir Schwindelig. Schlimm ist das.

Im Google-Votrag auf Twitter gelesen, dass Götz Werner eine Stunde später anfing und ich ihn hätte sehen können, war dann aber zu faul zum aufstehen.

Nach einem schnellen Kaffee dann in die erste Reihe zu Frau Meckel in den Friedrichstadtpalast gesetzt. „This Object cannot be liked“ hiess ihr Votrag und der war zauberhaft. Ehrlich. Ganz großes Kino. Von einer bekloppten Facebook-Geburtstagstorte über den technisch nicht möglichen Zufall im Computer und dessen Bedeutung zur Frage, ob man nicht einmal Frau Meckel und Jeff Jarvis zusammen auf die Bühne stellen sollte.

Das wäre mal was. Zwei die auf Augenhöhe über das Netz streiten. Ein Traum. Kann das bitte mal jemand organisieren? Frau Meckel trug eine viel zu lange Hose (macht man das in Amerika so?) und hat unglaublich schöne Hände.

Anschließend überraschend leckeres Mittagessen bei einem Vietnamesen mit ein paar der üblichen Verdächtigen. Ich wollte direkt nach dem Essen in den Quatsch Comedy Club aber das Personal wollte das nicht, die waren sogar ein wenig unfreundlich, aber ich habe auch mal beschissene Tage.

In der „Vom Lifestream zum Lifestream“ Diskussion gewundert, warum Google Buzz nicht erwähnt wird. Trotzdem gespannt zugehört, Laptop- und Handyakku aufgeladen und in der letzten Ecke gesessen und nix gesehen. Daher nur zugehört. War aber nicht schlimm, ich konnte so ganz entspannt meinem Laptop zusehen, wie es kein Internet bekam.

Direkt sitzen geblieben um danach Felix Schwenzel von Wirres.net und seinen „Warum das Internet Scheisse ist“ Vortrag gesehen. Das war toll. Viele Sachen gesehen und endlich, ENDLICH fragt mal jemand, warum wir nicht mit den ganzen Internetkritikern reden sondern uns nur über sie aufregen.

Schöner Vortrag und so ziemlich der einzige jemals gesehene Vortrag, der komplett in zwei Sätzen zitiert immer noch Sinn ergibt und sogar den Vortrag komplett erklärt. „Warum das Internet Scheisse ist? Weil die Menschen scheisse sind Welt scheisse ist!“

Dann versammelt sich die Horde zur Abschiedsveranstaltung in der Kalkscheune und Jonny Haeusler versucht sich in einem Skype Call mit Biz Stone, dem Twitter Mit-Erfindung. Ganz groß. Anruf abgelehnt. Mit seiner Sekretärin gechattet und danach hat der ganze Saal „Bohemien Rapsody“ gesungen. YouTube sei Dank. Ganz großes Kino. Singen fetzt. Würde auf der Next10 nicht klappen mit 400 Leuten einen Queensong zu singen. War das schön, davon kann ich meinen Enkeln noch erzählen. Beste Abschlussveranstaltung jemals.

Danach Hotel, Internet weg lesen, Zähne putzen, wieder los, am Oranienburger Tor einen Schawarma aus Rindfleisch gegessen und gefragt, ob der nicht aus Hühnerfleisch sein sollte. Danach zur Abschlussparty gegangen und erst dort zahlreiche Bekannte zum ersten Mal auf der RP10 gesehen. Obwohl sie bereits seit drei Tagen in Berlin waren. Wie das eben so geht, bei 2500 Teilnehmern trifft man sich nicht an jeder Ecke. Das war ein netter Abend, ich habe mich sogar zur Musik bewegt, aufgrund extremen leergequatscht sein und Müdigkeit war aber nicht mehr drin, als kurz zur Musik wippen.

Als eine Frau mich nach Feuer fragte und wissen wollte, war „re:cat“ auf meinem Shirt steht und ich das auf der RP10 oft geführte fünfminütige „mehr Traffic als Bild und Heise zusammen“ Gespräch führte kam diesmal als Antwort: „Was? Das gibt es nicht. Ich bin von Axel Springer. Wieso hat eine Webseite mit Katzenbildern mehr Traffic als wir?“. Wir hatten dann noch ein sehr gutes Gespräch.

Bei der nächsten Frau die nach Feuer fragte (in Berlin hat man kein Feuer, selbst mein Mitbewohner hat es ständig verbaselt) und ich mit ihr „ich kenne dich von Twitter-Roulette“ spielen wollte, war sie eine der wenigen Personen auf der Re:publica, die nicht wusste, was Twitter ist. Danach ging ich tanzen, danach dann Dönern im Wedding. Den besten Döner seit langem gegessen und zufrieden und glücklich ins Bett gefallen.

Versucht ein Re:publica Fazit zu träumen, hat aber nicht geklappt. Fazit geschrieben und für Morgen eingeplant.

Nachtrag: Es gibt eine Übersicht, bzw. einen Blog-Spiegel zur Re:publica 2010. Da findet der geneigte Leser eine große Fülle von weiteren Artikeln zur Re:publica 2010.

Re-publica 2010 in Berlin – Tag 2

Aufgewacht um halb Neun. Kaffee aufs Zimmer bestellt, die waren so freundlich, gleich eine ganze Kanne zu bringen. Fern gesehen, Internet gelesen, überall Ladegeräte und Kabel. Vorabend Revue passieren lassen und das Frühstück mit Bosch abgesagt. Stattdessen gleich zu Re:publica gefahren.

Wie gestern auch gab es ein großes Hallo. Habe mir das Nexus 1 Handy von Sixtus angesehen, will ich irgendwann auch haben. Mit Jovelstefan in einen Vortrag der Zeit (oder sagt man Zeit online?) gegangen. Mark Glaser erzählt Geschichten aus Amerika. Über Presse, Paid-Content und den üblichen Kram, den man als Aufmerksamer Blogleser sicherlich bereits gelesen hat.

Womit verdienen die Zeitungen Geld? Warum kostet die iPhone-App, die iPad-App, die Android-App etc. extra? Zusätzlich zur Print-Ausgabe. Welche Zeitungen sind profitabel, welche Geschäftsmodelle gibt es? Crowdfunding für Artikel ist ein Thema. Da werden Artikel „ausgeschrieben“ und wen genügend Geld zusammen kommt, wird der Artikel geschrieben. Irgendwie so.

Eine schöne Session war das. Die Geschichten aus Amerika waren interessant und es bleibt spannend, denn auch die Amerikaner wissen nicht, wie sie mit ihren Zeitungen im Netz Geld verdienen sollen.

Im Quatsch Comedy Club folgte eine weitere Runde von Zeit Online. Community Management mit Vertretern von Heise Online, Spiegel Online/Wikipedia, Badischer Dings (die Mutter von Fudder), Zeit Online und Netzpolitik.de. Da hatte ich ehrlich gesagt mehr erwartet. Aus der eigenen Erfahrung weiß ich, dass Community Management manchmal extrem anstrengend sein kann.

Neu war für mich, dass es auf Heise Online an einem normalen (ruhigen) Tag um die 5000 Leserbeiträge am Tag gibt. Heise hat zu jedem Artikel gleich einen Forumspost und da geht es bei einigen Themen (Apple, Linux, Anwälte) hoch her. Die herangehensweise des stellvertr. Chefredakteurs zum Forum war sehr ruhig, entspannt und fast schon bewundernswert. Ich bin mir sicher, dass man hinter den Kulissen von Heise manchmal Haarstreubende Geschichten im Forum erlebt.

Mir fehlten ein paar Anekdoten aus dem Alltag. Lustige, bemerkenswerte und einmalige Erlebnisse aus den jeweiligen Foren/Kommentaren. Trotzdem war es eine schöne Session.

Mittagessen mit Jovelstefan bei irgendeinem Thailänder. Dabei den Freitag und Internet gelesen. Wir mussten uns beeilen um nicht den Wikileaks Vortrag zu verpassen.

Wikileaks ist ganz großes Kino (ein deokratisches Elend ist der Umstand, dass ich das nicht verlinken darf. Damit würde ich mich strafbar machen, ihr müsst den Begriff selbst in Google eingeben). Beeindruckende Arbeit wird da gemacht.

Wikileaks veröffentlicht Dokumente, die so sonst nirgendwo veröffentlicht werden können. Egal ob die Sperrliste aus Dänemark, interne Bankendaten oder das Video aus dem Irak, das vor kurzem durch die Presse wanderte ist auf Wikileaks zu finden.

Im Gegenssatz zur Presse bleiben die Inhalte bei Wikileaks sichtbar und können nicht aus dem Netz geklagt werden. Das ist meiner Meinung nach extrem wichtig und mit das sinnvollste, was es zurzeit im Internet gibt. Ich hasse den Umstand, dass man fast alles aus dem Netz herausklagen kann und ein Unternehmen sich eine eigene Geschichte schreiben kann und jegliche kritische Berichtserstattung auf dem Rechtswege unterbinden kann. Dagegen arbeitet Wikileaks.

Noch mehr Hass gab es in der folgenden „was am Internet in Deutschland wirklich hassenswert ist“ Session. Da ging einiges. Obwohl ich euch als Feedback sagen muss: erst nach 50min Farmville zu erwähnen war zu lang. Sonst eine wundervolle Session. Unterhaltsam und alleine die DER BLOG – DAS BLOG war der Knaller. Danke dafür und als Einstieg für die Daheimgebliebenen kann ich Das Internet ist an seiner dicksten Stelle exakt sieben Argumente breit von Bov empfehlen.

Danach wieder mit Leuten reden. Auf dem Flur, im Garten, im Saal, vor der Tür. Überall steht jemand, den ich irgendwo her kenne und das ist das weiterhin das tolle an der Re:publica.

Die Modeblogger-Session kurz besucht und fasziniert gesehen, wie in Modeblogs über die üblichen Themen der Blogosphäre diskutiert wird.

Soll ich mit dem Blog Geld verdienen oder nicht? Geschenke annehmen oder nicht? Das alte Dings, ein Dauerthema und faszinierend, dass es expliziet bei den Modeblogs Thema ist. Das war auch auf dem Barcamp Hamburg 09 so und bislang gibt es dazu keine Lösung.

Die wird es auch nicht geben, ich verstehe sowieso nicht, warum das alles durchdiskutiert werden muss, man soll erst mal machen. Meiner Meinung nach. Ich finde es schade, dass ich den Kram in den Modeblogs nicht direkt kaufen kann. Warum nicht? Weil es Kommerz ist? Egal. Die Modeblogs machen das schon.

Am Abend gab es einen Laber Flash Mob. Wird sich nicht durchsetzen, völliger Stuss, aber wir wollten natürlich mitmachen, wir sind ja solche Horste, die bei jedem Quatsch mitmachen. Eine Fünfergruppe bekommt ein Thema, kann 30 Minuten googeln und muss anschliessend einen der Fünf zum Reden auf die Bühne stellen. Die anderen vier sitzen vorm Rechner und hauen nacheinander Sätze, Absätze, Thesen, Fragen und Antworten in einen Gruppenchat. Der arme eine auf der Bühne muss den Chat dann vorlesen.
Das musste Jovelstefan machen und er hat sich tapfer geschlagen. Unser Vortrag litt etwas am fehlenden Internet, aber sonst war es ganz lustig, immerhin gab es Gin als Trostpreis.

Danach dann kalte Getränke und wie auf Klassenfahrt mit einer spontanen Gruppe von 30 Leuten durch Berlin gelaufen in einen Laden, der der Gruppe zu voll, klein, laut, Nichtraucher, Raucher, falsche Musik, laute Musik, blöde Lokation und zu grün war.
Wie das eben so ist, wenn man mit 30 Leuten durch die Gegend läuft.
Wir sind dann weiter in den nächsten Laden, der war nicht so voll, laut und grün sondern eher leer, rot und Staropramen, da passte es dann und zack, war es wieder spät.

Ein schöner zweiter Tag mit genialen, privaten, intensiven, lustigen, unterhaltsamen Gesprächen die alle nicht blogbar sind. Ich hatte Spaß, habe viel gelernt, neues gehört und fiel in der Nacht glücklich ins Bett.

Nachtrag: Es gibt ein paar schicke Videos auf Republica 2010, Tag 1 + 2 (Update: Neue Videos) und der Medienspiegel Tag 1 auf re-publica.de ist auch ganz spannend.

Frau Gröner schrob auch etwas: re:publica, Tag 2

Nachtrag: Es gibt eine Übersicht, bzw. einen Blog-Spiegel zur Re:publica 2010. Da findet der geneigte Leser eine große Fülle von weiteren Artikeln zur Re:publica 2010.

Hallo Vorleserin, Hallo Kind. Papa ist gerade in Berlin.

Berlin ist eine große, dreckige Stadt, in der alle Leute in Cafés sitzen, in ihr Laptop starren und so tun, als ob sie arbeiten. Seit gestern treffen sich die meisten dieser Internetfuzzies auf einem Kongress. Auf der Re:publica. Im Friedrichstadtpalast und in der Kalkscheune laufen 2500 Leute rum (das sind total viele Leute), suchen ein funktionierendes Wlan, starren in ihre Handy, reden über Gott und die Welt, das Internet und darüber, wer seid der letzten Re:publica Schwanger, geschieden, Vater, Mutter, Getrennt oder Verheiratet wurde.

Das ist wie eine Klassenfahrt und das ist ganz wundervoll.

Im Gegensatz zu einer echten Klassenfahrt lerne ich hier aber etwas. Es gibt jede Menge Vorträge über das Internet, wie toll es ist, was blöd daran ist und manchmal gibt es Vorträge, in denen man nur sieht, wie das Internet nicht funktioniert.

Papa hat auch etwas erzählt.
Über unsere Katze (die du immer Hase nennst, aber das verraten wir keinem). Katzenbilder und wie man damit Geld verdient. Wenn du groß bist, zeige ich dir das mal, aber wahrscheinlich ist bis dahin Giraffen oder Hasen das neue, heisse Ding.

Am Abend gab es ein Ding mit @bosch, das ist der, der die tollen Fotos von dir gemacht hat. Er stand auf der Bühne und hat Twitternachrichten vorgelesen. Mit einigen anderen habe ich da mitgemacht und Offline-Tweets gemacht.

Wir haben Karten verteilt, eingesammelt (voll der Deppenjob, aber wir hatten so viel Spaß, das war ganz großes Kino) und aus den vielen Karten dann eine ausgewählt, die wir dann auf der Bühne im Friedrichstadtpalast vorlesen konnten.

Das war toll, ist da doch mal eben die größte Theaterbühne der Welt. Es hat was, da mit dem Mikro zu stehen und etwas vorzulesen.

Wenn wir dann irgendwann einmal Zeit haben, du etwas größer bist und weißt, was eine Sauna ist, erkläre ich dir, warum ein Amerikaner Namens Jeff Jarvis, das Internet und eine gemischte Sauna einen großartigen Vortrag über das deutsche Verhältnis zur Privatsphäre ergeben.

Während ich mit dir hier in das Blog rede lümmelt der @jovelstefan mit im Zimmer herum (wir teilen und das, Geld sparen und so, du kennst das ja). Wir trinken Kaffee und Jovelstefan fragt, wie ich es schaffe mich ins Bett zu legen und nach zwei Sekunden einzuschlafen. Ich versuche es nicht auf das Vater-Sein und die “nutze-jede-Sekunde” Ding zu schieben.

Das war ein toller Tag 1 auf der Re:publica 2010. Wir gehen jetzt frühstücken mit @bosch und Freundin und überlegen, was wir uns heute anhören. Vielleicht machen wir auch einen Pocast Podcast. Danach lesen wir die Artikel über die Re:publica und freuen uns darüber. Da gibt es so Sachen wie Peter Glaser und Die digitale Faszination – Vom Leben auf dem achten Kontinent oder Tagesspiegel mit Legal, illegal, digital.

Bis morgen Kleiner, pass auf dich auf

Nachtrag: Es gibt eine Übersicht, bzw. einen Blog-Spiegel zur Re:publica 2010. Da findet der geneigte Leser eine große Fülle von weiteren Artikeln zur Re:publica 2010.